weather-image
14°
Nach Knie-OP trainiert der Kapitän der TSG Emmerthal für sein Comeback / „Ich will noch ein paar Jahre spielen“

Murat Bendes: Nie mehr Fußball ohne Schmerzen?

Von Andreas Rosslan

veröffentlicht am 13.04.2010 um 17:16 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:41 Uhr

Hoch das Bein: Im Therapiezentrum der m&i-Fachklinik Bad Pyrmont

Fußball. „Manchmal waren die Schmerzen kaum auszuhalten.“ Seit Saisonbeginn hat Murat Bendes Knieprobleme, „die ich anfangs auf die leichte Schulter genommen habe“. Das war ein Fehler. Irgendwann spürte der Kapitän der TSG Emmerthal einen stechenden Schmerz im linken Knie. Schmerzmittel, Salben, Eisbeutel zum Kühlen, Spritzen – nichts half. Um das Knie etwas zu entlasten, spielte Bendes vorübergehend sogar mit einem Patellasehnenband. Das hätte er im Nachhinein lieber nicht tun sollen.

Weil sich der Kreisligakicker keine Pause gönnte und das Knie weiter belastete, verschlimmerte sich die Verletzung immer mehr. Bei jedem Schritt und Tritt spürte Bendes ein Stechen im linken Knie, das durch die Belastung immer mehr anschwoll. Bei den Spielen biss der Mittelfeldspieler oft auf die Zähne. „Die ersten 45 Minuten gingen noch. Aber nach der Pause war die zweite Halbzeit für mich oft eine Qual.“ Wenn es gar nicht mehr ging, ließ sich der Emmerthaler von TSG-Coach Markus Wienecke auswechseln. Weil die Schwellung im Knie immer schlimmer wurde, hat sich Bendes von seinem Physiotherapeuten Kolja Schweins überzeugen lassen, endlich zum Arzt zu gehen. „Im Nachhinein habe ich mich geärgert, dass ich nicht sofort zum Arzt gegangen bin.“ Bei der Kernspintomografie wurde bei dem 27-Jährigen ein Knorpelschaden festgestellt.

Mit der Diagnose im Gepäck fuhr Bandes dann in die Sportklinik Helleren, um sich dort von Chefarzt Dr. Bernd Lasarzewski untersuchen zu lassen. Der Mannschaftsarzt der Fußballnationalmannschaft der Frauen, zu dessen Spezialgebieten die arthroskopische und offene Chirurgie der Knie- und Schultergelenke gehört, riet dem Kicker, sich operieren zu lassen. Am 4. März wurde Bandes operiert, einen Tag später war er schon wieder zu Hause: „Die Knie-OP hat gerade einmal 45 Minuten gedauert, wenn überhaupt.“ Obwohl die Operation gut verlaufen sei, „hat mir der Arzt geraten, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen“, weil das Verletzungsrisiko zu groß sei. Die Nachricht vom drohenden Karriere-Aus musste Bendes erst einmal verdauen: „Das war für mich ein Schock. Ich dachte: Oh Gott, das war’s!“ Nie mehr Fußball? Das kam für Bendes nicht infrage. „Ich bin schließlich erst Mitte 20 und will noch ein paar Jahre Fußball spielen.“ Ende April fährt Bendes noch einmal in die Sportklinik: „Bei der zweitägigen Nachuntersuchung wird festgestellt, wie belastbar das Knie ist“, sagt der Emmerthaler, der sich im ambulanten Therapiezentrum der m&i-Fachklinik Bad Pyrmont zurzeit mit Physiotherapeut Kolja Schweins auf sein Comeback vorbereitet. „Ich trainiere dreimal pro Woche jeweils 90 Minuten.“ Obwohl die Knie-OP schon über vier Wochen zurückliegt, „bin ich immer noch nicht schmerzfrei“. Durch die lange Verletzungspause habe sich die Beinmuskulatur zurückgebildet. Durch Kräftigungsübungen versucht Bendes, die Muskulatur wieder aufzubauen, um das Knie zu stärken – und so eine weitere Abnutzung der Knorpel zu verhindern. „Einige Übungen, die auf den ersten Blick einfach aussehen, sind ganz schön anstrengend. Hinterher spüre ich oft Muskeln, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe.“ Um wieder fit zu werden, macht er auch einige Übungen, die ihm sein Physiotherapeut empfohlen hat, zu Hause im Wohnzimmer. „Meine Freundin lacht mich dann oft aus, weil das so komisch aussieht.“ Doch das stört Bendes nicht. Schließlich will der TSG-Kapitän spätestens am 4. September wieder fit sein: „An diesem Tag spielen wir in Emmerthal gegen den FC St. Pauli. Da will ich unbedingt dabei sein.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare