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Hochspringerin will ihre Chance nutzen

Jetzt geht’s los! Brodersen ist fit für die WM

Leichtathletik (aro/mha). Fast neun Stunden saß Deborah Brodersen im Flugzeug nach Kanada, wo in der 64000-Einwohner-Stadt Moncton zurzeit die Junioren-Weltmeisterschaften der U 20 stattfinden. Der lange Flug war zwar ganz schön anstrengend, erzählte die 17-Jährige nach ihrer Ankunft. Aber Jetlag spürt das „Golden Girl“ der LG Weserbergland nicht mehr, obwohl die Zeitdifferenz zu Deutschland fünf Stunden beträgt. Brodersen hatte schon ein paar Tage Zeit, sich vor Ort zu akklimatisieren. Inzwischen tickt ihre innere Uhr mit der neuen Ortszeit synchron.

veröffentlicht am 21.07.2010 um 15:59 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:46 Uhr

Während andere junge Leichtathleten in Moncton bereits um Gold, Silber und Bronze kämpfen, konnte es „Debbie“, wie sie von ihren Freunden gerufen wird, noch etwas ruhiger angehen lassen. „Ich habe ja noch etwas Zeit. Mein Wettkampf beginnt ja erst am Freitag.“ Dementsprechend entspannt wirkt sie auch, wenn man am Telefon mit ihr spricht. Aufgeregt ist sie noch nicht. Das Lampenfieber steigt bei ihr erst am Wettkampftag. Mit der Sprache hat Brodersen, die einen britischen Vater hat, keine Probleme. In Moncton sprechen zwei Drittel der Einwohner englisch. „Französisch spreche ich nämlich nicht.“ Die freie Zeit zwischen den Trainingseinheiten nutzte Brodersen bisher auch, um Land und Leute kennenzulernen und die Liebe zu der WM-Stadt zu entdecken, die an der Ostküste Kanadas liegt und zur Provinz New Brunswick gehört. Der Ort wurde übrigens im Jahr 1733 unter dem Namen Le Coude gegründet, 1766 zogen die ersten Siedler aus Pennsylvania ein. Dass Brodersen von Kanada begeistert ist, kann ihre Trainerin Beatrice Mau-Rep-nak, die dort 1988 ebenfalls bei der Junioren-WM dabei war, „sehr gut nachvollziehen“. Doch Urlaubsgefühle kommen nicht auf, denn für Brodersen wird es jetzt ernst. Am Freitag um 10 Uhr Ortszeit (15 Uhr in Deutschland) beginnt für sie die Qualifikation im Hochsprung. „Die will ich unbedingt überstehen.“

Die Chancen sind gar nicht so schlecht. Bei der Junioren-Gala in Mannheim löste Brodersen mit 1,79 Metern das WM-Ticket. Doch bei der U20-WM will sie sogar ihre Saison-Bestleistung von 1,82 Metern toppen. „Vielleicht sind ja sogar 1,85 Meter drin.“

Ihre Formkurve zeigt jedenfalls nach oben. „Die letzten Trainingseinheiten in Kanada mit Bundestrainerin Brigitte Kurschilgen lassen viel hoffen“, so Mau-Repnak. Und diese Hoffnung zielt auf das Erreichen des Endkampfes am Sonntag. Doch dazu muss Brodersen zunächst am Freitag durch die Qualifikation ihre Pflicht erfüllen. „Mit ihren bisher übersprungenen 1,82 Metern sollte Deborah das schaffen“, glaubt die Heim- und Landestrainerin. „Ich glaube sogar, dass sie bei optimalen Bedingungen noch zwei bis drei Zentimeter drauflegen kann.“

Vor Saisonbeginn hatte Brodersen, die ja eigentlich gelernte Siebenkämpferin ist, im Hochsprung niemand auf der Rechnung. Sie selbst glaubte auch nicht an ihre WM-Chance – weder im Siebenkampf noch im Hochsprung. Jetzt will sie die Chance nutzen, um ihrem Ziel, die Olympischen Spiele 2012 in London, einen Schritt näherzukommen.



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