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Michaela und Manuela Schostag beenden ihre Karriere beim Handball-Drittligisten Rohrsen

Schluss. Aus. Vorbei.

Hameln. Zwei Tage vor den Sommerferien überraschte der MTV Rohrsen mit einem Donnerschlag. Beim Handball-Drittligisten geht eine Ära zu Ende, denn der MTV muss künftig ohne Torhüterin Michaela Schostag und Torjägerin Manuela Schostag auskommen.

veröffentlicht am 22.07.2015 um 18:01 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

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„Wir haben in Rohrsen zwölf Jahre gespielt. Jetzt schmerzt der Körper, und irgendwann ist es auch mal zu viel“, gab die 33-jährige Torhüterin zu. „Schon in der letzten Saison haben wir immer wieder auf die Zähne gebissen, und im Abstiegskampf war einfach keine Pause möglich.“ Bei der Mannschaft von Trainer Frank Käber stand der Rückzug der beiden Schwestern übrigens schon seit dem Saisonende fest. „Nach dem Relegationsspiel gegen Altlandsberg haben wir es Frank und der Mannschaft mitgeteilt“, sagte Michaela. Die Reaktion des geschockten Trainers hat sie nicht vergessen: „Der musste erst zweimal schlucken.“ Mit der frühen Entscheidung ist beim MTV Rohrsen übrigens niemand hausieren gegangen. Bis gestern blieb der sportliche Rückzug des Schostag-Duos im Hohen Feld unter dem Deckel.

Eine Rückkehr ins Drittliga-Team schließen Michaela und ihre zwei Jahre jüngere Schwester Manuela unisono aus: „Im Moment steht Handball bei uns überhaupt nicht zur Debatte. Drei, oft auch viermal Training in der Woche und die Spiele am Wochenende waren zeitlich schon ein riesiger Aufwand, unter dem auch das Privatleben gelitten hat. Und immer wieder hundert Prozent zu geben, geht einfach nicht mehr.“ Die Entscheidung ist den Handball-Schwestern zwar megaschwer gefallen, war aber konsequent.

Im Hohen Feld werden die beiden Urgesteine des Rohrsener Frauenhandballs auch weiterhin bei den Drittliga-Spielen vorbeischauen. „Da werden wir die Mannschaft aus der ersten Reihe anfeuern“, verriet die Ex-Torhüterin. „Nur auswärts muss der MTV ohne unsere Unterstützung auskommen. Berlin ist zwar immer eine Reise wert, aber für uns künftig bestimmt nicht mehr wegen eines Handballspiels.“ Ein eventueller Vereinswechsel ist für Manuela und Michaela Schostag übrigens nie ein Thema gewesen: „Wir bleiben dem MTV weiterhin treu.“ Vielleicht glimmte gerade deshalb bei Rohrsens Vereinschef Jan Koß immer noch ein Fünkchen Hoffnung, dass die beiden langjährigen Leistungsträgerinnen doch noch eine Saison dranhängen könnten. Doch jetzt ist das Ende ihrer Karriere Realität geworden. Deshalb müssen der Trainer, Vereinschef Koß und Spartenleiter Thomas Niepelt in Sachen Neuzugänge bis zum Saisonauftakt am 19. September – dann kommt der HSV Marienberg ins Hohe Feld – noch einmal Vollgas geben, um die Lücken zu schließen. „Wir sind spät dran“, gab Jan Koß zu. Auch der bereits vor fünf Wochen angekündigte Neuzugang der Montenegrinerin Aida Dorovic ist längst noch nicht unter Dach und Fach. „Da sind von ihr selbst noch einige Dinge zu klären, die wir als Verein nicht lösen können“, nannte Koß als Grund.



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