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Bei den Handicap Kickers spielen behinderte und nicht behinderte Kinder in einem Team

So macht Fußball Spaß

Hameln/Hannover. Pete ist neun Jahre, großer Bayern-Fan und spielt für sein Leben gerne Fußball. Das merkt man sofort, wenn man den kleinen Steppke beim Training der Handicap Kickers beobachtet. Anlauf, Schuss – Tor!

veröffentlicht am 18.03.2014 um 14:47 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:55 Uhr

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Der Torschuss klappt schon ganz gut, der Torjubel noch viel besser. Der kleine Kicker ist mit Feuereifer dabei, wenn er versucht, wie sein Idol Thomas Müller mit dem Ball zu dribbeln. Leicht fällt es ihm nicht, denn Pete hat das Downsyndrom – eine angeborene Störung der geistigen und körperlichen Entwicklung durch verändertes Erbmaterial. Fußball zu spielen ist für ihn das Größte, mit anderen fußballbegeisterten Mädchen und Jungen zusammen, ist es für ihn umso schöner. Früher kickte der keine Junge aus Hüpede mit seinen Eltern im Garten, jetzt spielt er bei den Handicap Kickers mit behinderten und nicht behinderten Kindern in einer Mannschaft. Und das macht ihm sichtlich viel Spaß. Für Pete ist ein Traum wahr geworden. Im Gegensatz zu vielen anderen Kindern, die aufgrund ihres Handicaps keine Möglichkeit haben, mit anderen Mädchen und Jungen Fußball zu spielen, weil sich „normale“ Vereinsmannschaften aus unterschiedlichen Gründen oftmals sehr schwertun, junge Kicker mit körperlicher, geistiger oder seelischer Beeinträchtigung zu integrieren. Für Pete und seine neuen Sportfreunde war es ein Glücksfall, dass vor etwa einem Jahr von zehn fußballbegeisterten Frauen aus Hannover und Umgebung der Verein „Handicap Kickers“ aus der Taufe gehoben wurde. Aus einer Idee wurde ein beispielloses Projekt, denn ein vergleichbares Angebot von Vereinsseite gab es laut der Vereinsvorsitzenden Sabrina Rathing bis dahin in der Region Hannover noch nicht. Und auch Hameln-Pyrmont ist (noch) ein weißer Fleck auf der Landkarte. Um jungen Menschen mit Behinderung die Chance zu geben, im Rahmen ihrer körperlichen und geistigen Möglichkeiten Fußball zu spielen, wurde in Zusammenarbeit mit Medizinern, Physiotherapeuten und Pädagogen ein inklusives Trainingskonzept entwickelt. Das neue Angebot stößt auf großes Interesse. Schon jetzt hat der Verein 54 Mitglieder – Tendenz steigend.

In den Wintermonaten tummeln sich bis zu 25 Kinder von sechs bis 16 Jahren beim Training, etwa zwei Drittel davon sind behindert. Seit Dezember wird in Hemmingen trainiert, seit Januar in Burgdorf und demnächst auch in Bennigsen. Dort soll am Samstag, 10. Mai, um 14 Uhr der Startschuss für eine neue Trainingsgruppe fallen. Es soll nicht die Letzte sein, denn nach dem TSV Bemerode, SC Hemmingen-Westerfeld, FC Bennigsen und SV Sorgensen sind die Handicap Kickers auf der Suche nach weiteren Kooperationsvereinen, um ihr Angebot zu erweitern – auch im Weserbergland. „Mit unserem Training wollen wir auch die Hamelner und Pyrmonter ansprechen. Unserer bisherige Erfahrung hat uns gezeigt, dass Eltern sogar lange Strecken für ein solches Angebot in Kauf nehmen“, sagt Rathing. Eine lange Fahrt nach Hannover soll ihnen jedoch möglichst erspart bleiben. Weil in Hameln-Pyrmont ein vergleichbares Projekt noch nicht existiert, sieht auch Werner Jorns, Vorsitzender des Juniorenausschusses im NFV-Kreisverband, Handlungsbedarf: „Es wäre toll, wenn die 15 bis 20 Einzelfälle im Kreis gemeinsam trainieren könnten. Bisher sind sie inklusiv in verschiedenen Vereinen untergekommen.“ Sollte es bei Fußballklubs Interesse an einer Zusammenarbeit geben, will Jorns den Kontakt zu den Handicap Kickers knüpfen.

Hinweis:

Weitere Infos im Internet auf handicap- kickers.de

2 Bilder

„Normale“ Vereinsmannschaften tun sich oft schwer, junge Kicker mit körperlicher, geistiger oder seelischer Beeinträchtigung zu integrieren. Die „Handicap Kickers“, ein junger Verein aus der Region Hannover, der auch in Hameln-Pyrmont Kooperationspartner sucht, macht vor, wie es geht.



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