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Leverkusener Tom Konrad triumphiert bei Hameln hebt ab

Stabartisten trotzen dem Regen

Hameln. Das ist schon böse Ironie des Schicksals gewesen. Denn als es zur Siegerehrung bei der Premiere des Stabhochsprung-Meetings auf dem Pferdemarkt ging, hatte der Himmel wieder viele blaue Flecken. Nur als die Athleten auch Springen wollten, herrschte dunkelstes Grau. „Es hat immer wieder wie aus Kübeln geschüttet“, klagte Mitorganisator Uwe Beerberg. Die Stabartisten standen förmlich im Regen.

veröffentlicht am 20.09.2015 um 10:57 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

Aber unterkriegen wollten sich Initiator Patrick Scherfose und sein Team nicht. Um 15.30 Uhr sollte es losgehen. „Aber immer wenn es nur noch nieselte und wir uns warmmachen wollten, ging es gleich wieder heftig los“, sagte Scherfose, Organisator und Athlet in Personalunion. Als nach gut einer Stunde Wartezeit schon die Absage im Raum stand, wagten es die Athleten dennoch.

Allerdings mussten Scherfose & Co. erst ihrer Kreativität unter Beweis stellen. An einen normalen Wettkampf mit drei Versuchen bei jeder Höhe war nicht zu denken, da der Stabhochsprung stets eine zeitintensive Disziplin ist und das Springen in Dunkelheit drohte. So wurde fix ein neues Reglement erdacht und jedem Athleten insgesamt fünf Versuche zugesprochen, die er auf die verschiedenen Höhen verteilen musste. So war neben dem Technik und Sprungkraft, auch das Pokern gefragt.

Tom Konrad aus Leverkusen hatte die besten Karten. Denn er schaffte seine Anfangshöhe von 4,73 Metern schon im ersten Versuch und hatte vier weitere offen. Auch die folgenden 4,93 Meter überquerte er und ließ in seinem letzten Durchgang 5,00 Meter auflegen. Auch wenn Konrad riss, war er der Sieger. „Die Bedingungen waren aber schon extrem. Aus Angst vor Verletzungen habe ich meinen Anlauf von 40 auf 20 Meter reduziert. Dafür ging die Höhe“, meinte Konrad, der sonst 30 Zentimeter höher springt. Seine Rivalen Jonas Effroth (Leverkusen), Marvin Gregor (Paderborn) und auch Patrick Scherfose (LGW) selbst kamen nur über 4,73 Meter.

„Das Wetter war schon sehr enttäuschend. Auch wenn es normalerweise doppelt so viele gewesen wären, fanden unsere knapp 400 Zuschauer dieses zum Showspringen degradierte Meeting dennoch interessant“, sagte Scherfose. „Wir werden nun bereden, was man ändern kann. Aber weitermachen wollen wir – so kann man nicht einfach aufhören“, gab sich Scherfose kämpferisch.

2,20 Meter! Natascha

Lammers springt am höchsten

Die Siegerhöhe der Männer von 4,93 Metern ist für die Kinder ein Klacks gewesen. 6,40 Meter standen für den Sieger im Nachwuchswettbewerb zu Buche. Aber hatten die bis zu 14-Jährigen zwei klare Vorteile. Denn als sie mittags mit ihren Sprüngen begannen, schien noch die Sonne und es war trocken. Und außerdem bildeten sie zu dritt eine Mannschaft. Die drei Resultate wurden zum Gesamtergebnis addiert.

Aber dennoch war das für die jungen Springer, die im Rahmen von Schul-AGs erst vor 13 Wochen das erste Mal Kontakt mit dem Stabhochsprung hatten, grandios.

Siegerin Natascha Lammers überquerte 2,20 Meter. „Damit wäre sie in der Niedersachsen-Rangliste die Nummer zwei“, staunte auch Scherfose. Lammers und ihre Mitstreiterinnen vom Schiller-Gymnasium, Tami Vollerthun (2./2,20) und Pia Doering (6./2,00), kamen gemeinsam auf 6,40 Meter. LGW-Coach Werner Scharf, der die dortige AG geleitet hatte, konnte voller Stolz über den Pferdemarkt laufen. Auf Platz zwei mit 6,10 Metern kam das Trio des Albert-Einstein-Gymnasiums mit Ola Hecht (3./2,20) an der Spitze. Scherfose hatte diesen das Springen beigebracht. Höhengleich Dritter wurde das Team des Victoria-Luise-Gymnasiums von Coach Steffen Rothmann, zu dem neben Mirka Wendt (4./2,10) mit Luis Keck (5./2,10) auch der beste Junge gehörte.

Und zumindest dieser Part des Show-Springens auf dem Pferdemarkt war ein voller Erfolg. „Die anwesenden Schulleiter waren begeistern“, sagt Uwe Beerberg. Und Scherfose bekam auch die Resonanz der Nachwuchsspringer zu hören. „Wir hatten insgesamt 19 Kinder in den AGs. Und alle 19 wollen weitermachen. Da werden wir uns schnell etwas überlegen müssen“, freut sich Scherfose über den Leichtathletik-Nachwuchs. mha

Hameln hebt ab - Showspringen

51 Bilder
Quelle: rhs

Hameln hebt ab - Schülerwettbewerb

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Quelle: haje


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