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Emmerthals Kapitän Murat Bendes vermisst Siegeswillen

„Nur mit Hurra-Fußball kommen wir nicht weiter“

Fußball. Mit ehrgeizigen Zielen startete die TSG Emmerthal wieder einmal in die Kreisliga-Saison. Nach einer zwischenzeitlichen Durststrecke ist die Elf von Murat Bendes zurzeit nur Mittelmaß. Dewezet-Mitarbeiter Andreas Rosslan sprach mit dem 26-jährigen Kapitän der TSG.

veröffentlicht am 06.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:41 Uhr

Nach der Durststrecke will Kapitän Murat Bendes mit der TSG eine

Habt Ihr euch beim 8:0 gegen Nettelrede den Frust von der Seele geschossen?

Absolut. Ich möchte gar nicht daran denken, was bei uns los gewesen wäre, wenn wir auch dieses Spiel verloren hätten.

Eigentlich wollte die TSG ganz oben mitspielen. Stattdessen gibt es wieder nur Mittelmaß.

Zu den Topteams der Kreisliga gehören wir zurzeit noch nicht. Unser neuer Trainer Markus Wienecke hat vor Saisonbeginn einen Umbruch gemacht. Bei uns wurden viele junge Spieler integriert, mit denen wir etwas Geduld haben müssen. In der Mannschaft steckt aber großes Potenzial. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir um den Titel mitspielen können.

Und warum kassierte die TSG vor dem Nettelrede-Spiel vier Niederlagen in Folge?

Wir haben einige Spiele unglücklich verloren, obwohl wir die klar bessere Mannschaft waren, weil bei uns der absolute Siegeswille fehlte. Zu Hause hätten wir gegen Marienau nicht verlieren dürfen.

Gegen Marienau, Grohnde und Lachem wurde jeweils eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben.

Das stimmt leider. Nach Gegentoren ist die Mannschaft total verunsichert. Nur mit Hurra-Fußball kommen wir nicht weiter. Wir müssen lernen, einen Sieg zu verwalten.

Warum könnt Ihr momentan keine knappen Spiele gewinnen?

Das ist eine gute Frage. Eigentlich gewinne ich lieber achtmal 1:0 als einmal 8:0. Unser Problem ist, dass wir viele Torchancen nicht nutzen, wenn das Spiel auf der Kippe steht.

Kritik übte der Trainer an einigen Leistungsträgern – unter anderem Capobianco, Englisch und Dohme.

Die Kritik war berechtigt. Aber man muss berücksichtigen, dass es noch junge Spieler sind. Weil wir im Team keinen Spielertyp wie Eimbeckhausens Spielertrainer Wehmann haben, müssen wir die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen.

Vier Siege, zwei Remis, sechs Niederlagen: Spiegelt die Bilanz das Leistungsvermögen der TSG wider?

Nein. Ich bin davon überzeugt, dass wir am Saisonende zu den besten fünf Kreisligateams gehören werden. Die Mannschaft ist nicht so schlecht, wie der zehnte Tabellenplatz vermuten lässt.

Emmerthal hat schon 38 Mal getroffen – aber auch 26 Gegentreffer kassiert.

Vorne haben wir mit Capobianco einen Super-Stürmer, der schon 14-mal getroffen hat. Und mit Zimmermann, Meyer und Schröder haben wir drei gute Torhüter. Das einzige Sorgenkind ist die Abwehr, weil unsere Viererkette noch nicht so eingespielt ist.

Für Sie als Emmerthaler müsste es ein Traum sein, mit der TSG irgendwann in die Bezirksliga aufzusteigen?

Nicht nur für mich, sondern für uns alle. Unser Verein feiert 2010 sein 100-jähriges Jubiläum. Den Aufstieg in die Bezirksliga werden wir wohl nicht schaffen, aber vielleicht klappt es ja dafür mit dem Kreispokalsieg.

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