weather-image
Kreisfußball: Schwerer Stand für Winsmann in Klein Berkel / Verbandstag entscheidet

Klare Abfuhr für Fusion

HAMELN-PYRMONT. Das war gewiss kein guter Tag für den Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV): Erst kam der Präsident nicht, dann erhielten die Pläne für die Fusion der Kreise von den Vereinen eine klare Abfuhr: Von den 47 Klubvertretern stimmten in der Info-Veranstaltung in Klein Berkel 37 gegen einen Zusammenschluss mit Holzminden und Hildesheim oder Schaumburg. „Ich wusste, was auf mich zukommt“, sagte der Bezirksvorsitzender Ernst-August Winsmann, doch dass all seine überaus engagierten und emotionalen Versuche, die Vereine des Fußballkreises Hameln Pyrmont auf Kurs Fusion zu bringen, so kläglich scheiterten, hatte er sich wohl nicht vorgestellt.

veröffentlicht am 12.06.2016 um 10:35 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:29 Uhr

270_0900_1587_sp1306_Fussball_Vorstand.jpg

Autor:

Henner E. Kerl

Gemeinsam mit dem Spielausschuss-Vorsitzenden des Bezirks, Thorsten Schuschel hatte er einen überaus schweren Stand. Dass schon zum Start die Erfolgsaussichten gen Null sanken, lag ausgerechnet in der Verantwortung seines Präsidenten: NFV-Chef Karl Rothmund sagte kurzfristig sein Kommen ab. Anstatt nach Klein Berkel, reiste er zur EM nach Frankreich. „Ob der in Frankreich ist oder nicht, das macht Löws Mannschaft auch nicht besser“, kommentierte ein Vereinsvertreter die Absage und brachte damit die Enttäuschung vieler im Saal zum Ausdruck. Auch Kreisvorsitzender Andreas Wittrock konnte seinen Unmut nicht verbergen. Er machte gleich zur Eröffnung klar, dass er strikt gegen eine Fusion ist und mit ihm an der Spitze könne deshalb der Kreis nicht in die Verhandlungen gehen: „Ich bin kein Freund von Fusionen, die bessere Lösung sind Kooperationen“ Seiner Meinung nach sind Kreiszusammenschlüsse keine Möglichkeit, der demografischen Entwicklung zu begegnen. Der gravierende Rückgang von Mannschaften habe viele Ursachen, und gewiss werde die Ausdehnung des Bundesligaspieltages auf den Montag dem Amateurfußball zudem massiv schaden, und schließlich solle der Verband in der eigenen Verwaltung in Barsinghausen mit den Kostensparen beginnen.

Bekanntlich möchte der Niedersächsische Fußballverband seine Kreise drastisch reduzieren – von derzeit 43 auf rund 20. Für Hameln und Holzminden favorisiert Winsmann die Lösung mit Hildesheim. Auch weil Schaumburg wohl eher ein Zusammengehen mit Nienburg anstrebt.

„Egal welches Gebilde am Ende entsteht, die Fusion wird sich nicht auf den Spielbetrieb auswirken“, machte er deutlich. „Es geht darum, die Verwaltung schlanker zu machen und nach dem geplanten Ende der Neustrukturierung werde der bisherige Bezirk Hannover aufgelöst“. So würden die bisherigen Kreise ihre Kreisligen behalten, und in den Bezirksligen sei gewährleistet, dass es eine regionale Zuordnung und damit attraktive Derbys gebe. Der Befürchtung, alles werde den Vereinen zusätzliche Kosten aufbürden, konnte der Bezirksvorsitzende nicht entkräften. Eine Kostenanalyse gebe es noch nicht. „Aber ich gehe davon aus, dass die Vereinsabgaben an den Verband nicht steigen werden“.

270_0900_1588_sp1306_Fussball_Vorstand.jpg
  • Bezirksfußball-Chef August-Wilhelm Winsmann (re.) hatte bei seinem Vortrag einen schweren Stand.

Seine Vorstellungen stießen aus wenig Zustimmung. So machte Hermann Giesemann deutlich, dass den Vereinen zu viel zugemutet werde. „Wir haben in den vergangenen Jahren viele Veränderungen mitgemacht, nun muss endlich mal Schluss sein.“ Viele Wortmeldungen und immer wieder die Frage nach den Kosten und die Angst, von Hildesheim untergebuttert zu werden: Ernst- August Winsmann versuchte ein aufs andere Mal, der Skepsis den Garaus zu bereiten. Am Ende aber verliefen alle Versuche im Sande. Bei einer Abstimmung ohne juristischen Wert sprachen sich nur vier dafür aus, die Fusion mit Hildesheim und Holzminden anzupacken, drei wollten gar das Schicksal des Fußballkreises in die Hände der Kreise Holzminden oder Hildesheim legen und 37 plädierten dafür, den Verbandstag 2017 des NFV entscheiden zu lassen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt