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Ex-Tünderaner prangert Entwicklung im Tischtennis an

Ovtcharov übt Generalkritik

Berlin. „Ich möchte durch meine Kritik aufrütteln.“ Und das ist Tünderns Tischtennis-Idol Dimitrij Ovtcharov mit seinem F.A.Z.-Interview auch gelungen. Dort hat der Europameister das Schattendasein seines Sports trotz der großen Erfolge deutscher Spieler beklagt und die fehlende Entwicklung angeprangert.

veröffentlicht am 30.12.2015 um 14:44 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

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Tischtennis sei den großen Sportarten nicht näher gerückt, so Ovtcharov. „Ich denke, wir stehen in Europa da, wo wir vor zehn Jahren auch waren.“ Der Olympia-Dritte sprach von teils nicht nachvollziehbaren Regeländerungen bei Belägen und Bällen. „Nichts davon macht den Sport für den Zuschauer attraktiver. Und mit den neuen Plastikbällen haben wir sogar große Schwierigkeiten, weil die Qualität von vielen Herstellern nicht so gut ist.“

Der 27-Jährige bemängelte zudem schlecht organisierte Turniere, die den Sport abwerten würden, und zurückgehende Preisgelder. „Es ist einfach unbefriedigend, dass ich bei den größten Turnieren mindestens Dritter werden muss, um die Kosten zu decken. Normalerweise müsste ich sagen, ich spiele kein Pro-Tour-Turnier mehr.“ Andere Spieler würden sogar drauflegen, um sich für Sponsoren oder Ausrüster oder Vereine interessant zu machen.

„Wenn wir die Bälle verbessern könnten, Chancengleichheit beim Equipment hätten und nur gute Turniere veranstalten würden, würden wir uns in die richtige Richtung bewegen. So aber entfernen wir uns mehr und mehr davon und haben die Quittung dafür bekommen.“ Dennoch ist er immer noch erfolgshungrig. Eine WM- und eine Olympia-Medaille mit noch schönerer Farbe als Bronze seien trotz der schier übermächtigen Konkurrenz aus China seine Ziele. Ovtcharov: „Für mich ist Tischtennis Beruf, Berufung und Liebe.“ dpa/aro



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