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2009 war Soner Aslan Halvestorfs Pokal-Held – neun Jahre später steht der Torjäger mit Lachem im Finale

Sein schönster Fallrückzieher

HAMELN-PYRMONT. Es war sein schönster Fallrückzieher: 2009 war Soner Aslan mit seinem Traumtor beim 3:1-Endspielsieg gegen Linden 07 Halvestorfs Pokal-Held – neun Jahre später steht der inzwischen 33 Jahre alte Torjäger wieder im Bezirkspokalfinale. Diesmal mit den SV Lachem.

veröffentlicht am 07.06.2018 um 15:41 Uhr

Ein spektakulärer Fallrückzieher: Soner Aslan erzielte 2009 im Pokalfinale gegen Linden das 2:1 für Halvestorf. Foto: nls
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
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Es war vor fast genau neun Jahren – am 6. Juni 2009. Es war ein Samstagnachmittag und regnete in Strömen. Soner Aslan, der damals noch das Trikot der SSG Halvestorf trug, erinnert sich an diesen Tag noch ganz genau. Das Traumtor, das der damals 24-jährige Torjäger beim ersten Halvestorfer Bezirkspokalsieg im Finale gegen Linden 07 (3:1) schoss, „werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen. Ich habe in meiner Fußball-Karriere viele Tore geschossen, aber das 2:1 im Pokalfinale war mein wichtigstes Tor – und auch das geilste“.

Es war die 57. Minute, als Aslan quer in der Luft lag und in Zlatan-Ibrahimovic-Manier mit einem irren Fallrückzieher den Ball zum zwischenzeitlichen 2:1 in die Maschen des Lindener Tores hämmerte und 07-Keeper Patrick Wegener keine Chance ließ. Es war bis heute eines spektakulärsten Tore in der Geschichte des Hameln-Pyrmonter Fußballs.

Ich habe in meiner Fußball-Karriere viele Tore geschossen, aber das 2:1 im Pokalfinale war mein wichtigstes Tor – und auch das geilste.

Soner Aslan über sein Tor beim Halvestorfer Bezirkspokalsieg 2009

Die über 250 Zuschauer, die damals trotz des Fritz-Walter-Wetters zum Piepenbusch pilgerten und ein hochklassiges Finale sahen, staunten. Selbst die gegnerischen Fans applaudierten, während sich die Halvestorfer jubelnd in den Armen lagen. Mittendrin: Soner Aslan. Alle redeten auf der Tribüne damals über sein Super-Tor, das eine Demonstration aus Körperbeherrschung, Akrobatik, Schusstechnik und Gefühl für Raum und Zeit war.

Dewezet-Sportfotograf Nils Propfen, der zu dem Zeitpunkt in Höhe der Halvestorfer Trainerbank saß, drückte genau im richtigen Moment auf den Auslöser seiner digitalen Spiegelreflexkamera und schoss mit seiner „Canon EOS-1D Mark II N“ sein persönliches Sportfoto des Jahres 2009. „Das war ein echter Volltreffer. Das Bild habe ich immer noch im Fotoalbum“, verrät Aslan und erinnert sich an den Halvestorfer Pokaltriumph zurück, als ob das Spiel gestern gewesen wäre: „Wir lagen früh mit 0:1 zurück. Nach dem 1:1 von Philippe Harms war die Partie wieder völlig offen“, erzählt der sympathische Stürmer mit türkischen Wurzeln. Nach seinem Traumtor zum 2:1 Mitte der zweiten Halbzeit „hat Josef Selensky kurz vor Schluss mit dem 3:1 alles klargemacht“. Was dann folgte, war Party pur.

Bei der Siegerehrung küsste SSG-Kapitän Paul Walz den Pokal und reckte ihn gen Himmel. Und Halvestorfs Coach Ralf Fehrmann, dessen Trainingsanzug vom Regen sowieso schon pitschnass war, bekam von Selensky und Frank Jürgens als Zugabe noch eine Sektdusche verpasst, bevor die Pokalhelden ihren Erfolgstrainer in die Luft warfen. Schöne Erinnerungen, die auch bei Aslan in diesen Tagen wieder wach werden. Denn neun Jahre nach dem Halvestorfer Pokalcoup steht der inzwischen 33 Jahre alte Torjäger am Sonntag (15 Uhr) in Stelingen wieder im Bezirkspokalfinale. Diesmal mit dem SV Lachem. „Ich kann es gar nicht glauben, dass ich das nach so langer Zeit noch einmal erleben darf. Damit hatte ich vor Saisonbeginn gar nicht gerechnet, wenn ich ehrlich bin. Erst nach dem 4:2-Sieg im Viertelfinale gegen TuS Davenstedt war ich mir sicher, dass wir ins Finale kommen können“, so Aslan.

Denn der Vize-Meister der Bezirksliga-Staffel 2 sei echt stark gewesen. „Danach war ich felsenfest davon überzeugt, dass wir an einem guten Tag jeden Gegner in der Landesliga oder Bezirksliga schlagen können.“ Mit dem 5:1-Halbfinalsieg löste Lachem erstmals in der Vereinsgeschichte das Finalticket. Im Endspiel trifft die Elf von Tarik Önelcin am Sonntag auf den TSV Stelingen, der als Tabellenvierter der Bezirksliga-Staffel 2 den Lachemern bestimmt das Leben schwermachen wird. Das sieht auch Aslan so: „Aber wenn wir schon einmal im Finale stehen, dann wollen wir auch den Pokal gewinnen. Das ist doch klar. So eine Chance bekommst du so schnell nicht wieder.“

Einen Favoriten gebe es für ihn nicht: „Im Endspiel stehen die Chancen 50:50. Da wird die Tagesform entscheiden. Wir sind auf jeden Fall top-motiviert und wollen den Pott nach Lachem holen.“ Was Aslan Hoffnung macht, ist die Rückkehr von Lachems Spielmacher Egcon Musliji, der aufgrund einer Knieverletzung zuletzt einige Wochen fehlte: „Egcon ist extrem torgefährlich und ein Spieler, der in so einem wichtigen Spiel den Unterschied ausmachen kann. Wenn Egcon dabei ist, spielen wir gleich eine Klasse besser, selbst wenn er nach seiner Verletzungspause noch nicht topfit sein sollte. Für die Mannschaft ist es wichtig, dass Egcon dabei ist“, sagt Aslan. Der ehemalige Oberliga-Spieler der SpVgg. Preußen Hameln 07, der in den vergangenen zwölf Jahren achtmal den Verein wechselte (u. a. VfL Bückeburg, SC Rinteln, Rot-Weiß Hessisch Oldendorf und Damla Genc), war als Fußballer zwar ein echter Wandervogel, kehrte aber immer wieder zum SV Lachem zurück. 2015 bereits zum dritten Mal, obwohl Aslan in Hannover wohnt. „Ich fühle mich wohl in Lachem. Irgendwie ist mir der kleine Dorfklub ans Herz gewachsen. Wir Spieler haben alle ein super Verhältnis – auch zu unserem Trainer.“ Es sei aufgrund der vielen Verletzungen zwar eine schwierige Saison in der Bezirksliga gewesen: „Aber das hat uns als Mannschaft enger zusammengeschweißt und noch stärker gemacht. Jetzt sind wir heiß aufs Finale!“



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