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Fußball: Bad Pyrmonts Alexander Gagarin klärt auf: „Mit dem Kosmonauten bin ich nicht verwandt“

Lieber am Ball als ein Flug ins All

BAD PYRMONT. Als er nach seinem ersten Einsatz im Trikot des Landesligisten SpVgg. Bad Pyrmont auf seinen Familiennamen angesprochen wurde, wiegelte Alexander Gagarin, der aus der A-Jugend von Union Bad Pyrmont in den Kader von Trainer David Odonkor rückte, gleich ab: „Nein, mit Juri Gagarin bin ich nicht verwandt.“

veröffentlicht am 10.07.2018 um 16:41 Uhr

Von den A-Junioren auf dem Sprung in den Landesliga-Kader: Pyrmonts Alexander Gagarin. Foto: nls
Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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Aber den weltberühmten russischen Kosmonauten, der im April 1961 als erster Mensch ins All flog, kennt der Nachwuchskicker der Spielvereinigung ganz genau. Da geht bei Alex, dem gleich noch die Namen des „Sputniks“ und der Weltraumhündin „Laika“ durch den Kopf schwirren, die russische Seele auf.

Ins All möchte der ehrgeizige 19-Jährige, der aus den A-Junioren des JFV Union in den Kader von Trainer David Odonkor rückte, zwar nicht fliegen, dafür lieber einen Stammplatz beim Landesligisten erobern: „Ich will mich bei der Spielvereinigung behaupten.“ Doch Alexander ist kein Träumer und lebt als Fußballer keinesfalls in seinem eigenen Kosmos. Er weiß genau, dass der Weg aus der Bezirksliga der A-Jugend ins Pyrmonter Herrenteam durchaus auch steinig werden kann. Erste Eindrücke konnte er bereits bei den ersten beiden Testspielen in Diestelbruch (6:0) und gegen SW Enzen (4:3) sammeln. „Da wird viel schneller und auf einem deutlich höheren Niveau als in der Jugend gespielt“, hat er sofort erkannt. Auch an das intensive Training, das Coach Odonkor in der Vorbereitungsphase durchzieht, muss sich Gagarin, der im Oktober in Hannover ein Studium für Bau- und Ingenieurwesen beginnt, erst einmal gewöhnen: „Vier oder fünf Einheiten in der Woche und dann noch die Testspiele, das schlaucht ganz schön.“ Das gilt auch für Jan Dörries, der ebenfalls aus der Union-Jugend aufrückte. Da sind die beiden anderen Youngster des Jahrgangs 1999, die im aktuellen Kader stehen, schon einen Schritt weiter. Sören Vespermann atmete bereits in der vergangenen Saison die raue Luft der sechsten Liga ein. Kevin Schmidt wehte der kräftige Wind der Nachwuchs-Bundesliga bei Arminia Bielefelds A-Junioren um die Nase.

Der in der Millionenstadt Ufa geborene Gagarin begann seine Fußball-Karriere nahe des Urals als Torhüter. Doch diese Position war ihm schnell zu langweilig – er wollte lieber Tore schießen. Denn das kann er am besten. In den letzten vier Spielzeiten führte er bei den B- und A-Junioren der Unioner stets die Torschützenliste an. „98 Treffer habe ich da erzielt“, weiß er genau. Im neuen Team um Kapitän Benedikt Hagemann muss er auf seinen ersten Torjubel aber noch warten. Wohl auch, weil sich der Stürmer bei seinen ersten beiden Auftritten plötzlich auf ungewohnten Positionen wiederfand. In Diestelbruch im rechten Mittelfeld, im Heimspiel gegen Enzen sogar als Außenverteidiger. Da gab es jedoch kein Murren, Gagarin nahm die neuen Aufgaben an und fiel keinesfalls durch. Mit seiner Leistung am Wochenende konnte er zufrieden sein.

Enttäuschung machte sich beim Youngster dennoch breit. Als Russlands Nationalelf im Elfmeterschießen gegen Kroatien ausgeschieden war, saß der Stachel tief: „Ich habe aber trotzdem großen Respekt vor der Mannschaft. Alle Spieler haben großartig gekämpft.“ Doch wenn man den talentierten Kicker während der Fußball-WM in seinem Heimatland auf ein sportliches Vorbild anspricht, schwärmt er keinesfalls von Messi, Neymar oder gar Russlands Keeper Igor Akinfeev. Für Alexander Gagarin bleiben zwei russische Ikonen, die beide längst verstorben sind und die er nie live miterleben durfte, die Allergrößten: Torwart Lew Jaschin und Eishockey-Crack Waleri Charlamow.

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