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Trainerwechsel bei BW Salzhemmendorf / Lentge: „Ich gehe nicht im Groll“

Ist Steffan der Retter in der Not?

Interimstrainer in Salzhemmendorf: Oliver Steffan kehrt vorübergehend an seine alte Wirkungsstätte zurück.

veröffentlicht am 01.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 07:41 Uhr

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Foto: nls

Und Tschüss, ihre Uhr bei Blau-Weiß Salzhemmendorf ist abgelaufen: Coach Manfred Lentge und Co-Trainer Torge Stoy (rechts) räumen ihren Platz auf der Trainerbank.

Foto: Archiv

Fußball (aro). Zum Abschied spendierte Manfred Lentge beim Training den Kreisligakickern von Blau-Weiß Salzhemmendorf eine Kiste Bier. Bereits 24 Stunden vorher stand fest, dass der Trainer seinen Hut nehmen muss. Einen Tag nach der 2:7-Heimpleite gegen Lachem gab es bei den Blau-Weißen eine Krisensitzung, bei der der Trainerwechsel beschlossen wurde. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Aber es war der richtige Zeitpunkt, sich zu trennen“, sagte der Vereinsvorsitzende Tobias Klemp, der mit Oliver Steffan prompt einen Nachfolger aus dem Hut zauberte, der fast fünf Jahre als Trainer von der Bildfläche verschwunden war.

Steffan war schon einmal Trainer der Blau-Weißen. Damals spielte Salzhemmendorf noch in der Bezirksklasse. Sein Debüt feiert er am Samstag in Afferde. Dort ist er ebenfalls kein Unbekannter: „Mit der Eintracht stieg ich als Spielertrainer im Jahr 2002 in die Bezirksliga auf.“ Im entscheidenden Relegationsspiel besiegte seine Elf damals die von Lentge gecoachten Tünderner mit 3:0. Jetzt ist Steffan sein Nachfolger in Salzhemmendorf – da schließt sich der Kreis.

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Als Retter in der Not sieht sich der Interimscoach nicht: „Die Lage ist zwar ernst, aber nicht aussichtslos.“ Nach elf Spieltagen schwebt der Ostkreisklub in akuter Abstiegsgefahr. Nach dem guten Saisonstart mit zwei Siegen gegen Grohnde und Wallensen folgte der Einbruch. Die magere Bilanz: drei Siege, ein Remis und sieben Niederlagen, „die bei den Spielern ihre Spuren hinterlassen haben.“ Mit Ehrgeiz und Engagement will der neue Coach („Ich stehe nur bis zur Winterpause zur Verfügung“) ein Wir-Gefühl erzeugen. Keinen Hehl macht er daraus, dass auf ihn „ein hartes Stück Arbeit“ wartet: Die Abwehr, die bereits 39 Gegentreffer kassiert hat, ist das eine Sorgenkind – der harmlose Sturm ist das andere. In elf Partien erzielte BW erst 16 Treffer. Vorne ist der fünffache Torschütze Matthias Batke oft der einzige, der für Gefahr sorgt.

Viel Glück wünscht Lentge seinem Nachfolger: „Ich gehe nicht im Groll“, betonte der Ex-Coach, unter dessen Regie in den vergangenen dreieinhalb Jahren einen Umbruch gab. Weil viele Leistungsträger wie zuletzt Abwehrchef Benjamin Giese den Verein verließen, verordnete Lentge dem Team eine Verjüngungskur und setzte auf Talente aus den eigenen Reihen. „Die Arbeit mit den Jungs hat mir viel Spaß gemacht, war aber auch sehr anstrengend“, erläutert Lentge, der in wenigen Tagen an der Hüfte operiert wird.

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