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Marahrens macht Druck / Perfekt: Rolf Schünemann übernimmt den Neuaufbau bei Preußen

Rücktritt gefordert! 07-Vorstand im Kreuzfeuer

Von Roland Giehr

veröffentlicht am 03.06.2010 um 09:01 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:21 Uhr

und Klaus Frye

Fußball. Der Insolvenzantrag ist gestellt – jetzt beginnt bei Preußen Hameln 07 auf der Suche nach den Schuldigen die Schlammschlacht. Wer hätte es auch anders erwartet? Mittendrin im Kreuzfeuer stehen der 1. Vorsitzende Roman von Alvensleben und sein Vize Roman Klodnyckyj. „Das Umfeld fordert unseren Kopf“, macht Klodnyckyj deutlich und meint damit in erster Linie Berater Axel Marahrens sowie Teile aus der Mannschaft des Oberliga-Absteigers. Ungeachtet dessen machte der Vorstand gestern Nägel mit Köpfen und einigte sich per Handschlag mit dem neuen Trainer Rolf Schünemann. „Ich will nur helfen und sehe das natürlich auch als Chance“, erklärte der 43-Jährige. Wohlgemerkt, der ehemalige Toptorjäger macht den Job vorerst ohne Salär. „Ich werde mich jetzt so schnell wie möglich mit der Mannschaft treffen und mein Konzept vorstellen“, will der neue Preußen-Coach keine Zeit verlieren.

Im Hintergrund hatte Marahrens zuvor mächtig Wirbel gemacht. „Wenn der Vorstand zurücktritt, besteht vielleicht noch die Möglichkeit, ein konkurrenzfähiges Team für die Landesliga zu stellen“, hatte er gefordert. Selbst einen Wiedereinstieg von Oswald hielt er nicht für ausgeschlossen. Doch Oswald hatte schon mehr als deutlich gemacht, dass er nicht mehr zur Verfügung steht. Torjäger Benjamin Belka hat das Kapital Preußen Hameln 07 bislang jedoch noch nicht abgeschlossen. Aber auch er war der Meinung: „Der Vorstand muss zurücktreten. Sonst hat sich die Sache für uns erledigt. Und wenn Kai Oswald weiterhin Trainer bleibt, würden einige Spieler den Verein bestimmt nicht verlassen.“ Das Trainerthema hat sich aber nun mit der Verpflichtung von Rolf Schünemann erledigt. Auch für Kapitän Bastian Stellmacher, der wegen seiner anstehenden Diplomarbeit die nächsten Monate vorrangig in Bayreuth verbringen wird, ist der amtierende Vorstand momentan ein rotes Tuch. „Wir sind alle bitter enttäuscht, eine weitere Zusammenarbeit dürfte sehr schwierig werden“, macht der dienstälteste Preuße klar. Den Verein wechseln wird er aber vorerst nicht: „Ich bin fast ein halbes Jahr nicht in Hameln, da macht es keinen Sinn.“

Der 2. Vorsitzende Klodnyckyj sieht sich indes nicht in der Rolle des Sündenbocks, ebenso auch von Alvensleben nicht. „Wir haben keinen verarscht, sondern von Beginn unserer Amtszeit mit offenen Karten gespielt. Unter anderem haben wir schon frühzeitig eine Gläubigerversammlung einberufen und versucht, die Dinge in den Griff zu bekommen. Doch jetzt geht nichts mehr“, stellt er fest. Die Last der Altlasten, Klodnyckyj spricht von 138 000 Euro, der ehemalige Vorsitzende Henner E. Kerl „nur“ von 65 000 Euro, war nicht mehr zu wuppen. Daran ändern auch die Gastspiele der Bundesligisten Wolfsburg, Hannover 96 und Fortuna Düsseldorf nichts, denn die Einnahmen fielen wesentlich geringer aus als erwartet.

Auf den neuen Trainer Rolf Schünemann wartet bei Preußen 07 jede Menge Arbeit. Foto: nls

Laut Klodnyckyj war es dagegen schon haarsträubend genug, was der nicht mehr amtierende Vorstand anscheinend unter Buchführung verstand. „Da kamen plötzlich reihenweise Schuhkartons voll Rechnungen. Da musste man sich erst einmal zurechtfinden. Ich habe dann fast nur Mahnbescheide bearbeitet“, lässt er durchblicken. Aus seiner Sicht war der Insolvenzantrag nun die einzige Möglichkeit, als Verein vielleicht irgendwann wieder einmal Boden unter die Füße zu bekommen. „Gleichwohl klebe ich nicht an meinem Posten. Wenn es einer besser kann, dann soll er kommen. Nur jetzt müssen wir dieses Verfahren erst durchziehen“, will er im Falle eines Falles aber nicht im Wege stehen.



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