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Reitsport: Daisy Marie von Wedemeyer und Bea, die Stute mit den Herzproblemen

Liebe auf den ersten Blick

HAMELN. Da war sie auf einmal, die Liebe auf den ersten Blick. Als Daisy Marie von Wedemeyer im Sommer 2011 eher zufällig die Stute mit der weißen Blässe sah, war es um die junge Dame geschehen. „Bea ist sofort meine große Pferdeliebe geworden“, schwelgt die 20-jährige Springreiterin heute noch gerne in Erinnerungen.

veröffentlicht am 26.06.2017 um 16:19 Uhr

Daisy Marie von Wedemeyer mit der zwölfjährige Stute Bea, die trotz ihrer Herzprobleme die Hürden bestens meistert. Foto: PR
Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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Nur ihr Vater konnte sich mit Bea überhaupt nicht anfreunden. „Bea hat Herzprobleme“, nannte die amtierende Siegerin des Kreis-Championats als triftigen Grund. Und so war von der begeisterten Reiterin erst einmal jede Menge Überzeugungskraft gefordert. Und 2013 war dann tatsächlich alles gut: „Da habe ich Bea zweimal geritten und war von ihr einfach überzeugt.“ Und Vater von Wedemeyer endlich überredet, trotz des Herzfehlers, mit dem sich die sprunggewaltige Stute wohl schon seit ihrer Geburt herumplagen muss. „Ihr Herzschlag ist mal kürzer, mal länger“, hört sogar ihre Reiterin ganz genau. „Aber nicht immer, sondern völlig unregelmäßig.“ Als Vierjährige wurde der Fehler festgestellt. So ist Bea eben ein Pferd, dass regelmäßig unter tierärztlicher Aufsicht steht. „Aber bislang verliefen die Untersuchungen immer ohne große Auffälligkeiten“, weiß Daisy Marie von Wedemeyer, die „ihre große Pferdeliebe“ deshalb auch nicht übermäßig belastet.

„Bei einer Vielseitigkeitsprüfung würde ich sie bestimmt nicht einsetzen, und 2016 habe ich ihr einfach mal einige Wochen Pause gegönnt“, erinnert sie sich. Auch bei der im September in Hameln stattfindenden Kreismeisterschaft wird das bestens harmonierende Paar nicht an den Start gehen. Doch da ist nicht Beas „Herzklabaster“ von entscheidender Bedeutung. „Hameln ist einfach nicht unser Parcours, der liegt uns nicht“, musste die angehende Bankkauffrau zugeben. Und dass, obwohl Reiterin und Pferd eigentlich immer auf gleicher Wellenlänge ticken. Da liegt dem erfolgreichen Duo des RV Bisperode die Anlage in Bad Pyrmont deutlich besser. Schließlich sicherten sie sich dort auch schon 2016 die begehrte Kreisschärpe.

„Wir harmonieren einfach gut miteinander. Bea weiß, was ich von ihr will“, hat Daisy von Wedemeyer früh erkannt. „Sie ist eben ein richtig gutes Turnierpferd, auch wenn sie manchmal ihren eigenen Kopf hat.“ Aber der wurde ja schon der legendären Halla von Hans-Günther Winkler nachgesagt. In der Ruhe liegt da schon eher die Kraft. „Das merkt man auch daran, dass Bea auf den Anhänger allein rauf und runter geht“, lobt die couragierte Spring-Spezialistin aus dem Ostkreis ihr Pferd.

Das erfolgreiche Duo nach dem zweiten Sieg beim Kreis-Championat. Foto: kf
  • Das erfolgreiche Duo nach dem zweiten Sieg beim Kreis-Championat. Foto: kf

Daisy von Wedemeyer und die Stute mit den Herzproblemen blicken bereits nach vorn. Eine erneute Titelverteidigung im Kampf um das Kreis-Championat wird es im kommenden Jahr nicht geben. Spätestens 2018 wollen Daisy und Bea, die natürlich weiterhin vom Tierarzt durchgecheckt wird, deutlich höher hinaus. „Dann werden wir auch mal ein M-Springen angehen“, heißt das nächste Ziel.

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