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„Jugend bewegt sich über Grenzen“: Dieter Baumann kommt heute in den Jugendknast

Olympiasieger motiviert junge Gefangene

Leichtathletik (aro). Dass die Trainingseinheiten mit Dieter Baumann schweißtreibend sind, bekamen einige junge Gefangene der Jugendanstalt Hameln bereits vor einiger Zeit zu spüren. Schon damals gab der 5000-Meter-Olympiasieger von 1992 den jungen Läufern bei einer Stippvisite im Jugendknast einige Trainingstipps. Anschließend lief er mit ihnen zwölfeinhalb Stadionrunden, um sie für das Bundesfinale „Jugend bewegt sich über Grenzen“ fitzumachen. Das zielgerichtete Training auf einen Wettkampf ist laut Baumann nämlich das A und O. Gleiches gilt für die richtige Selbsteinschätzung zur eigenen Leistung. Einer der Häftlinge entschloss sich damals spontan, mit dem Rauchen aufzuhören, nachdem er nach knapp 20 Minuten als Erster die Ziellinie überquert hatte. Im Gegensatz zu Baumann war der junge Mann völlig außer Atem. Nach seinem Rücktritt im Jahr 2003 hängte der ehemalige deutsche Serienmeister im Langstreckenlauf seine Laufschuhe nicht an den Nagel. Körperlich ist er immer noch fit, weil er immer noch fast täglich trainiert.

veröffentlicht am 18.06.2010 um 17:09 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:41 Uhr

Heute steigt das Bundesfinale in Hameln. Von 12 Uhr an treten Läufer von 14 deutschen Jugendstrafanstalten über die Halbmarathondistanz gegeneinander an – vor den Augen des ehemaligen Olympiasiegers. Die Jugendstrafanstalten stellen fünfköpfige Gefangenenteams zusammen, die als Staffel insgesamt rund 21 Kilometer bewältigen müssen.

„Der 840 Meter lange Rundkurs befindet sich vollständig im gesicherten Bereich und beinhaltet alles, was das Läuferherz begehrt: eine schattige Allee, Schotter- und Pflasterabschnitte, Rasen und einen kleinen Anstieg“, sagt JA-Pressesprecher Dietmar Müller. Titelverteidiger ist übrigens die JVA Rockenberg aus Hessen, deren Sportlehrer Dierk Bublitz einer der Ideengeber des Staffellaufes ist. Auch Baumann war von der Idee vom ersten Tag an begeistert: „Laufsport fördert den Teamgeist, vermittelt positive Selbsterfahrung und Ausgeglichenheit, wirkt integrierend und ist gesund“, begründet der 45-Jährige sein Engagement für die jungen Strafgefangenen.



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