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„Jugend bewegt sich über Grenzen“: Staffel der JVA Rockenberg verteidigt beim Bundesfinale in Hameln den Titel

Junge Gefangene laufen 21 Kilometer bis zum Ziel

Leichtathletik (rhs). Für den früheren 5000-Meter-Olympiasieger Dieter Baumann war der Halbmarathon über 21,09 Kilometer nur ein etwas längerer Trainingslauf, für die inhaftierten jungen Männer der teilnehmenden 13 Jugendvollzugsanstalten allerdings schon ein hartes Stück Arbeit – manchmal sogar bis an den Rand der Erschöpfung. Die Rede ist vom gestrigen Lauf „Jugend bewegt sich über Grenzen“ in der Jugendanstalt Hameln, die in diesem Jahr Ausrichter des Bundesfinales war und sich dabei als hervorragender und würdiger Gastgeber erwies, wie Staatssekretär Jürgen Oehlerking aus dem niedersächsischen Justizministerium in Vertretung von Minister Busemann lobend anerkannte.

veröffentlicht am 18.06.2010 um 17:09 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:41 Uhr

In Staffelform, wobei jeder der fünf Läufer eines Teams einen hügeligen Rundkurs von 837 Metern fünfmal umrunden musste, ging der Wettkampf hinter Stacheldraht und sicheren Mauern über die Bühne. Unter Anfeuerung der Mannschaftskameraden setzte sich zwar anfangs das sächsische Team aus Regis-Breitingen an die Spitze, wurde jedoch schon bald vom hessischen Vorjahressieger Rockenberg abgelöst.

Zwar versuchte Sololäufer Baumann, der vor dem Start mit dem Rattenfänger alle Mannschaften abgeklatscht hatte, unterwegs die anderen Läufer durch Tipps und ständigen Blick auf die Uhr zu motivieren, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Doch das Team von Diplom-Sportlehrer Dierk Bublitz ließ sich davon nicht mehr beirren, vergrößerte von Runde zu Runde den Vorsprung und lag im Ziel mehr als vier Minuten vor Schifferstadt und Laufen-Lebenau, das übrigens die weiteste Anreise hatte.

Das Hamelner Team, von Thomas Köster und Michael Wehmann acht Wochen lang auf diesen Wettkampf vorbereitet, landete als Achter nur im Mittelfeld.

Dieter Baumann selbst kam als Dritter ins Ziel. „Mir hat mein Tempo gereicht, zumal in jeder Runde eine kleine Steigung zu meistern war“, so der 45-jährige Autodidakt, der übrigens gleich in Hameln blieb. Denn heute Abend um 20 Uhr will der Tübinger im Spiegelsaal der Rattenfängerhalle mit seinem Stück „Körner, Currywurst und Kenia“ das Publikum auch verbal mit auf seine Reise nehmen.



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