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Ausnahmeläufer des ESV Hameln startete Karriere erst mit 39 / Aufhören ist noch lange kein Thema

Manfred Bublitz – der Medaillenjäger wird 70

Gern hört er die Frage nicht, wie lange er denn noch laufen will. Manfred Bublitz vom ESV Eintracht Hameln, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, beantwortet sie aber präzise: „Solange ich noch schneller bin als Läufer, die meine Kinder sein könnten, werde ich weitermachen.“ Demnach hat der Medaillenjäger noch einige Jahre in der Laufszene vor sich. Erst vor einer Woche hatte er wieder gezeigt, was in ihm steckt. Bublitz kam beim Finkenbornlauf über 7 km als insgesamt Zehnter in 30:51 Minuten ins Ziel. Dass er dabei 15 seiner „möglichen Kinder“ hinter sich ließ, ist für den Kfz-Elektromeister eigentlich völlig normal.

veröffentlicht am 17.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 13:41 Uhr

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Normal war der Start in seine einmalige Läufer-Karriere allerdings nicht, denn bis zu seinem 39. Lebensjahr betrieb er gar keinen Sport. Mit Heinz Lorenz fand er dann beim TSV Groß Berkel seinen ersten Laufpartner und großen Gefallen an den langen Strecken. 1981 blieb bei seinem ersten Marathonlauf die Uhr dann bei 3:27,52 Stunden stehen. Der Erfolgskurs setzte sich fast zwangsläufig fort. Viele seiner 25 Marathonläufe beendete er unter drei Stunden, und 1984 qualifizierte sich Bublitz mit 2:44 Stunden sogar für die Deutschen Meisterschaften. 1985 wechselte er zum ESV und wurde 1987 mit Manfred Hoppe und Joachim Strube deutscher Crossmeister.

Sehen lassen können sich auch seine Bestzeiten: 5000 m in 16:26, 10 Kilometer in 34 Minuten, 25 Kilometer in 1:30 Stunden und sein Stundenlauf-Rekord liegt bei 16.665 Metern. „ Als ich 1999 in den Ruhestand ging, konnte ich auch mein Training optimaler gestalten, entschied mich aber für die kürzeren Strecken“, erzählt der ehemalige Geschäftsmann, der früher oft nach Feierabend vom Güterbahnhof bis zu seinem Haus in Fischbeck lief. Zweimal wurde er Deutscher Meister im Crosslauf (1999 und 2000). Und 2002 holte er sich den WM-Titel im 10-Kilometer-Straßenlauf zusammen mit Peter Lessing und Harald Popig im italienischen Riccione. Auf dem Siegertreppchen stand er auch bei mehreren internationalen Meisterschaften und war dort stets ein respektierter Gegner. „Ein Höhepunkt meiner Laufbahn war die Wahl zum Seniorensportler des Jahres 2006, das war ein ganz besonderes Ereignis“, denkt er gern zurück.

Sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, liegt Bublitz aber nicht. In seiner Altersklasse rangiert er weiterhin in sechs Disziplinen (von einer Meile bis 10000 m) auf Platz eins der niedersächsischen Rangliste. Training steht bei ihm nach wie vor sechsmal in der Woche auf dem Programm, „aber kürzer, so um die 45 Minuten, dass bekommt dem Körper besser“, sagt er und bedauert, dass er ab Januar kürzertreten muss, denn dann geht es für zwei Monate nach Ghana, wo er erneut Entwicklungshilfe leistet und jungen Menschen die Technik der Einspritzpumpen vermittelt. Seinen Ehrentag feiert Bublitz heute übrigens mit Frau Brigitte auf Gran Canaria.

Stolze Ausbeute einer glanzvollen Lauf-Karriere: Gern präsentiert Manfred Bublitz seine vielen Medaillen und Auszeichnungen von nationalen und internationalen Meisterschaften.

Foto: olz



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