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Von Alvensleben: „Bei Insolvenz spielen wir in der Landesliga weiter“ / Frist beim NFV läuft am Donnerstag ab

Preußen auf Geldsuche – aber es gibt auch noch Plan B

Von Roland Giehr

veröffentlicht am 24.05.2010 um 18:03 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:41 Uhr

Fußball. Sein oder nicht Sein – darf Oberligist Preußen Hameln tatsächlich noch auf eine Rettung in letzter Minute hoffen? Die Zeit dafür wird jedenfalls knapp. Genauer gesagt am Donnerstag um 24 Uhr schlägt schon erstmals die Stunde der Wahrheit. Hat der von der Insolvenz bedrohte Traditionsklub bis dahin nicht eine stark verbesserte Liquiditätsplanung beim NFV eingereicht, dann wird das nichts mit der Lizenz für die künftige eingleisige Liga, selbst wenn die Oswald-Elf die sportliche Qualifikation schaffen sollte. Und kurioserweise ist gerade die nach dem 4:4 der Preußen beim VfL Osnabrück II und den gleichzeitigen Patzern der Konkurrenz immer noch möglich. Platz neun und zehn, und damit die Relegation, sind in greifbarer Nähe. Vorausgesetzt, im letzten Heimspiel am kommenden Samstag (16 Uhr) gelingt ein Sieg gegen SV Ramlingen/Ehlershausen. Wie die verzweifelte Geldsuche von der Vereinsführung noch im Eiltempo gewuppt werden soll, rückt allerdings schon haarscharf in die Nähe eines Wunders. Gleichwohl lässt der Hamelner Vorstand nichts unversucht und fährt bei seinen Bemühungen um eine vollere Kasse zweigleisig. Während Präsident Wolfgang Dammeier heute potenzielle Sponsoren und Gläubiger vor Ort zu einer Bestandsaufnahme bittet, begibt sich Roman von Alvensleben auf „Dienstreise“ nach Hannover. Dort spricht der 1. Vorsitzende bei Conti und VW vor. In der Hoffnung, dass dort auch etwas Zählbares dabei herausspringt. „Die Signale im Vorfeld waren durchaus positiv“, macht sich der 07-Chef Mut. Ginge aber tatsächlich alles den Bach hinunter, gibt es in Hameln aber auch einen Plan B. „Preußen wird es auch weiterhin geben. Dann spielen wir künftig eben im Rahmen eines Insolvenzplanungsverfahrens in der Landesliga und versuchen uns hier wieder zu konsolidieren. Ein eventueller Rückzug in die Leistungsklasse ist jedenfalls kein Thema“, macht Roman von Alvensleben deutlich.

Mit welchem Personal er die 6. Liga dann in Angriff nehmen möchte, ließ er allerdings noch offen. Fakt ist jedoch: Sollte Kai Oswald, der immerhin einen Fünfjahresvertrag bei 07 besitzt, den Neuaufbau in die Wege leiten wollen, bliebe er auch als Trainer erste Wahl. Der 38-Jährige wollte sich indes noch nicht wirklich auf ein weiteres Engagement festlegen.

Vielmehr sieht er sich bei dem ständigen Gerangel um eine stabile finanzielle Basis stark in seiner sportlichen Arbeit eingeschränkt. „So geht es doch nicht weiter. Die Mannschaft tut und macht und muss immer ewig auf ihre Aufwandsentschädigungen warten. Ist das nicht endlich alles im Vorfeld geregelt, macht es keinen Sinn“, spricht er Klartext. Selbst in Osnabrück ließ sich sein Team nicht hängen und rettete durch Benjamin Belkas (89.) zweiten verwandelten Elfmeter noch einen Zähler. Zuvor hatte er bereits in der 50. Minute zum 3:2 getroffen. Nick Pyka (17.) und Kastriot Hasani (21.) waren ebenfalls erfolgreich. Auf Osnabrücker Seite zählten die Treffer von Falk (7./65.), Leimbrink (34.) und Beermann (69.).

Preußen 07: Bengt Pyka - Hilker, Klimke, Stellmacher, Nick Pyka (67. Eickenscheidt) – Boateng, Lopez-Peralta, Sebastian Schmidt, Hasani (70. Deck) – Belka, Jermakowicz (46.Sillah).

Für 07 auf Geldsuche: der 1. Vorsitzende Roman von Alvensleben und Präsident Wolfgang Dammeier (rechts).

Foto: aro



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