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Fußball: Pyrmonts Coach verhandelt mit Regionalligist VfV Hildesheim / Schumacher kündigt Wechsel an

Meistertrainer Gasde vor Abschied?

Die Regionalliga ruft: Wie die Dewezet erfuhr, ist Pyrmonts Meistercoach Philipp Gasde beim VfV Borussia 06 Hildesheim als Nachfolger von Jürgen Stoffregen ein Thema. Es gab bereits Gespräche, konkret ist aber noch nichts. Damit nicht genug: Pyrmonts Top-Torjäger Kevin Schumacher kündigte seinen Wechsel zum Oberligisten Egestorf-Langreder an.

veröffentlicht am 30.05.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:30 Uhr

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BAD PYRMONT. Rumms! Als sich Pyrmonts Spieler, Fans und der Vorsitzende Lars Diedrichs nach dem 8:0-Sieg gegen den SV Holzminden und dem Landesliga-Aufstieg in prächtiger Jubellaune befanden, ließ Trainer Philipp Gasde die Bombe platzen. Aber nur, weil er musste. Er hatte sich am vergangenen Mittwoch in vermeintlich geheimer Mission mit Michael Hesse, dem sportlichen Leiter des Fußball-Regionalligisten VfV Hildesheim 06, getroffen – und dabei erwischen lassen.

Natürlich war der Meistercoach nicht nur zum harmlosen Kaffeetrinken in der Domstadt, sondern um erste Verhandlungen in Sachen Nachfolge von Trainer Jürgen Stoffregen zu führen. Angesprochen auf seine Tour musste der 33-jährige A-Lizenz-Trainer erst einmal kräftig schlucken, suchte dann aber doch noch das überfällige Gespräch mit Vereinschef Diedrichs.

Denn von Gasdes Kontakten zum VfV war in der Führungsetage der Spielvereinigung rein gar nichts angekommen. Bei Diedrichs, der parallel zum Meistertrubel seiner Fußballer auch noch das 70. Jubiläum seines Unternehmens feierte, sorgte der Paukenschlag jedenfalls nicht gerade für Festtagsstimmung. Der Chef der Spielvereinigung, der seiner Mannschaft „eine bärenstarke Saison“ bescheinigte, war mit Gasdes Geheimtrip in die Domstadt keinesfalls einverstanden: „Da hätte ich mir schon gewünscht, dass er mich vorher darüber informiert.“

Philipp Gasde Foto: awa

Bei dem Gespräch unter vier Augen musste der Trainer dann auch kleine Brötchen backen. Danach zeigte sich Gasde zum Thema Trainerwechsel nicht unbedingt gesprächsfreudig: „Ich habe mit Hildesheim gesprochen. Ein interessanter Job, aber da ist nichts entschieden.“ Pyrmonts Spielertrainer ist an der Pottkuhle übrigens kein Unbekannter. In der Saison 2003/04 lief er im Trikot des damaligen Oberligisten auf.

Wenn es nun tatsächlich zum Wechsel kommen sollte, ist Diedrichs gefordert. Dann muss er relativ zügig einen Nachfolger aus dem Hut zaubern, denn spätestens Anfang Juli folgt für den Landesliga-Aufsteiger schon der Start in die Saisonvorbereitung. Keine leichte Aufgabe, denn der Markt an landesligatauglichen Trainern ist rar gesät. Ein Kandidat fällt bereits aus. Stephan Maaß, der ehemalige Zweitliga-Spieler von Paderborn und Uerdingen, der schon einmal auf Pyrmonts Wunschliste stand, hat sich aus dem Trainergeschäft verabschiedet und ist nur noch als Spielerberater tätig. Doch Diedrichs scheint nicht unvorbereitet zu sein: „Zwei, drei Optionen habe ich schon im Blickfeld.“ Und das ist auch gut so, denn Gasde werden beim VfV zumindest Außenseiterchancen im Kampf um den freigewordenen Posten eingeräumt. Außerdem dürfte der A-Lizenz-Coach aus Latferde, der mit der Spielvereinigung bislang nur Landesligaerfahrung sammeln konnte, für den Verein für Volkssport auch eine kostengünstige Lösung sein. Als ein Favorit wird in Hildesheim aber auch noch Fußballlehrer Christian Benbennek gehandelt. Der 43-jährige Braunschweiger, erst im Dezember 2015 beim Regionalligisten Alemannia Aachen entlassen und zuvor bei Babelsberg 03 und dem TSV Havelse tätig, hätte ebenso wie Gasde nur einen kurzen Weg nach Hildesheim.

Falls Gasde geht, muss sich Pyrmont nicht nur einen neuen Trainer suchen, sondern auch einen neuen Torjäger: Denn Kevin Schumacher kündigte gegenüber der Dewezet seinen Wechsel zum Oberligisten 1.FC Germania Egestorf/Langreder an: „Ich habe Egestorf meine mündliche Zusage gegeben. Das stimmt. Jetzt müssen sich nur noch die beiden Vereine einigen, dann steht meinem Wechsel nichts mehr im Wege“, sagt der 18-Jährige, der nach eigener Aussage auch ein Angebot vom Regionalligisten VfV Borussia 06 Hildesheim hatte. In seiner ersten Herren-Saison wurde der 18-Jährige mit der SpVgg. Bad Pyrmont gleich Meister und mit 26 Saisontreffern auch Torschützenkönig der Bezirksliga. „Für mich war klar, dass ich bei so einem sportlich attraktiven Angebot wechseln werde. Wer weiß, ob ich noch einmal so eine Chance bekommen hätte“, begründet Schumacher seine Entscheidung pro Egestorf.



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