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Vielseitigkeitsreiter Andreas Ostholt im Dewezet-Interview

„Mein Ziel ist Olympia“

Salzhemmendorf. Großer Sport im Ostkreis. Dafür sorgte in Salzhemmendorf Andreas Ostholt, der zweifache Deutsche Meister im Vielseitigkeitsreiten.

veröffentlicht am 01.03.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:56 Uhr

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Der zweifache Deutsche Meister im Vielseitigkeitsreiten, Andreas Ostholt, gab für zahlreiche Reiter in der Salzhemmendorfer Reitanlage von Stephan Remmel einen Lehrgang. Im Gespräch mit der Dewezet-Sportredaktion gab der 37-jährige Berufssoldat aus Warendorf Einblicke in seinen Werdegang und seine sportlichen Ziele.

Andreas Ostholt, wie sind Sie zum Reitsport gekommen?

Ich komme von einem landwirtschaftlichen Hof und wir hatten immer schon Pferde. Mein Vater war als Züchter aktiv. So bin ich quasi damit aufgewachsen.

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  • Im vollen Tempo durch das Gelände: Der deutsche Meister Andreas Ostholt in seinem Element. Foto: dpa

Wie kam die Entwicklung zum Vielseitigkeitsreiten?

Ursprünglich komme ich vom Modernen Fünfkampf und habe mich dann zum Vielseitigkeitsreiten entwickelt, was ja als Krone der Reiterei gilt. Gerade der Geländeritt ist für mich etwas Besonderes, wo ein blindes Verständnis zum Pferd erforderlich ist. Besonders die unterschiedlichen Anforderungen von Dressur, Springreiten und Geländereiten machen den Reiz aus. Da es sich um einen Erfahrungssport handelt, kommt man meist auch erst im fortgeschrittenen Alter in den erfolgreichen Bereich.

Wie wird man eigentlich Berufsreiter und wer unterstützt einen dabei?

Ich bin Berufssoldat und habe hervorragende Trainingsbedingungen. In den letzten Jahren kam es beim Vielseitigkeitsreiten zu einer unheimlichen Professionalisierung. Früher handelte es sich um eine reine Amateursportart, wobei heute deutschlandweit 15 bis 20 Berufsreiter im gehobenen Vielseitigkeitsreiten unterwegs sind. Jeder ist aber auf ein gutes Umfeld und entsprechende Unterstützung angewiesen. Mittlerweile sind aber alle erfolgreichen Reiter auch Berufsreiter.

Wie kam der Kontakt nach Salzhemmendorf zustande?

Der Schlüsselmoment zum Kennenlernen von Stephan Remmel in Warendorf ist mir nicht mehr bewusst, das ist schon zu lange her. Das kann aber durchaus auch bei einem Bier gewesen sein (lacht).

Was war Ihr größter sportlicher Erfolg?

Das kann ich nicht unbedingt an Titeln festmachen. Als Berufsreiter war es vergangenes Jahr natürlich toll, wieder Deutscher Meister mit einem anderen Pferd zu werden. Besonders schön ist es aber für mich, dass ich das mit selber ausgebildeten Pferden erreicht habe.

Was sind Ihre weiteren Ziele, und wie schätzen Sie die Olympia-Chancen ein?

Olympia ist definitiv ein Ziel. Die Chancen liegen aber nur bei 20 Prozent. Das Kontingent wurde leider wieder auf vier Paare reduziert, wobei drei gestandene Paare eigentlich schon ihren Platz sicher haben und die verbliebenen fünf aus dem Olympiakader kämpfen noch um den letzten Platz. Natürlich wäre ich gerne dabei.

Wie bekommen Sie das alles mit Ihrer Familie unter einen Hut?

Da muss schon Verständnis da sein. Meine Frau ist auch Reiterin und hat ein Faible für Pferde. Ich glaube manchmal, dass es nicht immer schlecht ist, wenn man oft weg ist. Dann freut sie sich umso mehr, wenn ich wieder da bin (lacht).

Wie sieht die Ausbildung eines Pferdes aus? Wann startet es?

Das ist ganz unterschiedlich. Teilweise habe ich eigene Pferde oder nutze sie zusammen mit anderen Pferdebesitzern. Das macht das Thema Vielseitigkeitsreiten auch so schwierig, weil sich dieses Verhältnis über die Jahre aufbauen muss. Zusätzlich zum Talent beim Reiten braucht man auch das richtige Umfeld für das Reiten. Das ist nicht immer einfach.

Können Sie verstehen, dass besonders der Geländeritt in der Vergangenheit häufig in der Kritik stand?

In den letzten Jahren ist aus meiner Sicht das Vielseitigkeitsreiten nicht gefährlicher geworden. Durch die schnellen Medien sind Unfälle aber schneller bekannt geworden und man gewinnt so den Eindruck, dass mehr passiert ist. Von der Masse her, ist das, glaube ich, nicht mehr geworden. Es wird aber viel mit Universitäten zusammengearbeitet, um das Reiten immer sicherer zu machen und schwere Stürze von Mensch und Tier zu verhindern.

Was werden die Lehrgangsteilnehmer mitnehmen?

Dieser Sport lebt natürlich von seiner Nachhaltigkeit. Ich versuche immer, einige neue Impulse zu setzen, sodass sich jeder Reiter weiterentwickelt. Die Ausbildung in Deutschland ist aber sehr ähnlich, wobei aber jeder Reitlehrer seine Abweichungen nach links oder rechts hat und eigene Ideen entwickelt. Die Weiterentwicklung der Reiter erfolgt dann unter dem jeweiligen Heimtrainer.

Interview: Christian Göke



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