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Während es in Hehlen noch einige Talente gibt, fehlt in Hameln der männliche Turnernachwuchs

René Kluge ist der kleine Herr der Ringe

Von Rolf Henning Schnell

veröffentlicht am 23.06.2010 um 14:52 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:41 Uhr

und Andreas Rosslan

Turnen. „In Hameln hat sich in den vergangenen Jahren das Turnen leider zum Mädchensport entwickelt“, betont Nicole Vollerthun. Auch die Erfolge von Fabian Hambüchen, der 2007 Weltmeister am Reck wurde und 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking Bronze holte, hätten daran nichts geändert. „Beim Kinderturnen ist zwar ab und zu mal ein Junge dabei. Das ist aber eher die Ausnahme“, erzählt die Trainerin des VfL Hameln. Die wenigen talentierten Jungs, die es gibt, trainieren im von Hameln knapp 20 Kilometer entfernten Hehlen. Einer von ihnen ist Renè Kluge – der kleine Herr der Ringe. Salti und Flickflacks gehören für den elfjährigen Turner des TC Jahn Hehlen, der vor wenigen Tagen in seiner Altersklasse bei der Landesmeisterschaft in Celle die Silbermedaille im Pflicht-Sechskampf holte, zum ganz normalen Trainingsalltag. „René ist ein ganz großes Talent“, schwärmt sein Trainer Dirk Lienig, der den Realschüler seit sechs Jahren trainiert. „Wenn René weiter so trainingsfleißig ist, kann er auch in den nächsten Jahren auf Landesebene ganz oben mitmischen.“ Das glaubt auch Renés Vater Eugen, der zwar selbst kein gelernter Turner ist, aber extra seines Sprösslings zuliebe die Trainer-C-Lizenz erworben hat. Beim Training und beim Wettkampf steht der Vater aber nicht nur seinem Sohn zur Seite. Er kümmert sich in Hehlen auch um die anderen Jahn-Turner. Renés großes Idol ist übrigens Fabian Hambüchen. Wenn der 26-Jährige aus Wetzlar sein Feuerwerk mit unzähligen Höchstschwierigkeiten abbrennt, dann sitzt der Elfjährige wie gebannt vor dem Fernseher. „Ich hoffe, dass ich eines Tages auch einmal so gut werde wie er.“

Dass der Fünftklässler in der Schule keine Eins im Sport hat, sondern „nur“ eine Zwei, ist für ihn nicht so tragisch. Im Schulsport hat er bisher noch nicht alles zeigen können, was er kann. René ist nicht nur ein talentierter Turner, sondern auch ein guter Breakdancer. Doch das Tanzen zu Hip-Hop-Musik „mache ich nur so zum Spaß“. Für ihn steht das Turnen an erster Stelle. Besonders gerne macht er die Übungen am Boden und Barren: „Da bekomme ich meistens auch die höchsten Wertungen.“ Mit den Ringen hat sich René noch nicht so angefreundet: In luftiger Höhe tut er sich im Training oft schwer. Aber im Wettkampf klappt es meistens ganz gut. Auch für das Trampolinturnen hat er seine Leidenschaft entdeckt. Den Doppelsalto vorwärts beherrscht er schon aus dem Effeff.



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