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Fußball: Die Vereinsführung des HSC BW Tündern muss sich bis Ende März entscheiden

Oberliga-Lizenz beantragen oder nicht?

TÜNDERN. Beantragt der HSC Blau-Weiß Tündern die Oberliga-Lizenz für die Saison 2018/19 oder nicht? Bis Ende März hat die Vereinsführung der Schwalben noch Zeit, sich zu entscheiden, ob der Tabellenvierte der Fußball-Landesliga die erforderlichen Unterlagen beim Niedersächsischen Fußball-Verband einreicht.

veröffentlicht am 22.02.2018 um 00:00 Uhr

Macht sich Gedanken: Tünderns Teammanager Manfred Lentge. Foto: nls
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
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Spätestens am 31. März wird klar sein, welche Vereine in der neuen Saison in der Fußball-Oberliga spielen wollen. Denn bis zu diesem Tag muss der Antrag auf Zulassung zum Spielbetrieb der höchsten Amateurklasse des Niedersächsischen Fußball-Verbandes in der NFV-Geschäftsstelle in Barsinghausen schriftlich eingereicht werden. Wie alle anderen Vereine auch, die für einen möglichen Aufstieg in die Oberliga in Frage kommen, müssen sich auch die Verantwortlichen des HSC Blau-Weiß Schwalbe Tündern zurzeit Gedanken machen, ob sie die Lizenz beantragen oder nicht. Denn als Tabellenvierter der Landesliga haben die Schwalben zurzeit „nur“ sieben Punkte Rückstand auf Tabellenführer HSC Hannover. Tünderns Teammanager und 2. Vorsitzender Manfred Lentge wird zwar nicht müde zu betonen, dass die Oberliga für die Schwalben (noch) kein Thema ist. Doch bei der Dreipunkteregel könnte für die Elf von Trainer Siegfried Motzner die Meisterschaft durchaus noch ein Thema werden. Doch daran glaubt Lentge nicht: „Ich gehe davon aus, dass der HSC Hannover, der Heesseler SV und der SV Ramlingen-Ehlershausen den Titel unter sich ausmachen. Das sind meine drei Topfavoriten.“


Saisonziel bleibt ein einstelliger Tabellenplatz

Zum Favoritenkreis zählt Lentge Tündern trotz der „fantastischen Hinrunde“ nicht: „Wir müssen auf dem Teppich bleiben. Wir sind Aufsteiger. Unser Saisonziel ist und bleibt ein einstelliger Tabellenplatz.“ Also ab Rang neun aufwärts. Sollte Tündern am Saisonende – wie momentan – unter den Top 5 stehen, „hätte ich nichts dagegen“. Die Zwischenbilanz ist positiv: Acht Siege, vier Unentschieden und vier Niederlagen. Mit 27 Punkten aus 15 Spielen ist Tündern zurzeit Tabellenvierter. Damit hatte nach dem Fehlstart zu Saisonbeginn wohl niemand gerechnet. Auch Lentge nicht. Doch nach den beiden Niederlagen gegen den Heesseler SV (0:1) und SV Ramlingen-Ehlershausen (1:3) kamen die Tünderaner die immer besser in Tritt.

Nach der höchsten Saisonniederlage (0:5 gegen Germania Egestorf-Langreder II) zeigte ab Mitte September die Formkurve steil nach oben. Endgültig platzte der Knoten beim Auswärtssieg gegen den OSV Hannover, als Tündern nach einem 0:3-Rückstand noch 4:3 gewann. „Danach lief es bei uns viel besser. Das war wie ein Hallo-Wach-Effekt“, sagt Lentge, der in der Winterpause vom NFV das Antragsformular für die Zulassung zum Spielbetrieb in der Oberliga Niedersachsen 2018/2019 mit sämtlichen Unterlagen und Informationen zugeschickt bekam. Und das sind insgesamt über 30 Seiten.

Das ist für uns als Verein absolutes Neuland, denn bisher waren wir noch nie in der Situation, dass wir uns mit dem Thema beschäftigen mussten.

Manfred Lentge, 2. Vorsitzender HSC BW Tündern

Denn die sportliche Qualifikation für die Oberliga ist laut Lentge nur die eine Seite der Medaille, die Vorgaben des Niedersächsischen Fußball-Verbandes zu erfüllen, die andere. Das sei für einen kleinen Dorfverein wie Tündern ein Kraftakt – auch finanziell. „Allein das Zulassungsverfahren kostet für jeden Antragsteller eine Gebühr von 400 Euro. Wenn ich die Kosten für den Steuerberater für die geforderte Wirtschaftlichkeitsprüfung und andere Ausgaben dazurechne, sind es insgesamt bestimmt 3000 Euro, die wir aus der Vereinskasse bezahlen müssten“, rechnet Lentge vor. Die Kosten fallen auch dann an, wenn Tündern sportlich nicht aufsteigen sollte, wovon Lentge zum jetzigen Zeitpunkt ausgeht. „Egal, ob wir nächste Saison in der Oberliga spielen oder nicht: Das Geld für die Gebühr und den Steuerberater ist futsch. Da müssen wir uns als Verein genau überlegen, ob die Ausgaben überhaupt Sinn machen oder wir die Summe woanders nicht sinnvoller investieren können“, gibt Tünderns Vize-Vereinschef einen Einblick in die Überlegungen der Vorstandes, der auch die Frage beantworten muss, ob sich Tündern einen möglichen Aufstieg in die Oberliga überhaupt leisten kann. Denn auch die Fahrt- und Schiedsrichterkosten seien wesentlich höher als in der Landesliga. Die endgültige Entscheidung ist laut Lentge noch nicht gefallen: „Wir haben ja noch etwas Zeit.“

Unabhängig davon, ob Tündern für die Herren-Mannschaft die Oberliga-Lizenz beantragt oder nicht, sei es sehr interessant, zu wissen, „was auf uns zukommt. Das ist für uns als Verein absolutes Neuland, denn bisher waren wir noch nie in so einer Situation, dass wir uns mit dem Thema beschäftigen mussten“, so Lentge. Für die Wirtschaftlichkeitsprüfung müssen unter anderem eine Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung, Bescheinigungen der Kreditinstitute und des Finanzamtes, eine detaillierte Finanzplanung für das kommende Spieljahr, Gemeinnützigkeitsnachweise und vieles mehr vorgelegt werden. Der damit verbundene Zeit- und Arbeitsaufwand sei extrem. Insbesondere für einen ehrenamtlich geführten Dorfverein – ohne professionelle Strukturen. „Eins ist klar, wenn wir irgendwann einmal aufsteigen wollen, muss nicht nur die Mannschaft oberligatauglich sein, sondern auch der Verein und die Rahmenbedingungen“, so Lentge. Eine Frage, die noch geklärt werden muss, ist, ob Tündern im Falle eines Oberliga-Aufstieges die Heimspiele weiter auf der Hamelner Kampfbahn austragen darf oder ins benachbarte Weserbergland-Stadion umziehen müsste, um die vom NFV geforderten Sicherheitsvorgaben zu erfüllen. Wie zum Beispiel getrennte Blöcke für Heim- und Gästefans mit separaten Zu-/Abgängen und Zugangskontrollen.

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