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Ein Blick zurück: Hamelner Traditionsklub ernennt HSV-Idol 1960 zum Ehrenmitglied

So wurde Uwe Seeler ein Preuße

Hameln. Ein Blick in die bunte Hamelner Fußball-Vergangenheit lohnt sich immer. Und da taucht ein Name auf, der untrennbar mit dem deutschen Fußball und vor allem mit dem Hamburger SV verbunden ist: Uwe Seeler. Eigentlich allen Fans noch besser bekannt als „Uns Uwe“. Was aber nur noch sehr wenige wissen, der ehemalige Top-Torjäger ist nicht nur Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, Vizeweltmeister von 1966 und die unumstrittene HSV-Ikone, sondern er ist auch Ehrenmitglied von Preußen Hameln 07.

veröffentlicht am 10.10.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

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Und das nun schon seit 55 Jahren. Damals, am 2. Oktober 1960, wurde der „Dicke“ aus Hamburg, wie er auch noch liebevoll genannt wird, ein Preuße. Doch wie kam es dazu? Hamburg und Hameln hatten auf den ersten Blick keine großen sportlichen Gemeinsamkeiten. Aber auf den zweiten schon, denn Uwe Seeler musste damals als Vertragsfußballer – heute für viele undenkbar – trotzdem noch einem normalen Beruf nachgehen. In diesem Fall als Repräsentant eines großen deutschen Sportartikelherstellers. Und auf seiner Route durch Norddeutschland machte der HSV-Kapitän eben auch regelmäßig Station in Hameln. Preußen 07 erkannte die Chance und lud „Uns Uwe“ spontan zur Ehrung seiner verdienten Vereinsmitglieder ein. Der spätere Vorsitzende und Präsident der Spielvereinigung, Heinz Mensing, übernahm die Kosten – und der überall beliebte Fußball-Star kam tatsächlich. In Begleitung seiner Frau Ilka und von Bruder Dieter nahm Seeler an der Preußen-Feierstunde in der Wilhelm-Raabe-Schule teil. Nichts ahnend, dass der damalige Klubpräsident Hermann Götze noch eine dicke Überraschung für den kopfballstarken Mittelstürmer parat hatte. Er ernannte den frischgebackenen Fußballer des Jahres und seinen Bruder zu Ehrenmitgliedern des Vereins. Doch damit nicht genug. Auch die Stadt ließ sich natürlich nicht lumpen. Oberbürgermeister Helmut Greulich übergab den Hamburgern im Hochzeitshaus ein Buch von Hameln und einen Band alter Stiche aus der Stadt.

Der Besuch des HSV-Idols mobilisierte zudem die Massen und avancierte quasi zu einem Volksfest: „Tausende“, so berichtete damals die Dewezet, „säumten die Osterstraße, als die Gebrüder Seeler mit ihren Frauen zum Empfang am Hochzeitshaus vorfuhren.“ Das waren eben noch Zeiten. Trotz aller Ehrungen, so ganz ohne Fußball ging es dann aber doch nicht. Als Zuschauer beim Amateuroberligaspiel der Preußen gegen den VfL Wolfsburg brachte er seinem „neuen Klub“ allerdings kein Glück. Hameln verlor vor 3000 Zuschauern im heutigen Bürgergarten mit 1:4.

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Der große Moment: Uwe Seeler erhält die 07-Ehrenurkunde.


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