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Fehrmann wird Halvestorf verlassen

Quo vadis, SSG? Der Trainer geht, Probleme bleiben

Von Andreas Rosslan

veröffentlicht am 03.05.2010 um 17:27 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 18:41 Uhr

Fußball. Quo vadis, SSG Halvestorf? Fest steht, dass Trainer Ralf Fehrmann den Bezirksligisten am Saisonende verlassen wird. Aber wie geht es am Piepenbusch weiter? Das weiß zurzeit niemand so genau. Auch Frank Nowak nicht. Der stets gut informierte Jugendkoordinator des Vereins war sich am Sonntag kurz vor dem Bezirksliga-Topspiel gegen den TSV Barsinghausen gar nicht mehr so sicher, ob Fehrmann überhaupt noch Trainer ist. Weil die Gerüchteküche brodelte, erkundigte sich Nowak vorsichtshalber direkt bei SSG-Manager Frank Jürgens, ob der Trainer zurückgetreten oder entlassen worden sei. Nowak war nämlich etwas irritiert, weil er den Trainer vermisste. Und das kurz vor so einem wichtigen Spiel. Während die Piepenbuschkicker um Kapitän Patrick Schiermeister schon zum Aufwärmen auf dem grünen Rasen ihre Runden liefen, war eine Viertelstunde vor Spielbeginn von Fehrmann noch nichts zu sehen. Doch als der Coach dann plötzlich auftauchte, verstummten auch auf der Tribüne die Rücktrittsgerüchte.

Nach dem Spiel verkündete Fehrmann zwar seinen Abschied zum Saisonende. Vorzeitig das Handtuch werfen möchte der ehrgeizige Coach aber nicht. „Wenn ich darf, mache ich weiter“, betonte Fehrmann, der sich am liebsten als Meister und Pokalsieger aus Halvestorf verabschieden möchte. Es ist schon kurios. Obwohl die SSG nach dem 3:1-Sieg gegen Barsinghausen Tabellenführer ist, hat der 46-jährige Coach in Halvestorf keine Zukunft mehr. Warum eigentlich?

Die sportliche Bilanz von Fehrmann kann sich sehen lassen. In der vergangenen Saison wurde Halvestorf immerhin Bezirkspokalsieger. Als „Vize“-Meister verpasste die SSG allerdings erneut den erhofften Aufstieg in die Bezirksoberliga. In diesem Jahr sind die Titelchancen durch den Erfolg gegen den von Carlo de Cosmo gecoachten Tabellenzweiten aus Barsinghausen enorm gestiegen. Die SSG, die ein Spiel weniger auf dem Konto hat als Barsinghausen, hat sich Platz eins zurückerobert. Jetzt kann Halvestorf aus eigener Kraft Meister werden. Was will man mehr?

Trotzdem rumort es seit einigen Monaten hinter den Kulissen. Die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer soll schon länger nicht mehr stimmen. Während einer Krisensitzung im März sollen sich einige Spieler über den rauen Umgangston von Fehrmann beschwert haben. Auch seine Trainingsmethoden sollen kritisiert worden sein. Das hört man jedenfalls. Fakt ist, dass einige Kicker wie Soner Aslan, Roman Sfalanga, Varinder Singh, Andrej Gljanz, Mehmet Mustafa und Alper-Samet Alco entweder von selbst die Flucht ergriffen haben oder aussortiert wurden. Der Kader ist inzwischen so stark geschrumpft, dass mit Christopher Liebal und David Bach zwei Talente quasi eine Stammplatzgarantie haben – mangels Alternativen.

Im Hinblick auf die nächste Saison wird die Mannschaft ein völlig neues Gesicht bekommen. Steve Diener wechselt zur SpVgg. Bad Pyrmont. Johannes Sfalanga wird Spielertrainer beim SSV Königsförde. Schiermeister, Hau, Günzel, Bock, Selensky und noch einige andere sind ebenfalls bei anderen Klubs im Gespräch. Zurzeit ist Jürgens gerade dabei, die Trainerfrage zu lösen. Mit Marc Dühring (BW Tündern), Uwe Holste (TB Hilligsfeld), Michael Söchting (Eintracht Afferde), Markus Wienecke (TSG Emmerthal) und Henning Schulz, der zuletzt beim Bezirksoberligisten 1. FC Wunstorf das Handtuch warf, hat der SSG-Manager angeblich schon gesprochen. Drei der fünf genannten Kandidaten sollen ihm schon einen Korb gegeben haben. Milan Rukavina, der früher selbst in Halvestorf spielte und zurzeit vereinslos ist, scheint bei der SSG kein Thema zu sein. Nach seinem Rücktritt in Tündern gönnte sich Rukavina erst einmal eine Auszeit: „Ich hätte zwar wieder Lust, einen Trainerjob zu übernehmen. Aber mit Halvestorf hat es keine Gespräche gegeben.“

Nach der Saison ist Schluss: Trainer Ralf Fehrmann und die SSG Halvestorf gehen bald getrennte Wege.

Foto: nls



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