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Neuanfang beim Hamelner Traditionsklub nur ohne Dammeier und von Alvensleben möglich / Ex-Coach verteidigt Stellmacher und Co.

Preußen-Vorstand soll zurücktreten! Jetzt redet Kai Oswald Tacheles

Von Andreas Rosslan

veröffentlicht am 04.07.2010 um 20:08 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:50 Uhr

Fußball. „Die Ratten verlassen das sinkende Schiff!“ Als Kai Oswald dieses Zitat von Roman von Alvensleben am Samstag in unserer Zeitung las, trieb es dem Ex-Coach von Preußen Hameln 07 die Zornesröte ins Gesicht: „Das ist eine absolute Frechheit! Als Vereinsvorsitzender sollte Roman sich vorher genau überlegen, was er sagt. Solche Äußerungen sind niveaulos!“

Zwei Stunden redete der Ex-Coach gestern im kleinen Kreis Tacheles. Sowohl mit Preußen-Präsident Wolfgang Dammeier, der erst halbherzig auf Sponsorensuche ging, als es schon fünf vor zwölf war, als auch mit dem zurzeit etwas überfordert wirkenden Vereinsvorsitzenden Roman von Alvensleben ging Oswald hart ins Gericht: „Wenn man Preußen Hameln noch eine Chance geben will, muss der komplette Vorstand zurücktreten!“ Unter den jetzigen Voraussetzungen mache es aus seiner Sicht keinen Sinn, den hoch verschuldeten Traditionsverein künstlich am Leben zu halten. Dammeier, von Alvensleben und Co. sollten durch ihren Rücktritt endlich den Weg für einen Neuanfang freimachen.

Dass die alte Oberligamannschaft komplett auseinandergebrochen ist, sei völlig unnötig gewesen. Das meint jedenfalls der bisherige Co-Trainer Ansgar Stelzer: „Die Spieler haben Preußen nicht wegen der Kohle verlassen, sondern weil sie kein Vertrauen mehr in den Vereinsvorstand haben.“ Und Oswald ist sogar felsenfest davon überzeugt, dass bis zu zwölf Spieler bei 07 geblieben wären, wenn man mit ihnen persönlich gesprochen hätte: „Das war aber nicht der Fall. Kontakt gab es nur per Telefon, Facebook oder SMS.“

Mächtig angefressen ist Oswald, der bereits seine Konsequenzen zog und aus dem Verein austrat, weil von Alvensleben die ehemaligen Oberligaspieler von 07, die inzwischen alle den Verein verlassen haben, in der Öffentlichkeit als raffgierige Söldner abstempelt, denen es angeblich nur ums Geld ging. „Das ist unverschämt! Die Spieler haben alles aus eigener Tasche bezahlt.“ Als Dank dürften sie sich jetzt den Vorwurf gefallen lassen, den Verein im Stich gelassen zu haben. Darüber ist auch Bastian Stellmacher stinksauer: „Das ist absoluter Blödsinn!“ Maßlos ärgert sich der Ex-Kapitän darüber, dass vom 07-Boss der Eindruck erweckt wird, dass er geldgierig sei. „Ich bin Student und brauche das Geld. Ich habe keine Lust, meine Eltern anzupumpen.“ Seinem ehemaligen Abwehrchef stärkt Oswald jedenfalls den Rücken.

In Stellmachers Ohren müssten von Alvenslebens Worte („Ihnen ging es nur ums Geld.“) wie Hohn klingen. „Einige Spieler haben sogar extra einen kleinen Kredit aufgenommen, um die Saison vernünftig zu Ende spielen zu können“, so Oswald. Und auch die Mannschaftskasse sei geplündert worden, um den Spielern, von denen einige schon ein Minus auf dem Konto hatten, etwas Spritgeld zu geben, damit sie überhaupt zum Training kommen konnten. Weil dem Verein das Wasser bis zum Hals stand, hätten sich Stellmacher und Co. immer wieder vom Vereinsvorstand vertrösten lassen – bis zum Schluss.



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