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Fußball: Kehlkopfprellung nach Faustschlag – Schiedsrichter erstattet Anzeige gegen Löwenser Spieler

Jetzt ermittelt die Polizei

HAMELN-PYRMONT. Der Schiedsrichter, der am Sonntag bei einem Spiel der 2. Fußball-Kreisklasse bedroht wurde und durch einen Faustschlag eine Kehlkopfprellung erlitt, hat gegen einen 26 Jahre alten Spieler von SW Löwensen bei der Polizei Anzeige erstattet. Das bestätigte Oberkommissar Andreas Appel der Dewezet.

veröffentlicht am 19.09.2017 um 18:41 Uhr

Auf dem Sportplatz in Löwensen sollen sich Sonntag tumultartige Szenen abgespielt haben. Foto: awa
Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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Das Skandalspiel in Löwensen hat ein Nachspiel: Der Schiedsrichter, der am Sonntag nach eigener Aussage einen Faustschlag an den Kehlkopf bekam und so massiv beleidigt und bedroht wurde, dass er das Punktspiel der 2. Fußball-Kreisklasse zwischen SW Löwensen und dem TC Hameln vorzeitig abbrach, hat bei der Polizei Anzeige erstattet.

Der Kriminal- und Ermittlungsdienst des Polizeikommissariats Bad Pyrmont hat laut Oberkommissar Andreas Appel nach den tumultartigen Szenen, die sich auf dem Fußballplatz in Löwensen abgespielt haben sollen, Ermittlungsverfahren gegen einen 26 Jahre alten Spieler von Schwarz-Weiß Löwensen eingeleitet – und zwar wegen Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Nötigung.

„Ich habe mich am Sonntagabend mit der Hamelner Polizei in Verbindung gesetzt und am Montag Anzeige erstattet“, bestätigte der 22-jährige Schiedsrichter gegenüber der Dewezet. Durch den Faustschlag, der ihn am Hals traf, habe er eine Kehlkopfprellung erlitten und sei vorerst krankgeschrieben. Der Schock sitzt bei dem 22-Jährigen, der für die TSG Emmerthal pfeifft, immer noch tief. Er habe auch daran gedacht, als Schiedsrichter aufzuhören: „Ich mache mir schon Gedanken, ob ich überhaupt noch mal pfeifen werde. Ich muss jetzt erst einmal zur Ruhe kommen.“ Er habe schon an Rücktritt gedacht, „denn sonntags kann ich meine freie Zeit bestimmt auch ruhiger gestalten“. Auf jeden Fall wird der junge „Mann in Schwarz“ erst einmal eine Pause einlegen und sich danach entscheiden, „wie es weitergeht“. Es soll übrigens nicht der erste Zwischenfall in Löwensen gewesen sein. Schon beim Kreispokalspiel gegen den TSV Grohnde soll angeblich ein Spielabbruch gedroht haben.

Neben den Ermittlungen der Polizei sind die Vorkommnisse auch ein Fall fürs Sportgericht, das sich nach Auskunft des Spielausschuss-Vorsitzenden Henrik Wustrack in Kürze mit der Angelegenheit beschäftigen wird: „Ich gehe davon aus, dass auf das Sportgericht jede Menge Arbeit zukommt.“

Für Löwensens Spartenleiter Johannes Güse waren die Vorfälle „nicht so dramatisch“. Seiner Meinung nach hätte der Schiedsrichter das Spiel am Sonntag gar nicht abbrechen müssen. Ob es möglicherweise vereinsinterne Konsequenzen gibt, soll bei einer kurzfristig einberufenen Vorstandssitzung am Mittwochabend diskutiert werden.kf/ube

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