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Nach Deutschland-Debakel: WM-Tourist Sven Brostedt zieht persönliche Bilanz seiner Russland-Reise

Schön war es trotzdem…

MOSKAU. Zehntausende Fußballfans aus aller Welt strömen jeden Tag in Moskau und den anderen WM-Städten die Straßen und sorgen in den Stadien für super Stimmung. Mittendrin statt nur dabei war auch der Hamelner Sven Brostedt, der bei allen Spielen unserer Nationalelf live im Stadion war – bis zum bitteren WM-Aus.

veröffentlicht am 29.06.2018 um 14:37 Uhr

Russland ist eine Reise wert: WM-Tourist Sven Brostedt ist zwar nach Deutschlands Vorrunden-Aus zwar enttäuscht, aber die schönen Erinnerungen überwiegen. Fotos: privat

Autor:

Sven Brostedt
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Während „Jogis Jungs“ nach dem Vorrunden-Aus schon wieder zuhause sind, ist der Hamelner Sven Brostedt noch in Russland geblieben, um als Tourist Land und Leute kennenzulernen. Für die Dewezet zieht der ehemalige Trainer und Torhüter des ESV Eintracht Hameln seine persönliche WM-Bilanz.

Nachdem ich nun weit über 30 Stunden mit An- und Abreise auf den Beinen war, um mir ein 90-minütiges Desaster unserer Nationalelf anzugucken, habe ich das hochverdiente Ausscheiden noch nicht wirklich verdaut. Nach drei blutleeren Auftritten, darf das Team nach einer kurzen vorgefertigten Entschuldigung an die Fans, nun Ihren Urlaub antreten. Wir alle sind ja nun Bundestrainer und haben sicherlich alle über die erneut geänderte Aufstellung vor dem Spiel gegen Südkorea diskutiert und hätten alles anders gemacht. Aber auch besser?

Diesem Team fehlte aus meiner Sicht von der ersten Sekunde des Turniers der Biss und der Wille. Alles sollte so nebenbei laufen, ohne großen Aufwand. Es gab immer wieder kleine (Brandt, Reus) und „kroose“ Lichtblicke, aber es gab leider sehr, sehr viele Totalausfälle. Nach dem glücklichen Last-Minute-Sieg gegen Schweden, herrschte vor dem letzten Gruppenspiel noch Hoffnung. Leider wurde diese dann vom pomadigen Auftritt zerstört.

Das gemeinsame friedliche Feiern mit den Fans aus aller Welt ist für mich einzigartig und wird mir immer in Erinnerung bleiben.

Sven Brostedt, WM-Tourist aus Hameln

Für mich geht die WM vor Ort in der Fan-Zone oder in der Stadt mit tausenden von anderen Fans aus aller Welt weiter. Die recht strapaziösen Reisen zu den Spielen hätte ich trotzdem gerne auf mich genommen. Das kann ich mir nun ersparen. Ich bin gespannt wann mir die FIFA das Geld für die nun entfallenden Spiele für mein 1500 Dollar teures Team-Follower-Ticket zurück überweist. Zum Abschluss sei noch einmal gesagt, dass die Russen ein hervorragendes Turnier auf die Beine gestellt haben. Schade, dass unser Team nicht mitgespielt hat. Es gab bisher kein von so vielen im Vorfeld heraufbeschworenes Hooligan-Problem und ich denke und hoffe, dass dies auch so bleiben wird. Natürlich ist nicht alles perfekt und könnte besser laufen. Aber wo läuft schon alles perfekt? Das gemeinsame friedliche Feiern mit den Fans aus aller Welt ist für mich einzigartig und wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ich kann jedem nur empfehlen dieses wunderschöne weite Land einmal zu besuchen, um sich selbst mal eine Meinung über Land und Leute zu bilden. Vielleicht können dann viele Vorurteile aufgrund von mangelndem Wissen beseitigt werden.

Aus den Gesprächen mit vielen Menschen aus anderen Ländern war zu hören, dass alle sehr, sehr positiv überrascht von dem Land und den Leuten sind – und sie mussten Ihre Meinung, die sie vorher hatten (zu sehen und hören bekamen) revidieren.

Ich werde mir weiter das Land anschauen und die Atmosphäre genießen. Wer weiß, vielleicht komme ich ja noch irgendwie an eine Eintrittskarte für ein Spiel.



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