weather-image
20°
×

Oswald – der letzte Oberliga-Trainer von Preußen 07 bildet jetzt auch in China Talente aus

München, Shanghai – Kai ist dabei

München. München, Shanghai, Peking – und wieder München. Kai Oswald hat derzeit viel zu tun. Und zwar richtig viel. Natürlich dreht sich alles um den Ball, denn der letzte Oberliga-Trainer von Preußen Hameln 07 bildet mittlerweile in seiner Fußballschule Grünwald (FSG) und in China Talente aus. Und das nun schon seit fast zwei Jahren. Ein Fulltime-Job, seinen eigentlichen Beruf als Elektriker hat er deshalb bereits aufgegeben. „Ich habe mittlerweile einen Zwölfstundentag. Aber das ist positiver Stress, denn die Arbeit mit den jungen Fußballern macht mir einen riesigen Spaß“, gibt der 44-jährige Coach Einblicke. Dabei hat er nach seinem Umzug von Hameln in Bayerns Metropole ganz klein angefangen. „Mein erster Kurs bestand aus sieben Kindern, mittlerweile bin ich schon bei 23 Kursen. Und ein Ende scheint nicht in Sicht“, erinnert sich der einstige Juniorennationallspieler der DDR. Kai Oswald, der in der Fußballschule ganz eng mit Bayern-Torhüter Tom Starke als Mitgesellschafter zusammenarbeitet, hat bei der gezielten Förderung der Nachwuchskicker im Alter von drei bis zwölf Jahren klare Ziele. „Ich weiß, dass Wille und Begeisterung die wichtigsten Voraussetzungen sind, um ganz oben mitzuspielen. Meine Passion ist es, begabte Spieler an ihre Leistungsgrenzen zu führen und sie erfahren zu lassen, dass Talent auch erlernbar ist“, umschreibt er seine Philosophie. Und seine glückliche Hand für den Nachwuchs hat sich auch schon bei den meist im Nobelvorort Grünwald wohnhaften Bayern-Profis herumgesprochen. So lernen unter anderem auch die Sprösslinge von Arjen Robben, Xabi Alonso und Dante das Fußball-ABC bei Oswald. „Das sind aber auch nur ganz normale Eltern, die das Beste für ihre Kinder wollen“, kennt der einstige Preußen-Trainer keine Berührungsängste mit den Großen des Weltfußballs. Selbst in Dänemark hat Kai Oswald mittlerweile eine Patenschaft, wie er seine Projekte nennt, ins Leben gerufen. Dort kümmert sich der ehemalige Torhüter Peter Skov Jensen (44) um den Nachwuchs zwischen den Pfosten. Und das mit großem Zulauf. Spannend sind aber vor allem die diversen Reisen nach China. Im Reich der Mitte gibt es schließlich ein unerschöpfliches Potenzial an Talenten.

veröffentlicht am 23.06.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

Roland Giehr

Autor

Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Erst kürzlich hielt Oswald mal wieder in Shanghai mit Unterstützung von Standby-Cotrainer Thomas Fenske (TSV Klein Berkel) ein Trainingslager mit 130 Kindern ab. „Die besten acht davon und auch noch einige vom chinesischen Verband in Peking ausgewählte kommen nun im Juli nach München an die Säbener Straße und spielen dort gegen eine Nachwuchsmannschaft des FC Bayern“, freut sich der 44-Jährige auf diese Premiere mit den Nachwuchskickern aus Fernost.

Als Schirmherr der Veranstaltung fungiert übrigens kein Geringerer als Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer, der durch seine guten Kontakte auch viele Türen öffnet. Nicht auszuschließen, dass die Fußballschule Grünwald, deren Unabhängigkeit Oswald immer wieder betont, demnächst in einigen Bereichen noch enger mit dem deutschen Rekordmeister zusammenarbeitet. „Ich hätte sicher nichts dagegen“, meint Kai Oswald.

München ist zwar weit und schon eher der Nabel der Welt als Hameln, aber die Preußen liegen dem einstigen Chefcoach noch immer am Herzen. „Ich bin gut informiert und verfolge das Geschehen regelmäßig über das Internet. Ich freue mich, dass der Aufstieg in die 1. Kreisklasse gelungen ist. Vielleicht geht es ja noch höher“, hofft der einstige Meistertrainer auf weitere positive Schlagzeilen aus dem 07-Lager.

Apropos Hameln. Auch hier könnte er sich ein Projekt seiner Fußballschule vorstellen, sofern sich ausreichend Unterstützung findet. „Interessant dürfte das für die auch hier vorhandenen vielen Talente allemal sein“, orakelt er. Es muss ja nicht immer China sein ...



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige