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Manager des Oberligisten VfL Hameln geht davon aus, dass Hajo Wulff auch in der nächsten Saison Trainer bleibt

Ralf Krone: Rücktrittsgerüchte sind „absoluter Quatsch!“

Handball. Immer wieder kursieren Gerüchte über den Oberligisten VfL Hameln rund um die Sporthalle Nord. Trainer Hajo Wulff soll nach der peinlichen Heimpleite gegen Burgdorfs Bundesligareserve in der Kabine seinen Rücktritt angeboten haben. Es wird auch gemunkelt, dass das Team auseinanderbricht, wenn der finanziell nicht gerade auf Rosen gebettete VfL den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga nicht schaffen sollte. Vor dem Heimspiel gegen den MTV Vorsfelde (Samstag, 19.15 Uhr) sprach unser Mitarbeiter Jürgen Kohlenberg mit Manager Ralph Krone über die Situation beim Tabellenzweiten.

veröffentlicht am 12.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 10:21 Uhr

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Herr Krone, mit Platz zwei nach der Hinrunde dürften Sie als Titelfavorit nicht zufrieden sein, oder?

Moment mal. Uns war durchaus klar, dass wir nicht so einfach durchmarschieren. Auch ein Oberligaspiel muss man erst einmal gewinnen. Die Gegner sind gerade gegen uns als Titelfavorit Nummer eins immer besonders motiviert. Mit sieben Minuspunkten nach der Hinrunde können wir aber insgesamt ganz gut leben. Ärgerlich ist nur, dass wir die Punkte ausgerechnet alle in eigener Halle abgegeben haben. Ich hoffe, dass wir unsere Geschenke für die Saison verteilt haben.

Was war der Grund dafür, dass in eigener Halle die Punkte verschenkt wurden?

Der Schlendrian wurde bestraft. Die Mannschaft muss endlich begreifen, dass sie auch gegen vermeintlich schwächere Mannschaften aggressiv zur Sache gehen muss.

Dass Lehrte zurzeit einen Punkt vor dem VfL steht, stört Sie nicht?

Klar wäre es schön gewesen, wenn wir nach der Hinrunde Erster gewesen wären. Aber abgerechnet wird erst zum Schluss! Für uns ist jetzt jedes Spiel ein Endspiel.

Stimmt es, dass Trainer Hajo Wulff nach der Heimniederlage gegen Burgdorf II in der Kabine der Mannschaft seinen Rücktritt angeboten hat?

Nein. Das ist absoluter Quatsch!

Auch die nach außen kolportierte Harmonie im Team soll Risse bekommen haben. Stimmt die Chemie nicht mehr?

Auch das kann ich ganz klar verneinen. Da versuchen vermutlich nur irgendwelche Neider von außen, uns Unruhe anzudichten. Nach dem Abstieg hatten viele Spieler Angebote von anderen Vereinen. Dort hätten sie sogar richtig gutes Geld verdienen können. Bei uns spielen alle für null. Trotzdem sind alle bei uns geblieben, weil die Mannschaft so eine verschworene Gemeinschaft ist. Wir sind wie eine große Familie. Ich kann nur sagen, was bei uns und auch bei den VfL-Basketballern in Sachen Zusammenhalt abgeht, sucht sicher seinesgleichen. Da können sich ganz viele eine dicke Scheibe von abschneiden. Das verdient Respekt und Anerkennung.

Sie befürchten also nicht, dass die Mannschaft auseinanderfällt, wenn der VfL den direkten Wiederaufstieg nicht schafft?

Da am Ende nur der Meister aufsteigt, ist der Aufstieg sowieso nicht zu 100 Prozent planbar. Insofern laufen unsere Planungen ohnehin zweigleisig. Bei Trainer Hajo Wulff stehen die Zeichen nicht schlecht, dass er weitermacht – unabhängig davon, ob wir aufsteigen oder nicht. Und auch von den wichtigsten Spielern haben wir schon positive Signale erhalten. Bis März wollen wir alles in trockenen Tüchern haben.

Es wäre für Sie also kein Beinbruch, wenn es am Ende der Saison für den VfL nicht reicht?

Der Aufstieg ist unser Ziel. Wir werden alles daransetzen, das Ziel auch zu erreichen. Sportlich ist die 3. Liga zwar interessant. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es dagegen völlig egal, ob wir in der höheren Spielklasse spielen oder nicht. Wir werden auch nächste Saison voraussichtlich keine Gehälter zahlen können. Deshalb wollen wir an unserem Konzept, weiter auf die eigene Jugend zu setzen, festhalten.

Weil sich das Niveau der neuen 3. Liga durch die Handball-Reform verbessern wird, müsste sich der VfL verstärken, um überhaupt eine Chance zu haben, oder?

Ich denke schon – aber noch ist es ja längst nicht soweit. Der Vorteil ist, dass unsere jungen Spieler wie Torben Höltje oder Rasmus Meier in der Oberliga Spielanteile bekommen haben, die sie in der Regionalliga vielleicht in diesem Umfang nicht bekommen hätten. So konnten sie sich besser weiterentwickeln. Die Spieler wachsen ja auch mit ihren Aufgaben. Sie hätten es sich verdient, eine Klasse höher zu spielen. Unsere Nachwuchsspieler haben große Fortschritte gemacht. Sie sollen auch in Zukunft ihre Spielanteile bekommen, damit sie in ihrer Entwicklung den nächsten Schritt machen können. Das macht Hajo Wulff sehr gut. Was mögliche Verstärkungen für die neue Saison angeht, ist noch nichts spruchreif. Fest steht: Es macht nur Sinn, einen Spieler zu holen, der uns sportlich nach vorne bringt. Mitläufer brauchen wir nicht.

Die Bundesliga-Zeiten gehören in Hameln der Vergangenheit an.

Das macht sich vor allem bei der Suche nach neuen Sponsoren bemerkbar. Es ist schon schwierig, Unternehmen für Ober- oder Regionalliga zu begeistern. Aus finanzieller Sicht sind wir aktuell in der richtigen Liga.

Welche Rolle spielt die Jugendarbeit in finanziell klammen Zeiten?

Wir haben über die ganze Zeit an unserer Linie festgehalten und junge Spieler in die Mannschaft integriert. Das soll auch so bleiben. Gerade im C- und D-Jugendbereich wächst bei uns durch die erstklassige Arbeit von Roland Schwörer wieder etwas heran.

Welche Auswirkungen hatte der Abstieg auf das Zuschauerinteresse?

Erfreulich ist, dass wir jetzt sogar mehr Besucher haben, weil wir um den Titel mitspielen und es mehr Derbys gibt.

„Die Mannschaft muss endlich begreifen, dass sie auch gegen vermeintlich schwächere Mannschaften aggressiv zur Sache gehen muss“: Im Dewezet-Interview spricht VfL-Manager

Ralf Krone Klartext.

Foto: jko



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