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Preußen-Chef von Alvensleben mit Galgenhumor / „Endspiel“ gegen Ramlingen ohne Stellmacher

Sargnägel rostig – aber Hoffnung stirbt zuletzt

Von Andreas Rosslan

veröffentlicht am 27.05.2010 um 18:20 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:41 Uhr

Fußball. Roman von Alvensleben ist zurzeit ein gefragter Mann. Der Vereinsvorsitzende von Preußen Hameln 07 muss fast täglich Journalisten gegenüber Wasserstandsmeldungen geben, wie es um die Zukunft des hochverschuldeten Hamelner Traditionsklubs bestellt ist. Entwarnung kann der Preußen-Chef aber immer noch nicht geben. In den vergangenen Tagen führte von Alvensleben Gespräche mit einigen möglichen Sponsoren – bisher allerdings ohne Erfolg. „Ein Koffer mit Bargeld wurde mir bisher noch nicht übergeben“, sagt von Alvensleben mit einer Prise Galgenhumor. Die Hoffnung hat er aber trotzdem noch nicht aufgegeben. „Wir wollen den Verein erhalten“, sagt der 07-Boss, der sich der Tradition des Klubs verpflichtet fühlt. Gemeinsam mit Preußen-Präsident Wolfgang Dammeier versucht von Alvensleben, die drohende Pleite zu verhindern. Der Verein plagt sich seit Jahren mit einem Schuldenberg in sechsstelliger Höhe herum. Die Altlasten (rund 140 000 Euro) sind zwar nicht mehr so hoch wie vor knapp einem Jahr. Aber trotzdem droht das Aus, wenn der Verein die finanziellen Probleme nicht endlich in den Griff bekommt.

„Es sind die gleichen Sargnägel wie früher, die jetzt zu rosten beginnen.“ Die 35 000 Euro, die die Freundschaftsspiele gegen Hannover 96 und Fortuna Düsseldorf in die leere Vereinskasse spülen sollten, fehlen an allen Ecken und Enden. Preußen hat zwar die Lizenz für die eingleisige Oberliga beantragt, aber noch nicht erhalten. Der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) hatte den Verein aufgefordert, die Liquiditätsplanung nachzubessern. Diese werde jetzt von einem Wirtschaftsprüfer unter die Lupe genommen. „Wir haben die Frist eingehalten. Jetzt müssen wir die Entscheidung abwarten.“

Für die von Kai Oswald gecoachten Oberligakicker, „die seit Monaten ohne zu murren auf ihr Geld warten“, steht morgen (16 Uhr) im Weserbergland-Stadion das Alles-oder-Nichts-Spiel gegen den SV Ramlingen an, der das Hinspiel 4:1 gegen die Oswald-Elf gewann. Für beide Teams geht es um die Wurst. Für die Preußen, die zurzeit Elfter sind, zählt im Kampf um einen Relegationsplatz nur ein Sieg. „Wir müssen die Partie unbedingt gewinnen, um auf der sicheren Seite zu sein“, weiß auch Oswald. Ein Remis wäre für 07 zu wenig, wenn der Tabellen-Zwölfte SC Langenhagen gegen den bereits feststehenden Absteiger VfL Bückeburg gewinnen sollte. Auch das Team aus Ramlingen muss aufpassen: Sollte der Tabellen-Achte in Hameln verlieren, könnte Ramlingen noch auf den Relegationsplatz abrutschen, wenn der VfL Osnabrück II das Nachholspiel in Rehden gewinnen sollte. Ein Unentschieden würde der Mannschaft um Kapitän Artur Smiatek für die direkte Qualifikation zur eingleisigen Oberliga reichen.

Beim „Endspiel“ gegen Ramlingen muss Oswald auf seinen Abwehrchef Bastian Stellmacher verzichten, der sich im Training einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog. Für Stellmacher wird entweder Martin Eickenscheidt oder Nick Pyka in die Startelf rücken. Auch Sebastian Schmidt, der sich beim Osnabrück-Spiel verletzte, und Dominic Meyer (Bänderriss) werden gegen Ramlingen nicht dabei sein.



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