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Trainer Marcel Pöhler über den Stand der Dinge beim FC Preussen

„Jetzt gibt es keine Ausreden mehr“

BEZIRK HANNOVER. Die Stunde der Wahrheit naht. Der FC Preussen Hameln klopft am Dienstag (19 Uhr) auf dem neuen Kunstrasen gegen BW Neuhof ans Tor zur Fußball-Bezirksliga. Und die 07-Karten könnten in diesem Finale von der Papierform her nicht besser sein, denn die Hildesheimer lieferten mit dem mageren 1:1 gegen Lenne quasi eine Steilvorlage. Nach dem eigenen 6:3-Sieg zum Auftakt der Relegation in Lenne würde dem frisch gekürten Kreispokalsieger schon ein Remis zur Erfüllung seiner Träume reichen. Wir sprachen mit Trainer Marcel Pöhler (45) über den Stand der Dinge vor seinem letzten Pflichtspiel als Preussen-Trainer.

veröffentlicht am 11.06.2017 um 15:30 Uhr

Hofft in seinem letzten Pflichtspiel als Preussen-Trainer auf den Aufstieg: Marcel Pöhler. Foto: nls
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Ist das magere Neuhofer 1:1 nicht irgendwie auch ein trügerisches Ergebnis?
Marcel Pöhler: Sogar ein ganz gefährliches, und das sollten wir uns auch vor Augen halten. Daraus irgendwelche falschen Rückschlüsse zu ziehen, wäre fatal. Aber wir können ohnehin nicht auf ein Remis spielen und werden alles in die Waagschale werfen.


Wie stark schätzen Sie denn BW Neuhof überhaupt ein. Immerhin wurde Bezirksliga-Meister Tündern deutlich mit 4:1 besiegt – oder hat das in so einem Spiel nichts zu bedeuten?
Das war in der Endphase der Saison, wo es für Tündern eigentlich um nichts mehr ging. Dennoch hat Neuhof durch die Reaktivierung einiger Altherrenspieler enorm an Qualität zugelegt. Das wird also kein Spaziergang für uns.


Wie sehr sind Sie trotzdem vom Aufstieg des FC Preussen überzeugt?
Voll und ganz. Ich habe sehr großes Vertrauen in meine Mannschaft, die sich zu einer tollen Einheit zusammengerauft hat. Außerdem gibt es jetzt sowieso keine Ausreden mehr und alle werden sich deshalb auch für das große Ziel des Vereins zerreißen. Da bin ich ganz sicher.
Und wenn es nicht klappt?
Dann haben wir trotzdem eine ganz tolle Saison gespielt und können erhobenen Hauptes vom Platz gehen.

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Sie haben am Sonntag noch einmal trainiert. Wahrscheinlich auch mit Blick auf die beim 6:3 in Lenne nicht unbedingt überzeugende Abwehrarbeit – oder?
Natürlich haben Ansgar Stelzer und ich noch einmal gewisse Dinge angesprochen, uns ansonsten aber mit einigen speziellen Übungen auf dem für uns noch ziemlich ungewohnten Kunstrasen auf das Spiel eingestimmt.


Wie sieht es denn personell bei Ihnen aus?
Der langfristige Ausfall von Kapitän Sönke Wyrwoll ist ja bekannt. Nun fehlt allerdings auch noch Daniel Schütten, der seinen Urlaub nicht verschieben konnte. Ich denke aber, wir können die Lücke in der Abwehr kompensieren.


Dieses Finale ist auch für den Kreis Hameln-Pyrmont sicherlich ein Highlight. Manche Experten erwarten rund 1000 Zuschauer. Und Sie?
Ich gehe auch von einer großen Kulisse aus, schließlich wird Neuhof auch einiges an Fans mitbringen. Ich hoffe nur, dass alle auf dem engen Platz auch gut sehen können. Und wenn wir dann noch aufsteigen, um so schöner.

Sie könnten nach dem schon erreichten Pokaltriumph als einer der erfolgreichsten Trainer in die 07-Geschichte eingehen, wenn sie jetzt auch noch aufsteigen. Schon mal einen kleinen Gedanken daran verschwendet?
Nein, es geht ja primär auch nicht um mich, sondern um den Erfolg der Mannschaft, die wirklich super gearbeitet hat. Wenn es dann tatsächlich so kommen sollte, würde ich mich natürlich freuen, dass der ganze Aufwand auch Früchte getragen hat.


Für Sie ist diese Partie auch gleichzeitig Ihre letzte Amtshandlung als Hamelner Cheftrainer – dann übernimmt Uwe Filla. Wie fällt denn im Rückblick Ihre Bilanz in den vier Jahren beim FC Preussen aus?
Es ist schon eigenartig, wie schnell sich alles positiv entwickelt hat. Als ich damals in der 2. Kreisklasse angefangen haben, waren gerade vier Leute beim Training. Ohne die Hilfe der Altherrenspieler und der Engländer hätten wir die Saison nicht wuppen können. Eine ganz bittere Erfahrung für mich war, dass wir einmal sogar nicht antreten konnten. Danach ging es dann aber nur noch bergauf.


Sie bleiben 07 bekanntlich in einer anderen Funktion erhalten, Wie sieht Ihr künftiges Betätigungsfeld aus?
Ich werde den Posten des Jugendleiters übernehmen und mich da speziell um die Entwicklung bei den A-Junioren, B-Junioren und C-Junioren kümmern. Während wir im unteren Nachwuchsbereich sehr gut aufgestellt sind, herrscht hier im Verein noch Nachholbedarf und ich beginne auch fast bei null. Aber das ist eine reizvolle Aufgabe, auf die ich mich auch freue.


Sind Sie eigentlich noch in die Gespräche mit weiteren Neuzugängen eingebunden?
Nein, damit habe ich nichts mehr tun. Dafür sind Manager Toni Kierakowitz und der neue Trainer Uwe Filla verantwortlich. Ich bin aber sicher, dass beim Thema Personal noch etwas passieren wird.

Interview: Roland Giehr



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