weather-image
10°
Rudern: Rückzug oder Kooperation mit Minden – Zukunft des Sparkassen-Achters noch ungewiss

Nie mehr zweite Liga?

HAMELN. Kein Gold, kein Silber, kein Bronze: Der Sparkassen-Achter des RV Hameln Weser zählt nicht mehr zu den Topteams in der 2. Ruder-Bundesliga. Wie schon im Vorjahr beendeten die Hamelner die Zweitliga-Saison auf Platz sieben. Das Ziel waren die Top 5.

veröffentlicht am 20.09.2017 um 00:00 Uhr

Wie geht es mit dem Sparkassen-Achter des Hamelner Rudervereins in Zukunft weiter? Foto: RBL
aro

Autor

Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Vor Saisonbeginn verkündete Kapitän Lars Adomat noch selbstbewusst: „Wir können jeden schlagen.“ Doch im Gegensatz zur Vorsaison, als die Achter-Crew des RVW beim Sieg in Münster und Platz zwei in Frankfurt zumindest zweimal auf dem Siegertreppchen stand, gingen die Hamelner diesmal bei der Medaillenvergabe leer aus. Die magere Saisonbilanz: Zweimal Sechster, einmal Siebter und zweimal Achter.

Im Endklassement wurde der Hamelner Zweitliga-Achter mit 30 Punkten wieder nur Siebter von insgesamt zwölf Teams. „Mehr war nicht drin“, sagt RVW-Kapitän Lars Adomat. Enttäuscht ist der 25-jährige aber nicht: „Die Ruder-Bundesliga ist die stärkste Sprint-Liga der Welt, da sind schon viele Weltklasse-Athleten dabei. Und auch in der zweiten Liga wird die Konkurrenz von Jahr zu Jahr stärker. Die anderen Teams haben mächtig aufgerüstet und sich enorm verbessert.“

Während die Topteams der Liga laut Adomat drei- bis viermal pro Woche gemeinsam trainieren könnten, sei das beim RV Weser gar nicht möglich. Denn viele Ruderer wohnen inzwischen gar nicht mehr in Hameln, weil sie auswärts studieren oder berufstätig sind – in Hamburg, Hannover, Heilbronn, Koblenz, Köln, Mainz und Münster.

Eine Ruder-Bundesliga ohne den RV Weser kann und will ich mir aber gar nicht vorstellen.

Lars Adomat, Kapitän des RV Weser Hameln

„Wir sind quasi wie eine Fußballmannschaft, die nicht gemeinsam trainiert und sich nur zu den Punktspielen trifft“, sagt Adomat. So könnten die Hamelner in der starken zweiten Liga auf Dauer weder konkurrenzfähig noch erfolgreich sein. Deshalb macht man sich in den Reihen des Rudervereins auch Gedanken, wie es in Zukunft weitergehen soll. Ob die Hamelner auch nächste Saison einen Achter für die 2. Ruder-Bundesliga melden, steht laut Adomat noch nicht fest: „Das entscheidet sich erst zwischen Weihnachten und Neujahr.“

Auf dem Papier hat der RV Weser laut Adomat zwar einen breiten 25er-Kader, aber zum „harten Kern“ gehören neben ihm selbst Ronald und Roelof Bakker, Christopher Winnefeld, Nils Hawranke, Till Garbe, Moritz Quast, Maximilian Gümpel, Eike Brockmann, Emre Tas, Schlagmann Thore Wessel und Jasper Scheel sowie die Steuerfrauen Nora und Merle Wessel.

Verstärkungen sind für die neue Saison noch nicht in Sicht. Auch Talente aus den eigenen Reihen sind laut Adomat Mangelware: „Wir haben mit Yassin Legien bei den B-Junioren einen richtig guten Nachwuchsruderer, der aber erst in ein oder zwei Jahren den Sprung in der Zweitliga-Achter schaffen könnte.“

Sollte der Kader für die neue Saison nicht groß und gut genug sein, droht dem reinen Vereinsachter laut Adomat im schlimmsten Fall sogar das Zweitliga-Aus: „Eine Ruder-Bundesliga ohne den RV Weser kann und will ich mir aber gar nicht vorstellen“, sagt der Hamelner Kapitän. Deshalb wird vereinsintern schon über eine Kooperation mit dem Melitta-Achter Minden diskutiert, der gerade als Zweitliga-Meister in die erste Bundesliga aufgestiegen ist. Adomat: „Das ist zumindest eine Option, über die wir nachdenken. Entschieden ist aber noch nichts.“

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare