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Holzmindener Stabhochspringerin Annika Roloff startet bei den Sommerspielen in Rio für Deutschland

Olympia – „ein geiles Gefühl“

WESERBERGLAND. „Die meisten wissen gar nicht, was das für ein geiles Gefühl ist, bei einem großen internationalen Ereignis zu starten. Das ist es, was immer wieder zum Weitermachen motiviert“, sagt Annika Roloff. Und dieses Gefühl wird die Holzmindenerin auch im August haben.

veröffentlicht am 21.07.2016 um 08:43 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:17 Uhr

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Die Stabhochspringerin gehört nach Rang elf bei der EM nun auch zum deutschen Aufgebot für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

Für die 25-Jährige ist das der vorläufige Höhepunkt der Karriere, die fast mit der Geburt begann. „Ich wurde schon in der ersten Woche beim MTV 49 Holzminden angemeldet. Jedenfalls war ich, seit ich mich erinnern kann, immer auf dem Leichtathletik-Platz.“ Kein Wunder, Vater Klaus Roloff war und ist noch immer Cheftrainer beim MTV und hatte seine Tochter stets im Schlepptau. „Von Muss war aber keine Rede. Ich hatte schon damals viel Spaß auf dem Platz.“ Die Disziplinen waren am Anfang jedoch Sandkuchenbacken in der Weitsprunggrube und Rumspringen auf der Hochsprungmatte.

Doch irgendwann kamen unweigerlich die richtigen Wettkämpfe. „Schon als Achtjährige“, wie sich Roloff erinnert. Die damals aufregendsten Fahrten zu großen Wettkämpfen führten nach Greene oder Wunstorf. „Aber das war alles noch spielerisch. Und vor allem hat mein Vater darauf geachtet, dass ich lange Mehrkampf mache und mich nicht zu früh spezialisiere.“ Das zahlt sich noch heute aus.

Während andere, einseitig trainierende Athletinnen mit Verletzungen zu kämpfen hatten und oft die vielen Schmerzen nicht mehr ertragen wollten, blieb Roloff von schweren Verletzungen in all den Jahren verschont. „Mein Frust kam nicht durch Verletzungen. Ich war ärgerlich, wenn meine Leistungen mal zwei Jahre stagnierten.“ Auch eine Folge des langen Mehrkampftrainings: Roloff ist ebenfalls eine exzellente Hürdensprinterin. „Jedenfalls über 60 Meter in der Halle. Draußen muss ich ja 100 Meter Hürden laufen und das ist für mich, die ich nur 35 Meter Anlauf gewohnt bin, schon sehr lang“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Nach dem Abitur in Holzminden ging es zum Lehramtsstudium – Englisch und wenig verwunderlich Sport – nach Hannover. „Das Studium ruht allerdings in der Olympia-Vorbereitung.“ Für diesen Karriereschritt wagte sie auch die Abnabelung. Seit diesem Frühjahr trainiert und wohnt sie in Potsdam. „Das war schwer, noch mehr für meinen Vater.“ Doch die Springerin fühlt sich in der neuen Wohnung mit Blick auf Havel und Schloss Sanssouci wohl. „Ich wurde in Potsdam auch total gut aufgenommen. Das ist klein und gemütlich. In Riesenvereine wie in Leverkusen wollte ich gar nicht.“

So findet sie es auch nicht schlimm, dass die Leichtathleten erst in der zweiten Hälfte zu den Spielen nach Rio fahren und sie die Eröffnungsfeier gar nicht mitmachen kann. „Den Riesentrubel und die Enge mag ich gar nicht.“ Sie hat andere Vorstellungen vom Glück. „Wenn ich in Rio in der Qualifikation die 4,50 Meter springe, in den Endkampf komme und dort wieder so hoch springe, dann bin ich zufrieden.“ Und dieses geile Gefühl, das dann auch zum Weitermachen bis zu den 2020er Spielen motivieren soll, wird sich wieder einstellen.



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