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Zehnjähriges Schachtalent des HSV holt bei der Jugend-DM Bronze / Helmer und Koch verpassen Top 10

Spaß ist Lenas Erfolgsrezept

Hameln. Auf die Talente des Hamelner Schachvereins ist der 1. Vorsitzende Oliver Barz besonders stolz. Mit Lena Reichelt (10), Jan Helmer (12) und Yannick Koch (19) waren gleich drei hoffnungsvolle Schachtalente des HSV bei der deutschen Jugendmeisterschaft in Willingen im Einsatz.

veröffentlicht am 16.06.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

Für „das beste Ergebnis, dass vonseiten des Hamelner Schachvereins bis dato erzielt wurde“, so Barz, sorgte Lena Reichelt. Die Zehnjährige gewann in ihrer Altersklasse (U10) die Bronzemedaille und qualifizierte sich damit sogar für die Weltmeisterschaft, an der sie laut Barz aber voraussichtlich nicht teilnehmen wird. „Ich hatte viel Spaß bei der Deutschen Meisterschaft, weil ich viele Kinder wiedergesehen habe, die ich von den Landesmeisterschaften und anderen Turnieren kenne“, erzählt Lena. Der Wettkampf sei aber auch „ganz schön anstrengend und spannend“ gewesen. „Ich hatte elf Spiele in einer Woche. Manchmal habe ich zwei Spiele an einem Tag gehabt, die auch schon mal über dreieinhalb Stunden gingen.“ Damit nicht genug. „Mein Trainer hat mich vor den Spielen auf die Gegner vorbereitet und nach den Spielen die Partien mit mir analysiert“, erzählt Lena, die an ihren freien Nachmittagen unter anderem Tischtennis spielte, um nach dem Wettkampfstress auf andere Gedanken zu kommen. Und dass sie am Ende mit sechs Punkten aus elf Partien sogar den Sprung aufs Siegertreppchen schaffte, war für die Hamelner Schachprinzessin das i-Tüpfelchen: Ich habe mich total gefreut, dass ich es geschafft habe, drittbestes Mädchen von Deutschland zu werden.“

Auch Yannick Koch (19) und Jan Helmer (12), die sich ebenfalls für die DM in Willingen qualifiziert hatten, machten ihre Sache gut. Aber gegen die über 100 Teilnehmer große und starke Konkurrenz reichte es nicht zu einer Top-10-Platzierung. Koch wurde bei der U25 Zwölfter, Helmer belegte bei der U12 den 19. Platz. „Beide haben enorme Fortschritte gemacht, was Technik, Ausdauer, Übersicht und auch Sitzfleisch betrifft“, zog Andreas Helmer eine positive Bilanz. „Ich selbst habe als Funktionär und Delegationsleiter und Vater von Jan das sehr erfolgreiche Team Niedersachsen angeführt.“ Es sei das erste Mal in der Vereinsgeschichte gewesen, dass der HSV in der Konstellation Spieler, Trainer und Funktionär bei einer deutschen Meisterschaft vertreten war. Der Münderaner durfte nicht nur das Team Niedersachsen im Sauerland betreuen, das drei Titel mit nach Hause brachte. Die Krönung war für ihn, dass seine Delegation zudem mit dem Fairplay-Preis ausgezeichnet wurde und dadurch im nächsten Jahr einen Startplatz in der Altersklasse U10 erhält.

Im Doppel-Einsatz war Yannick Koch, der bei der Jugend-DM sowohl als Spieler als auch als Trainer von Jan Helmer fungierte, der vor zwei Jahren mit Platz 76 bei der Jugend-Europameisterschaft sein Debüt auf internationaler Ebene feierte. Während bei seinem Schützling Jan Helmer durch dessen Vater im Alter von sechs Jahren die Leidenschaft zum königlichen Spiel geweckt wurde, fing Koch mit neun Jahren an: „Meine Oma Ingeborg hat mir damals geraten, im Verein Schach zu spielen.“ Seine ersten Erfahrungen und Erfolge als Trainer sammelte der Afferder schon während seiner Schulzeit, als er bis zu seinem Abitur vier Jahre lang die Schach-AG am Schiller-Gymnasium betreute. Weil Koch demnächst im Hameln ein Wirtschaftsstudium an der Hochschule Weserbergland beginnt, bleibt er dem HSV erhalten: als Trainer und Spieler. aro/rhs

Ebenfalls bei der Schach-DM im Einsatz: Jan (12, links) und Andreas Helmer sowie Yannick Koch vom Hamelner Schachverein. rhs



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