weather-image
16°
Der Mann für alle Fälle in Hemeringen: Trainer, Torhüter und Elfmeterkiller

„Katze“ Klotz – keiner fliegt schöner

Von Roland Giehr

Fußball. Er flog, er fluchte – und er fischte sogar einen Elfmeter aus dem Eck. Aber was hat es Thilo Klotz genützt? Gar nichts, auch wenn er nun als „Katze von Teltow“ in die Annalen eingehen wird. Denn beim 2:4 in Grohnde musste er trotzdem viermal den Ball aus dem Netz holen. Eigentlich ein ganz normales Torhüter-Schicksal, doch in diesem Fall eines der besonderen Art.

veröffentlicht am 16.04.2010 um 15:03 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:41 Uhr

270_008_4276293_sp201_1704.jpg

Von Roland Giehr

Fußball. Er flog, er fluchte – und er fischte sogar einen Elfmeter aus dem Eck. Aber was hat es Thilo Klotz genützt? Gar nichts, auch wenn er nun als „Katze von Teltow“ in die Annalen eingehen wird. Denn beim 2:4 in Grohnde musste er trotzdem viermal den Ball aus dem Netz holen. Eigentlich ein ganz normales Torhüter-Schicksal, doch in diesem Fall eines der besonderen Art. Denn der 44-jährige gebürtige Berliner ist bekanntlich Trainer des Kreisligisten VfB Hemeringen. Soll heißen, sein Platz ist an der Außenlinie, nicht auf der Torlinie. Doch beim Dorfklub gehen die Fußball-Uhren schon lange anders, wird das Jobsharing im Kasten besonders groß geschrieben und ist schon fast Tradition. Schon in der Vorsaison bewachte eine komplette Elf die VfB-Pfosten, doch jetzt ist sie plötzlich wieder da: die Malesse mit der Nummer eins. „Mit einem richtigen Torwart hätten wir bestimmt gewonnen“, witzelte Klotz. Wohlwissend, dass er als „Ungelernter“ auch ein kleines bisschen zum Grohnder Glück beigetragen hatte. Natürlich unfreiwillig, aber was sollte er mangels Personal auch machen.

So steht sein Stammtorhüter Ivan Pede – eigentlich auch ein Feldspieler – während der Woche wegen eines Lehrgangs nicht zur Verfügung. Dessen Ersatzmann Marian Hartung ist schon seit Monaten „verschollen“, der Altherren-Torhüter hat eine Schulterverletzung und zu allem Übel spielte auch die VfB-Reserve noch gleichzeitig gegen Groß Berkel. Und da der Kader in Hemeringen nach dem Rauswurf von Daniel Magaschütz wegen vereinsschädigendem Verhalten und dem Abgang von Björn Bertram zur SSG Halvestorf nicht gerade größer geworden ist, gab es nur eine echte Alternative: Eben Thilo Klotz, den Mann für alle Fälle. Der feierte dann in Grohnde auch gleich noch eine Premiere in seiner langen Karriere, die einst bei Motor Teltow in Ostberlin begann.

„Bislang hatte ich zwar schon ein paar Kurzeinsätze. Aber das waren meine ersten kompletten 90 Minuten im Tor, die ich sicherlich noch ein paar Tage in den Knochen merken werde“, sehnt er sich nun wieder nach seinem geruhsameren Trainerstuhl zurück. Und da ist der 44-Jährige schon am Sonntag wieder gefragt, wenn er mit seiner Mannschaft bei BW Salzhemmendorf antreten muss.

„Die Handschuhe bleiben diesmal aber zu Hause“, verspricht Klotz und hofft, dass sich Ivan Pede während seines Lehrgangs in Köln nicht noch verletzt hat. Da der VfB Hemeringen auch sonst wieder ein kompaktes Aufgebot stellen wird, ist die Zielsetzung klar. „Ich spiele nicht mit, also holen wir die drei Punkte“, ist sich Klotz sicher.

Der 25. Kreisliga-Spieltag: Sbd., 16 Uhr: Eimbeckhausen – SV Lachem. Stg., 15 Uhr: Hagen – Hilligsfeld, Marienau – Emmerthal, Klein Berkel – Rohden, Bisperode – Grohnde, 07 II – Wallensen, Salzhemmendorf – Hemeringen, Nettelrede – Afferde.

Keiner fliegt schöner: Trainer Thilo Klotz verdiente sich als Aushilfstorhüter beim VfB Hemeringen einen neuen Spitznamen „die Katze von Teltow“.

Foto: nls

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare