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Segeln: „Fräulein“ Menke aus Hameln trumpft in Travemünde auf

Silber-Sophie segelt jetzt zur EM

TRAVEMÜNDE. Ihre früher einmal berühmte Namensvetterin „Fräulein Menke“ schipperte auf der Neuen Deutschen Welle noch im Tretboot durch die Fluten. Und glaubt man dem Refrain des 80er Kultsongs, ist das auch noch in Seenot. So weit kommt es bei Sophie Menke aber erst gar nicht.

veröffentlicht am 03.08.2017 um 16:22 Uhr

Immer hart am Wind: Sophie Menke bei einer der zwölf Wettfahrten zur internationalen deutschen Jugendmeisterschaft auf der Ostsee vor Travemünde. Foto: pr
Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite
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Denn die 15-jährige Hamelner Gymnasiastin fährt kein Tretboot, sie ist vielmehr schon jetzt eine ausgezeichnete Seglerin. Und ihr großes Talent stellte das „neue Fräulein Menke“ nun auch auf der Ostsee vor Travemünde nachhaltig unter Beweis. Auf dem Programm stand dort mit den internationalen Jugendmeisterschaften der Europe-Klasse ein absolutes Top-Event.

Doch die starke Konkurrenz konnte die zweitjüngste Teilnehmerin im Starterfeld der U17 nicht schocken. Im Gegenteil: Sophie Menke trotzte dort in der Lübecker Bucht allen nur erdenklichen Wetterkapriolen wie Schwachwind, Gewitterwarnungen, Regenfällen und sogar Sturmböen mit Bravour und segelte in ihrer Einmannjolle sensationell auf den Silberrang. Einzig Benedikt Rieckhof vom SV Schwentinemünde aus Kiel war noch schneller.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut für mich läuft, aber es ist sicherlich auch das Verdienst meiner kontinuierlichen Trainingsarbeit“, freute sich die deutsche Vizemeisterin über den bislang größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere. Den hatte sie allerdings erst in der letzten von insgesamt zwölf Wettfahrten perfekt gemacht. Sophie, die für den SC Dümmer startet, musste sich im Laufe der Saison über eine ganze Reihe von Ausscheidungsregatten für diese Meisterschaft qualifizieren. Seit dem achten Lebensjahr findet sie nun schon ihr sportliches Glück auf dem Wasser und durchlief zunächst auch den Niedersachsenkader der Optimisten, dem Einsteigerboot aller Segelkinder. Aktuell ist sie Mitglied einer 30-köpfigen Trainingsgruppe in ihrem Heimatklub, in dem auch ihre Eltern ehrenamtlich tätig sind. Aber nach dem Rennen ist bekanntlich immer vor dem Rennen. Das gilt auch für Sophie Menke. Und so wird die deutsche Vizemeisterin nun bei der Jugend-EM in Südfrankreich ihr weißes Jollen-Segel hissen. Mit Erfolg, wie sie hofft: „Mein Ziel ist es, auch hier eine gute Leistung abzurufen und möglichst in die Top Ten hineinzusegeln.“

Vizemeisterin Sophie Menke (li.) neben Sieger Benedikt Rieckhof und der Drittplatzierten Nadja Kopp. Foto: pr
  • Vizemeisterin Sophie Menke (li.) neben Sieger Benedikt Rieckhof und der Drittplatzierten Nadja Kopp. Foto: pr
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