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Timo Thomas spricht im Dewezet-Interview über Zukunft

Kehrt der verlorene Sohn wieder zum VfL zurück?

Basketball. Die Regionalliga-Basketballer des VfL Hameln haben ihren Kapitän Timo Thomas, der im Februar zum Zweitligisten UBC Tigers Hannover wechselte, vermisst. Im Dewezet-Interview mit unserem Mitarbeiter Andreas Rosslan verrät der 29-Jährige, ob er auch nächste Saison für den UBC spielt oder zum VfL zurückkehrt.

veröffentlicht am 28.04.2010 um 18:07 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:21 Uhr

Sein bestes Spiel für die UBC Tigers Hannover machte Timo Thomas

Timo, darf ich Ihnen schon gratulieren? Wozu?

Bei Ihnen sollen ja bald die Hochzeitsglocken läuten.

Stimmt. Am 21. Mai werden wir standesamtlich getraut. Einen Tag später ist die kirchliche Hochzeit. Und selbstverständlich gibt es einen Polterabend.

Wann war das Lampenfieber größer? Als Sie ihrer Freundin den Heiratsantrag machten oder bei ihrem Zweitligadebüt für die Tigers.

Wenn ich ehrlich bin, bei meinem ersten Heimspiel für den UBC gegen Cuxhaven. Als ich Yvonne den Heiratsantrag gemacht habe, war ich überhaupt nicht aufgeregt. Als wir im vergangenen Sommer in Italien nachts am Strand spazieren gegangen sind, habe ich sie spontan gefragt, ob sie meine Frau werden will. Das war sehr spontan, weil ich in diesem Moment das Gefühl hatte, dass es genau der richtige Zeitpunkt ist.

Mit einer 83:90-Niederlage in Nördlingen hat sich ihr Team als Zwölfter aus der ersten Zweitligasaison verabschiedet. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz beim UBC aus?

Die Zweite Liga war absolutes Neuland für mich. Ich habe mich von Spiel zu Spiel besser ins Team gefunden, weil ich von den Hannoveraner Jungs gut aufgenommen wurde. In Nördlingen habe ich zuletzt sogar 31 Minuten gespielt. Ich bin sehr zufrieden. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft.

Was ist der Unterschied im Vergleich zur zweiten Regionalliga, in der Sie vorher für den VfL Hameln gespielt haben?

Die Spielweise ist wesentlich körperbetonter, die Fehler werden eiskalt bestraft und auch das Tempo ist höher. Aber dadurch, dass ich etwas weniger Einsatzzeiten als beim VfL hatte, konnte ich dementsprechend mehr Gas geben.

Im Gegensatz zum eher familiär geführten VfL ist der UBC kein Verein, sondern eine GmbH.

Beim UBC ist alles etwas professioneller. Das ist eine ganz andere Kragenweite als beim VfL. Beim UBC gibt es Physiotherapeuten, einen Sportmediziner, gesponsertes Essen, Getränke und vieles mehr.

Gab es einen Zeitpunkt, an dem Sie den Vereinswechsel bereut haben?

Ja klar. Bei fast jedem Auswärtsspiel. Die bis zu 500 Kilometer weiten Fahrten, wie zuletzt nach Nördlingen, sind schon sehr anstrengend und langweilig.

Was war Ihr schönster Moment im Trikot der Tigers?

Ganz klar das Spiel gegen Bayern München. Das war mein bestes Spiel. Dort hatte ich eine Trefferquote von 100 Prozent: 14 Punkte – und keinen Fehlwurf. Das war schon gut.

Und was bleibt Ihnen in nicht so guter Erinnerung?

Mein erste Spiel für den UBC gegen Cuxhaven, das wir mit 93:107 verloren haben. Da habe ich nach meiner Einwechslung gleich zu spüren bekommen, dass in der zweiten Liga ein anderer Wind weht. Lee Jeka, um den ich mich eigentlich kümmern sollte, hat mich ganz schön alt aussehen lassen.

Im März haben Sie gesagt, dass Sie sich durchaus vorstellen könnten, den Vertrag in Hannover zu verlängern. Andererseits schlägt Ihr Herz immer noch für den VfL. Welches Trikot tragen Sie denn nächste Saison?

Ich weiß nicht, ob ich es schon verraten darf. Aber ich komme nach Hameln zurück. Ich habe mich zwar auch in Hannover sehr wohlgefühlt, aber ich möchte meine Jungs beim VfL nicht im Stich lassen. Ich hatte ihnen versprochen, dass ich zurückkomme. Ich freue mich schon jetzt riesig auf die neue Saison.

In der vergangenen Saison lief es nicht ganz so gut. Als Achter hat sich der VfL unter Wert geschlagen.

Das war ein Seuchenjahr für uns. Wir hatten unheimliches Verletzungspech. Zans Grobinsch und Jakob Faas haben fast die ganze Saison mit Schmerzen gespielt, Boris Bonhagen hatte sich die Nase gebrochen, Markus Lohne und ich waren auch zwischendurch krank beziehungsweise verletzt. Bei so einem im Vergleich zu anderen Teams kleinen Kader kann man die Ausfälle von Leistungsträgern kaum verkraften. Den einen oder anderen Neuzugang könnten wir ganz gut gebrauchen.

Warum bringen Sie nicht gleich den einen oder anderen Spieler aus Hannover mit?

Ich gehe davon aus, dass den Spielern der Weg von Hannover nach Hameln zum Training zu weit ist. Außerdem bekommt man ja auch beim VfL als Spieler kein Geld. Die Fahrtkosten müsste jeder also aus eigener Tasche zahlen.

Was haben Sie sich für die neue Saison mit dem VfL vorgenommen?

In der Saison 2008/09 sind wir Vierter geworden. Es ist kaum möglich, diese Super-Saison zu toppen. Ich kann unseren Fans aber auf jeden Fall versprechen, dass wir besser abschneiden werden als dieses Jahr.

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