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DFB-Ehrenamtspreisträger Horst Wiechens trainiert seit 41 Jahren die Juniorenteams im Ostkreisklub

Sein Herz schlägt nur für den TSV Bisperode

Von der Wiege bis zum Tode – TSV Bisperode. Das steht auf dem Fanschal, den Horst Wiechens stolz um den Hals trägt. Wenn der 70-Jährige beim Cappuccino über die schönen alten Zeiten plaudert, könnte man ihm stundenlang zuhören, weil der Bisperoder viele Geschichten zu erzählen hat, die er als Spieler und Trainer miterlebte. Wie er bei einem Spiel einmal einen Zahn verlor, den er im Gras suchte, ist nur eine davon. Sein Herz schlägt für König Fußball, Schalke 04 – und vor allem für seinen Heimatverein, dem er seit 60 Jahren treu ist. Seit 1949 ist der gebürtige Bisperoder Mitglied beim TSV. „Aus dem Verein ausgetreten bin ich nie, auch wenn ich mal für andere Klubs gespielt habe.“

veröffentlicht am 16.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:27 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Schon als kleiner Knirps kickte „Eugen“, wie ihn seine Freunde nennen, für den Ostkreisklub, in dem er groß geworden ist. „35 Jahre habe ich selbst Fußball gespielt, davon einige Jahre in Coppenbrügge und ein Jahr bei Preußen 07.“ Das Trikot des Hamelner Traditionsklubs, wo er zusammen mit „Fokke“ Werner, Seppel Menges und Ernst Wedekorn trainierte, durfte er in der Amateur-Oberliga allerdings nie überstreifen. Viermal pro Woche unter Preußen-Coach Josef „Pepi“ Hyckel zu trainieren, war Wiechens zu viel, „weil ich damals noch kein Auto hatte“.

Trotzdem hat er das Jahr bei Preußen in guter Erinnerung behalten: „Ich habe nämlich 1959 meine Frau Thekla geheiratet, mit der ich in diesem Jahr die goldene Hochzeit gefeiert habe.“

Beide lernten sich 1957 beim Karneval in der Gaststätte „Zur Sonne“ in Bisperode kennen. Die Geburt einer Tochter und eines Sohnes machten das Familienglück perfekt. Heute sind die fünf Enkelkinder, auf die der Opa besonders stolz ist, sein größtes Hobby. „Louis, Carlos und Joschua sind sehr talentiert – Hagen und Tjark haben mit Fußball nicht so viel am Hut.“

Horst Wiechens (hintere Reihe, 3. von rechts) als junger Kicker.

Zu Beginn der sechziger Jahre kehrte Wiechens wieder zurück zum TSV, mit dem er 1962 in die Bezirksklasse auf- und dann wieder abstieg. Weil in Bisperode die Trainingsbeteiligung zu wünschen übrig ließ, entschloss sich Wiechens, damals ein Angebot des MTV Coppenbrügge anzunehmen, wo er sieben Jahre auf Bezirksebene spielte. Danach kehrte der Bisperoder wieder zu seinem Heimatverein zurück: „Ich habe viele Auf- und Abstiege miterlebt.“

Immer wenn „sein“ TSV rief, kam er nach Bisperode zurück. Wenn Not am Mann war, war er zur Stelle und streifte sich das Trikot über. Doch am 7. September 1984 war dann endgültig Schluss. „Nach meinem Abschiedsspiel habe ich nach 35 Jahren meine Fußballschuhe an den Nagel gehängt – für immer.“ Seine alten „Boker“ hängen jetzt im Keller an der Decke – neben Urkunden, Fotos und Medaillen.

Vor 25 Jahren trat Wiechens zwar als Spieler von der Fußballbühne ab, aber in seiner Freizeit coachte er in Bisperode von 1968 bis heute die F- und zuletzt die G-Juniorenteams. „Es waren auch einige Mädchen dabei.“ Zwischendurch zwang den gelernten Maschinenbauer, der seit 1970 für ein Vierteljahrhundert beim BHW arbeitete, ein Arbeitsunfall zwar ein Jahr zu pausieren. Aber nachdem der „alte Hase“ wieder einigermaßen fit war, stand er wieder als Trainer auf dem grünen Rasen. Doch nach 41 Jahren muss Wiechens seine Trainerlaufbahn beenden, „weil ich ein neues Kniegelenk bekommen habe“.

Wie viele Jungen bei ihm das Einmaleins des Fußballs gelernt haben, weiß das TSV-Urgestein nicht. Fest steht: Es waren einige Talente dabei. Von einigen Jungen trainierte er sogar schon die Väter: zum Beispiel Thilo Becker und seinen Sohn Julius. „Julius hat mir sogar einmal eine Entschuldigung geschrieben, weil er schlecht gespielt hatte. Den Zettel habe ich heute noch“, plaudert der langjährige Übungsleiter aus dem Nähkästchen.

Ihm habe das Training mit den kleinen Kickern aus der Pampers-Liga immer sehr viel Spaß gemacht. Für sein ehrenamtliches Engagement bekommt Wiechens nun den Ehrenamtspreis 2009 des DFB. „Diese Auszeichnung hat Horst für sein Lebenswerk mehr als verdient“, betont Vereinschef Andreas Elsner.



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