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Umfrage: Fast alle wünschen sich in der Fußball-Nationalelf einen Neuanfang mit dem alten Bundestrainer

Löw bleibt – richtig oder falsch?

HAMELN-PYRMONT. Joachim Löw bleibt - richtig oder falsch? Bei der Dewezet-Umfrage wünschen sich fast alle in der Fußball-Nationalelf einen Neuanfang - mit dem alten Bundestrainer.

veröffentlicht am 04.07.2018 um 16:51 Uhr

Er muss nach dem WM-Debakel in Russland viel darüber grübeln, wie er nun wieder zurück in die Erfolgsspur findet: BundestrainerJoachim Löw. Foto: dpa
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Abseits der chaotischen politischen Situation in Deutschland bewegte aber noch eine andere Frage die ganze Nation: Bleibt Joachim Löw Fußball-Bundestrainer oder zieht er die Konsequenzen aus dem historischen WM-Debakel in Russland? Nun, das Thema ist geklärt: Er bleibt. Richtig oder falsch? Die Sportredaktion hörte sich in der heimischen Szene um und stellte fest: Viele wünschen sich tatsächlich einen Neuanfang mit dem alten Bundestrainer.


David Odonkor, Ex-Nationalspieler und Trainer der SpVgg. Bad Pyrmont: Der DFB hat alles richtig gemacht. Ich finde es gut, dass Jogi Löw Bundestrainer bleibt. Er hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er ein Top-Trainer ist. Ihm traue ich dem Umbruch, den es in unserer Nationalmannschaft nach dem WM-Aus jetzt geben muss, auf jeden Fall zu. Im Kader muss es die eine oder andere Veränderung geben, das ist klar. Aber man sollte aufgrund der enttäuschenden Weltmeisterschaft auch nicht alles schwarzmalen. Es reicht meiner Meinung nach aus, drei oder vier ältere Spieler gegen jüngere auszutauschen. An Löws Stelle hätte ich schon Leroy Sane mit zur WM genommen. Er hat in England eine super Saison gespielt, ist mit Manchester City Meister geworden und wurde zum besten jungen Spieler der Premier League gewählt. Ich verstehe nicht, warum Jogi ihn nicht nominiert hat. So einen Spielertypen hätten wir bei der WM gut gebrauchen können. Ihm gehört auf jeden Fall die Zukunft.


Nina Griese, Teammanagerin des Frauenhandball-Oberligisten MTV Rohrsen:Ob es richtig ist, dass Jogi Löw Bundestrainer bleibt, kann ich schwer beurteilen. Seine Erfolge sprechen auf jeden Fall für ihn. Immerhin sind wir mit Löw als Trainer 2014 Weltmeister geworden. Die Frage ist, wer könnte es besser machen als er? Mir fällt spontan keiner ein. Deshalb spricht für mich auch nichts dagegen, dass er weitermacht - trotz der enttäuschenden WM.


Doreen Männich, Handball-Schiedsrichterin: Definitiv ist Jogi noch der Richtige und ich finde es gut, dass er seinen Vertrag bis 2022 erfüllen will. Ich habe allerdings auch nichts anderes von ihm erwartet. Jeder Protest gegen ihn ist meiner Meinung nach falsch. Natürlich braucht es Veränderungen. Löw sollte nun den jüngeren Spielern Vorrang geben und für mehr frische im Nationalteam sorgen. Wir dürfen zudem nicht vergessen, dass Löw mehr Erfolge als Misserfolge hatte. Seit er Bundestrainer ist, erreichte das Team sechsmal in Folge das Halbfinale eines großen Turniers, mit dem Weltmeistertitel 2014 als Krönung. Ich freue mich persönlich darüber, dass es mit ihm weitergehen wird, denn nach jedem Tief wird es auch wieder ein Hoch geben. Dieser Weckruf kam zur richtigen Zeit.


Thomas Fenske, zurzeit vereinsloser Fußball-Trainer: Wenn Joachim Löw tatsächlich die nötigen Entscheidungen trifft und Spieler wie Sami Khedira und Mesut Özil, die ihren Zenit überschritten haben, aussortiert und zudem die vorhanden guten jungen Spieler integriert, könnte das vielleicht noch einmal was werden. Ich bin sehr gespannt, was jetzt passiert. Sollte Jogi Löw das aber nicht hinbekommen, wäre Matthias Sammer vielleicht eine Überlegung wert. Denn der hat Feuer und Biss. Und genau diese Tugenden braucht eine neue deutsche Elf, um in die Weltspitze zurückzukehren. Was uns schon länger fehlt, sind zudem echte Strafraumstürmer. Ein Timo Werner alleine reicht einfach nicht aus.


Thomas Mau, Co-Trainer von Eintracht Afferde: Mangels Alternativen bleibt nur diese Lösung, obwohl ich gerne Matthias Sammer als Bundestrainer gesehen hätte. Löw steht nun in der Pflicht. Aber nur seine Fehler einzugestehen, reicht dabei nicht aus. Er muss nun so schnell wie möglich alles korrigieren, was er offensichtlich falsch gemacht hat. Und das fing schon mit der Kaderzusammenstellung an. An guten jungen Spielern fehlt es uns jedenfalls nicht, der Bundestrainer muss sie aber auch holen.


Karsten Hoppe, Fußballchef beim MTSV Aerzen: Die Entscheidung ist okay. Ich gebe Jogi Löw nur bedingt die Schuld am Desaster in Russland. Er hat zwar den Kader geplant und die Aufstellung gemacht, aber die Mannschaft wollte einfach nicht. So sah es jedenfalls für mich aus. Außerdem bin ich der Meinung, wer seinen Vertrag vor der WM um vier Jahre verlängert, der kann nicht sofort beim ersten Rückschlag aufhören. Auch wenn das frühe WM-Aus ein sehr heftiger Rückschlag war. Ich hoffe nur, der Bundestrainer zieht wirklich seine Lehren aus der Pleite, sortiert seinen Kader tatsächlich neu und baut jetzt auf frische Kräfte. Aus der Mannschaft, die immerhin den Confed-Cup gewann, bieten sich genügend Akteure als künftiges Stammpersonal an.


Jan Medewitz, Gehörlosen-Nationalspieler von WTW Wallensen: Nach meiner Meinung ist es die richtige Entscheidung von Löw, weiterzumachen, obwohl auch er für das WM-Aus verantwortlich ist. Es war ein Fehler, Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit zur WM zu nehmen. Die Querelen, die das Erdogan-Foto ausgelöst haben, haben die ganze Stimmung in der Nationalmannschaft kaputt gemacht. Auch dass Manuel Neuer nach seiner monatelangen Verletzungspause trotz des Trainingsrückstandes und der fehlenden Spielpraxis die Nummer eins im Tor war, kann ich nicht verstehen, weil Marc-André ter Stegen beim FC Barcelona eine super Saison gespielt hat. Löw muss aus seinen Fehlern lernen. Nach dem WM-Aus muss die Nationalmannschaft ein neues Gesicht bekommen – mit jungen Spielern und Talenten. Wichtig ist, dass die Jungs nach dieser Enttäuschung wieder Spaß haben. Wenn die Stimmung gut ist, läuft es bestimmt wieder besser. Das hoffe ich jedenfalls.

Ich finde es gut, dass Jogi Löw Bundestrainer bleibt. Er hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er ein Top-Trainer ist.

David Odonkor, Ex-Nationalspieler und Trainer der SpVgg. Bad Pyrmont


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