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Hamelner enttäuscht: „Unentschieden wäre gerechter gewesen“ / Box-Gala mit vielen Höhepunkten

Sieg für Dick! Omar Siala explodiert zu spät

Von Rolf Henning Schnell

veröffentlicht am 06.06.2010 um 18:43 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 15:41 Uhr

Boxen. „Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen. Aber der Ringrichter hat leider anders entschieden und meinem Gegner den Sieg gegeben“, konnte der Hamelner Mittelgewichtler Omar Siala seine große Enttäuschung nach der hauchdünnen Niederlage gegen den überraschend starken Euskirchener Viktor Dick nicht verbergen. Vor knapp 600 Zuschauern, die bei der ersten Profibox-Gala im ehemaligen Hallenbad an der Hafenstraße eine stimmungsvolle Kulisse abgaben, boxte der Schützling von Trainer Torsten Knille in den ersten beiden Runden zu verhalten, explodierte dann aber in den Runden drei und vier – und lieferte sich im Schlussdrittel einen offenen Fight mit dem Jura-Studenten, der bisher etwa gleichviel Kämpfe wie der Hamelner bestritten hat. „Wenn man den Kampf von außen wertet, und nicht direkt im Ring, fällt das Urteil oft anders aus“, versuchte Siala seine Niederlage zu begründen – bescheinigte Dick aber dennoch „eine starke Leistung“. Insgesamt zehn Kämpfe, davon zwei Testduelle und einen Promifight, standen auf dem Programm, wobei nicht nur viele namhafte und Ex-Champions durch die Ringseile kletterten. Mit Michael Timm, derzeit Deutschlands erfolgreichster Trainer (Universum Box-Promotion) sowie Ex-Europameister Oktay Urkal saßen auch zwei sehr prominente Sekundanten am Ring und gaben ihren Schützlingen die richtigen Tipps.

Höhepunkte gab es viele, wobei die beiden Mittelgewichtler Gökalp Özekler (Hamburg) und Volcam Savier (Köln) den wohl stilistisch saubersten Kampf ablieferten. Hier brauchte der Ringrichter kaum zu trennen, weil beide Kontrahenten alle Künste effektiver und erfolgsversprechender Boxkunst bewiesen. In der sechsten Runde musste allerdings der von Torsten Knille betreute Mann vom Rhein angeschlagen aufgeben. Ein Genuss für die Zuschauer war auch der Damenkampf, indem sich die deutsche Federgewichts-Meisterin Kira Schnürer (Karlsruhe) mächtig ins Zeug legen musste, um die 18-jährige Debütantin Melanie Wagenführer aus Berlin zu bezwingen. Mitreißend war auch das Duell im Schwergewicht zwischen dem Ex-Amateurweltmeister Christian Hammer (Boxstall Universum) und dem 39-jährigen früheren deutschen Meister Serdar Üsal (Neuwied). In der 4. Runde knockte der Schützling von Michael Timm („Er hat noch eine große Zukunft vor sich“) seinen Gegner aus. Knapper ging es im Hauptkampf des Abends im Cruisergewicht zwischen dem Schweizer Nuri Seferi (33) und Jonathan Pasi (24) aus Euskirchen zu. Die wuchtigen Schläge des Ex-Weltmeisters der GBU aus der Alpenregion zermürbten seinen Gegner, ohne ihn allerdings zu „fällen“. Sein Punktsieg war aber hochverdient. Aus Hamelner Sicht erfreulich der Auftritt von Mahmud Siala in seinem vierten Kampf. Der 19-Jährige besiegte im Supermittelgewicht Andreas Röder (Neuwied) nach einer wahren Ringschlacht knapp nach Punkten und zeigte dabei viel Talent. Mit einem Remis begnügen musste sich Mittelgewichtler Alexander Olischewski, der den Springer Sahin Silo vor den Fäusten hatte.

Viel aufmunternde Zurufe und Applaus bekam auch „Chefkoch“ Enzo Bracciale, der sich im Promikampf keinen Geringeren als den dreifachen Thaibox-Weltmeister Baker Barakat (Euskirchen) ausgesucht hatte. Drei Runden lang stürmte der 53-jährige Hamelner Box-Veteran auf seinen Gegner ein, ohne ihn allerdings ernsthaft zu treffen. „Ich habe ihm einfach eine Möglichkeit gegeben, sich noch einmal zu profilieren, habe mich allein auf die Abwehr der Schläge beschränkt“, so Barakat.

Dass die gelungene Veranstaltung auch einen sozialen Touch hatte, bewies die Versteigerung der goldenen Boxhandschuhe von Weltmeister Vitalij Klitschko, die dieser bei seinem Sieg auf Schalke signiert hatte. Sie gingen für 250 Euro an einen Hannoveraner Boxfan – das Geld an den Verein „Integra“, wie Ringsprecher Roman von Alvensleben verkündete.



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