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Dream-Team bangt um WM-Start / Rollkunstläuferinnen suchen für Reise nach Kolumbien Sponsoren

Muss der Europameister zu Hause bleiben?

Aerzen. Die Freude war groß, als Anfang Mai bei der Heim-EM im Show- und Formationslaufen in Bremerhaven das Dream-Team – mit den beiden Rollkunstläuferinnen Andrea Pieper und Nadine Klettke vom VfR Aerzen – nach 14 Jahren endlich mal wieder Europameister wurde. Zum insgesamt dritten Mal. Es war ein grandioser Erfolg der 25 Rollergirls aus verschiedenen Vereinen Niedersachsens, mit dem damals niemand gerechnet hatte. Auch Andrea Pieper nicht. Denn der Topfavorit war damals eigentlich der Titelverteidiger aus Italien, der am Ende „nur“ Silber holte.

veröffentlicht am 15.07.2015 um 17:39 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Die Freude war nach dem überraschenden EM-Triumph groß, die finanziellen Sorgen sind es seitdem auch. Denn die nicht eingeplante Teilnahme an der Weltmeisterschaft Ende September in Cali (Kolumbien) kostet richtig viel Geld. Deshalb bangt das Dream-Team um seine WM-Teilnahme. Ohne Spenden und Sponsorengelder droht der Start bei der Weltmeisterschaft in Kolumbien zu platzen, macht Andrea Pieper den Ernst der Lage deutlich. „Es wäre schade, wenn wir als amtierender Europameister aus finanziellen Gründen bei der WM nicht dabei sein könnten“, sagt Pieper. Das Problem: Die teure Reise nach Kolumbien könnten sich nicht alle Teammitglieder leisten. Die Kosten pro Person betragen laut Pieper rund 1400 Euro. Insgesamt also rund 34 000 Euro für das ganze Team. „Hierbei sind noch nicht die Fahrtkosten der Läuferinnen zu den Trainingseinheiten eingerechnet“, so Pieper, denn die insgesamt 24 Läuferinnen und ein Läufer treffen sich jedes Wochenende in einer niedersächsischen Stadt zum gemeinsamen Training. „Je nach Wohnort legen die Sportler dafür bis zu 600 Kilometer an einem Wochenende zurück“, so Pieper. „Was uns fehlt sind größere Spenden oder Sponsoren, die in erster Linie unsere Reise zur WM, aber vielleicht auch unser Team generell unterstützen. Diese WM in Kolumbien würde uns sehr viel bedeuten, doch wir haben viele Schüler und Studenten in unserem Team, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind.“

Der Förderverein für den Roll- und Inline-Sport FRIS habe sofort Unterstützung zugesagt und eine Spendenaktion für das Dream-Team ins Leben gerufen, zu dem mit Andrea Pieper, Nadine Klettke und Daniela Strunk auch drei Rollkunstläuferinnen des VfR Aerzen gehören. Pieper ist schon seit 15 Jahren auf nationaler und internationaler Ebene im Einsatz und hat mit dem Dream-Team schon vier Weltmeister- und drei Europameistertitel gewonnen, „auf die ich sehr stolz bin“. Nadine Klettke ist 2014 dazugestoßen und holte dieses Jahr erstmals EM-Gold. Wieder dabei ist seit ein paar Wochen auch die zweifache Weltmeisterin Daniela Strunk, die bereits 2001 und 2002 sowie 2007 für das Dream-Team startete. Für Pieper & Co. ist das Rollkunstlaufen ein teures Hobby. Das gilt insbesondere für die internationalen Wettkämpfe. „Denn den Großteil der Kosten für Flug, Hotel und Verpflegung müssen wir aus eigener Tasche bezahlen, aber wir hier in Aerzen können uns über die Sportförderung nicht beschweren“, so Pieper. „Im Vergleich zu anderen Rollkunstlaufvereinen erhalten wir vom VfR Aerzen eine gute Unterstützung in Form von Zuschüssen, der Übernahme von den Startgebühren und der Trainerkosten.“ Um aber bei der Weltmeisterschaft in Kolumbien starten zu können, „zählt für uns jeder Cent, weil wir im Dream-Team viele Schüler und Studenten haben, die selbst noch kein Geld verdienen“, sagt Pieper und macht im gleichen Atemzug deutlich: „Entweder wir fahren als Team alle gemeinsam zur WM nach Kolumbien oder gar nicht.“

Hinweis: Weitere Informationen gibt es auf der Facebookseite von Dream Team Skating

Die amtierenden Europameisterinnen des VfR Aerzen: Andrea Pieper (links) und Nadine Klettke. pr


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