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Gunter Lohmeyer ist Emmerthals „Mister Sportabzeichen“ / „Es macht mir immer noch Spaß“

Mit 72 Jahren noch fit wie ein Turnschuh

Gunter Lohmeyer ist der „Mister Sportabzeichen“ der TSG Emmerthal. „Diesen Titel habe ich unserem Vereinsvorsitzenden Rudolf Welzhofer zu verdanken“, erzählt der rüstige Rentner aus Emmern. Zwar ist Wilfried Matz mit 45 Sportabzeichen der vereinsinterne Rekordhalter. Aber Lohmeyer, der mit Ausnahme einer etwas längeren Verletzungspause seit 1975 die Sportabzeichenabnahme leitet, folgt in der ewigen Bestenliste mit 41 dicht dahinter auf Platz zwei.

veröffentlicht am 22.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:27 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Der 72-jährige „Hans Dampf in allen Gassen“ ist immer noch fit wie ein Turnschuh: „Nur das Knie schmerzt ab und zu.“ Der Grund ist eine alte Sportverletzung. Bei einem Fußballspiel der Alten Herren gegen den SC Diedersen riss ihm bei einem Zweikampf die Patellasehne. „Das war zwei Minuten vor Schluss. Zu diesem Zeitpunkt führten wir bereits 7:0“, erinnert sich der ehemalige Hobbykicker. Die schwere Knieverletzung war der Grund, dass „Mister Sportabzeichen“ von 1985 bis 1993 pausieren musste.

An seine erste Prüfung kann sich Lohmeyer, der jeden Tag mit seiner Frau Ursula und seinem Hund Charly im emmerschen Feld und im Wald spazieren geht, noch ganz genau erinnern: „Damals war ich 32 Jahre alt. Weil es damals hier in Emmerthal noch kein Stadion gab, bin ich extra zum VfL-Platz nach Hameln gefahren, um dort die 5000 Meter zu laufen.“ Zuvor standen damals 300 Meter Schwimmen, Kugelstoßen, Weitsprung und der 100-Meter-Sprint auf dem Programm. Diese vier Übungen hatte Lohmeyer damals problemlos geschafft, nur der 5000-Meter-Lauf fehlte noch. „Nach zehn Runden wurde mir plötzlich schwarz vor Augen“, erinnert sich der Emmerthaler, der damals vor Erschöpfung aufgeben musste. „Es rächte sich, dass ich das Ausdauertraining vernachlässigt hatte.“ Nach ein paar Trainingseinheiten klappte es dann aber problemlos im zweiten Versuch. Das war vor 40 Jahren.

Sein sportlicher Ehrgeiz ist aber bis heute nicht erloschen, obwohl der Vater von drei Töchtern inzwischen sechs Enkelkinder hat. Schon 41- mal absolvierte er seine Übungen erfolgreich.

Als er einmal nachts als Pförtner aushalf, schrieb er sich seine persönlichen Bestzeiten auf, „weil mir langweilig war“, plaudert der ehemalige Busfahrer aus dem Nähkästchen. „Im Kugelstoßen war ich schon immer gut.“ Im Gegensatz dazu gehörte das Radfahren nicht zu seinen Stärken. „Die gute Zeit, die ich einmal über 20 Kilometer gefahren bin, war nur möglich, weil ich bei einem Radrennfahrer im Windschatten gefahren bin.“

Auch bei der Sportabzeichenabnahme hat der 72-Jährige, der von Heinz Reinert, Wilhelm Gimmler, Roderich Wesemann und Egbert Dahlbock unterstützt wird, schon viel erlebt: Das jüngste Mädchen, das unter seiner Regie das Sportabzeichen machte, war gerade einmal sechs Jahre alt. Der älteste war in diesem Jahr Wilfried Zöllmann, der bereits 81 Lenze zählt.

Ans Aufhören denkt Lohmeyer noch nicht: „Solange es mir Spaß macht und ich einigermaßen fit bin, mache ich weiter.“ Weil die TSG Emmerthal ihr 100-jähriges Jubiläum feiert, hat sich der Verein für das Jahr 2010 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: 100 Kinder und 100 Erwachsene sollen im nächsten Jahr bei der TSG das Sportabzeichen machen. Zweifel, dass es nicht klappen könnte, hat Lohmeyer nicht: „Wir schaffen das!“ Schon in diesem Jahr waren es 86 Erwachsene und 80 Kinder – Tendenz steigend.

Im Vergleich mit anderen Sportvereinen im Kreisgebiet kann sich laut Lohmeyer die Bilanz sehen lassen: „Wir belegen regelmäßig einen der vorderen Plätze.“ Die Sportabzeichenabnahme, die durch Heinrich Meisoll ins Leben gerufen wurde, gibt es bei der TSG seit 1967. Meisoll, der inzwischen verstorben ist, hob auch den Emmerthaler Silvesterlauf, der am 31. Dezember zum 34. Mal über die Bühne geht, aus der Taufe.



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