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In Mannheim kann Deborah Brodersen das Ticket für die U-20-Weltmeisterschaft in Kanada lösen

„Ich habe nicht an meine WM-Chance geglaubt“

Leichtathletik (mha). In Mannheim geht es bei der DLV-Junioren-Gala am Wochenende um die Tickets zur U-20-WM in Moncton/Kanada. Auch Deborah Brodersen von der LG Weserbergland streckt sich im Hochsprung nach einer dieser Fahrkarten, die der DLV gleich nach der Gala verteilt. Wir sprachen vorab mit der 17-Jährigen.

veröffentlicht am 29.06.2010 um 15:53 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:21 Uhr

Deborah, sind Sie vor dem alles entscheidenden Auftritt schon aufgeregt?

Nein, das kommt frühestens am Sonnabend. Mein Start ist erst am Sonntag um 11 Uhr. Das ist mir fast zu früh, aber immerhin besser als Siebenkämpfe, die meistens noch früher beginnen.

Da wären wir beim Thema. Sie sind eigentlich Mehrkämpferin. Wieso nun die WM-Chance im Hochsprung?

Letztes Jahr bin ich noch in der U-17-Klasse gestartet und dort WM-Sechste im Siebenkampf geworden. In der neuen Altersklasse habe ich deutlich ältere und auch bessere Konkurrentinnen. Da habe ich vor der Saison nie an eine WM-Chance geglaubt – weder im Siebenkampf, noch im Hochsprung.

Und dennoch greifen sie jetzt nach dem WM-Ticket …

Das war schon überraschend. Im Winter war ich sechs Wochen außer Gefecht gesetzt und musste danach erst Grundlagen aufbauen. Ich habe weiter für den Siebenkampf trainiert und keinen Schwerpunkt im Hochsprung gesetzt. Vielleicht hat mich das lockerer gemacht. Keiner hat etwas von mir erwartet. Ich war völlig unbelastet.

Und das können Sie in Mannheim wieder sein. Immerhin haben sie die WM-Qualifikationshöhe von 1,82 Metern schon übersprungen.

Ja, beim ersten Qualifikationssportfest in Regensburg. Wir sind insgesamt drei, die das schon geschafft haben. Aber Nadja Kampschulte von der LG Wetter tritt in Mannheim nicht an. Ich glaube sie hat Fußprobleme. Damit wäre sie raus aus dem Rennen.

Heißt das, dass die beiden Plätze im WM-Team schon an Sie und Alexandra Plaza aus Köln vergeben sind?

Natürlich nicht. Es gibt noch drei andere, die schon 1,80 Meter gesprungen sind. Wenn die in Mannheim auch die Qualifikationshöhe schaffen und vor mir liegen, wird es wieder spannend. Aber der größere Druck liegt bei den anderen.

Das verleitet aber hoffentlich nicht zu einer zu großen Sicherheit.

Dafür habe ich meine Trainerin Beatrice Mau-Repnak. Die tritt mir immer, wenn ich etwas zu leicht nehme, in den Hintern. Und manchmal brauche ich das wohl auch.

Wissen Sie eigentlich, wo Moncton in Kanada liegt?

Ich habe mich wirklich nicht damit beschäftigt, weil ich ja nie damit gerechnet habe, dorthin zu kommen. Ich hoffe nur, es liegt im englischsprachigen Teil von Kanada. Französisch spreche ich nämlich nicht. Aber erst muss ich mich sowieso in Mannheim qualifizieren. Dann mache ich mir Gedanken.

Dafür viel Erfolg. Übrigens liegt Moncton an der kanadischen Ostküste in der Provinz New Brunswick und zwei Drittel der Bevölkerung spricht dort englisch.



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