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Neuer Trainer beim SV Hameln 13: Ehemaliger Bundesliga-Wasserballer hat ehrgeizige Ziele

Mit Knippertz aus der Krise?

Hameln. Steffen Knippertz kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück: Der 32-Jährige übernimmt den Trainerjob beim Wasserball-Bezirksligisten SV Hameln 13, für den er bereits von 2010 bis 2012 in der Oberliga und 2. Bundesliga spielte.

veröffentlicht am 28.10.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Der verlorene Sohn ist wieder da: Der ehemalige Bundesliga-Wasserballer und Junioren-Nationalspieler Steffen Knippertz kehrt zum SV Hameln 13 zurück. Aber nicht als Spieler, sondern als Trainer soll Knippertz den ehemaligen Zweitligisten, der inzwischen nur noch in der Bezirksliga ein Schattendasein führt, aus der Krise führen.

Im Sommer funkte der HSV, der als Tabellenvorletzter eine enttäuschende Bezirksliga-Saison hinter sich hatte, SOS: „Es war kurz vor Feierabend“, so Knippertz. „Die Mannschaft drohte auseinanderzubrechen.“ Es war buchstäblich fünf vor zwölf. Ein Rückzug der Herrenmannschaft wäre für den Hamelner Traditionsklub, der in den vergangenen Jahren viele hoffnungsvolle Talente ausbildete, der Super-GAU gewesen. Deshalb schmiedeten Vereinschef Dietmar Müller und Wasserballwart Daniel Funk den Plan, mit Knippertz den wohl besten Wasserballer als Trainer zu verpflichten, den der HSV je in seinen Reihen hatte. Der frühere Junioren-Nationalspieler spielte von 2010 bis 2012 für den HSV – unter anderem in der 2. Bundesliga. Damals sorgte „Knipser“ Knippertz für ein Novum im deutschen Spitzen-Wasserball, denn noch nie zuvor wurde ein Spieler des Tabellenletzten Torschützenkönig – mit genau 54 Treffern. Eine absolute Top-Quote. Beim damals einzigen Hamelner Sieg gegen Billstedt (8:5) erzielte der 96-Kilo-Mann sogar alle acht Tore. Als Knippertz nach internen Querelen vor drei Jahren den Verein verließ, ging der HSV auf Tauchstation und zog die Mannschaft, die damals eine zweistellige Niederlage nach der anderen kassierte, aus der 2. Liga zurück, was laut Knippertz rückblickend „ein Riesenfehler“ war. Denn nach dem Zweitliga-Aus hätten neben Torhüter Sören Strehler, den es beruflich nach Stuttgart zog, auch Top-Talente wie Robert Rose, Benedikt Schwuchow und Torben Lakemeinen den Verein aufgrund der fehlenden sportlichen Perfektive verlassen. Mit Rose und Lakemeinen kommen zur neuen Saison, die im November beginnt, zwei davon zurück. Das macht zumindest Mut, dass es mit dem HSV wieder bergauf geht.

Knippert hat jedenfalls ehrgeizige Ziele: „Just for fun“ mache er den Trainerjob nicht. „Das wäre Zeitverschwendung. Ich will so schnell wie möglich aufsteigen und den Verein mittelfristig in die Oberliga zurückführen. Das Potenzial ist auf jeden Fall da, aber was die Technik, Taktik und das Zweikampfverhalten angeht, gibt es noch viel zu tun“, so Knippertz. „Die Jungs sind noch zu lieb im Wasser.“ Selbst ins Becken springen will Knippertz aber „auf gar keinen Fall“.

Auch wenn der HSV einen Torjäger wie ihn bestimmt gut gebrauchen könnte, kam für ihn der Job als Spielertrainer nicht infrage. „Ich habe mich bewusst dagegen entschieden.“ Statt selbst auf Torejagd zu gehen, will Knippertz sich auf seinen Trainerjob konzentrieren und um Abwehrchef Daniel Funk und Spielmacher Robert Rose ein neues Team mit jungen Talenten aufbauen. Das macht zumindest Hoffnung auf bessere Zeiten…



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