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Tünderns Spielmacher und Torjäger träumt von Profikarriere / Mit der Landesauswahl nach Polen

Musliji – ein Talent, aber noch kein Messi

Von Roland Giehr

veröffentlicht am 24.06.2010 um 17:31 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:41 Uhr

Fußball. Ohne ihn läuft eigentlich gar nichts beim HSC Tündern, denn Egcon Musliji ist der unumstrittene Spiritus Rector bei den B-Junioren. Der 17-jährige Alleskönner mit albanischen Wurzeln hält auf dem Rasen stets das Heft in der Hand und füllt dabei auch noch jede Rolle aus. So ist er Torjäger, Spielmacher und Kapitän – und natürlich trägt er auch die Zehn. Eben ein Alleskönner, und das nicht nur im Vorwärtsgang, denn auch die Defensivarbeit ist für ihn kein Fremdwort. „Ich spiele immer für die Mannschaft, genau wie mein großes Vorbild Lionel Messi“, macht Musliji deutlich.

Theatralische Auftritte, wie sie ein Cristiano Ronaldo gerne zelebriert, sind dagegen nicht sein Ding, auch wenn der Portugiese „auch ein Weltklassefußballer ist“. Fast zwangsläufig haben sich die überdurchschnittlichen Leistungen von Egcon in der Niedersachsenliga auch bis zu Auswahltrainer Hans-Werner Hartwig herumgesprochen. So verwundert es auch keinen, dass Tünderns größtes Talent nun von ihm eine Einladung für die U 17-Auswahl des NFV erhielt, die vom 27. Juni bis zum 4. Juli im polnischen Wronki drei Testspiele bestreiten wird. Auch hier wird er die berühmte Zehn auf dem Rücken tragen.

„Das ist eine große Chance für mich. Ich möchte mich natürlich auf internationaler Ebene beweisen und zeigen, dass ich zu Recht nominiert worden bin“, hofft der 17-fache Saisontorschütze, dass er noch weiter in den Fokus rückt und damit seinem großen Ziel, einmal Profi zu werden, ein kleines Stückchen näherkommt. Zwar ist der Weg in den bezahlten Fußball noch sehr weit, doch der junge Hamelner will sich durchbeißen. Rückschläge sind dabei einkalkuliert. So steckte Musliji, der demnächst eine Friseurlehre beginnen wird, auch die Absage des Bundesligisten VfL Wolfsburg weg. „Ich war zweimal beim Probetraining, aber den Trainern damals einfach nicht schnell genug“, erinnert er sich.

Nun, dieses Manko hat er mittlerweile immer besser in den Griff bekommen. Zahlreiche Extraschichten ohne und mit seinem großen Förderer Hassan Hamadi, der auch schon zuvor lange Jahre bei Preußen Hameln 07 sein Trainer war, haben seinen Antritt enorm verbessert.

Dass der technisch beschlagene Spielmacher links wie rechts schießen kann und auch ein gutes Kopfballspiel zu bieten hat, erübrigt sich eigentlich von selbst. Die fußballerischen Voraussetzungen, um tatsächlich einmal in der Bundesliga oder einer anderen Eliteliga zu landen, wären also für Egcon Musliji gegeben. Wenn der 17-Jährige denn auch weiterhin hart an sich arbeitet und natürlich auch das nötige Glück hat.

„Das gehört dazu, um dieses Ziel zu erreichen“, macht sich der Auswahlspieler deshalb auch nichts vor, wäre aber dennoch „enttäuscht“, wenn es nicht klappen sollte. Die Liebe zum Fußball entdeckte der Messi-Fan schon früh im Alter von fünf Jahren.

Und wie schon unzähligen Nachwuchskickern im Kreis, brachte auch ihm Kult-Juniorentrainer Helmut Hanus vom ESV Eintracht Hameln die ersten Schritte bei, ehe er dann zum Nachbarn 07 wechselte. „Das hat mir immer riesigen Spaß gemacht“, denkt er noch gerne an seine Anfänge zurück. Mittlerweile ist Egzon nun im A-Juniorenbereich angekommen und wird zunächst auch weiterhin für den HSC Tündern in der Niedersachsenliga auf Torejagd gehen. Nebenbei wird er aber noch das eine oder andere Probetraining absolvieren, unter anderem bei Hannover 96.

Und sollte ihm tatsächlich einmal der ganz große Wurf gelingen und er gar auf dem Sprung zum Nationalspieler stehen, dann gäbe es für ihn trotz seiner albanischen Herkunft nur Deutschland. „Da könnte ich sogar die Nationalhymne mitsingen“, so Musliji.



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