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Der scheidende Halvestorfer Manager Wilfried Meerhaut zieht Bilanz / Jetzt zählt nur die Gesundheit

„Ich fühlte mich sehr oft auch alleingelassen“

Sein ganzes Herz hängt zwar am Fußball – aber so richtig funktionieren wollte die „Pumpe“ auf einmal nicht mehr. Der jahrelange Stress im Beruf und Sport und natürlich auch ein paar Zigaretten forderten ihren Tribut. „Für mich war es kurz vor zwölf. Ich war todkrank und hatte schon Wasser in der Lunge“, beschreibt Wilfried Meerhaut die lebensdrohende Situation, die alles beim Bezirksligisten SSG Halvestorf nur noch zur Makulatur werden ließ und ihn letztlich zu seinem Rücktritt als Manager (wir berichteten) veranlasste. Auch wenn der ihm „nicht leichtgefallen ist“.

veröffentlicht am 04.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:58 Uhr

Roland Giehr

Autor

Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Doch eine notwendige Operation am Herzen und in der Folgezeit quälend lange Tage auf der Intensivstation – da kommt auch ein mit allen Wassern gewaschener Kaufmann wie Meerhaut ganz schnell ins Grübeln. „Schlagartig wird einem bewusst, um was es wirklich geht. Nur das Leben zählt“, gibt der 61-jährige tiefe Einblicke in seine Gemütsverfassung. Nun steht seine Genesung an oberster Stelle – der Fußball hintenan.

Die angeschlagene Gesundheit indes ist ein Grund für seinen Rückzug – die über Jahre hinweg ermüdende und zermürbende Arbeit als Vorsitzender des Halvestorfer Fördervereins ein anderer. Die zehrte ganz besonders an seinen Kräften und Nerven – vor allem auch deshalb, weil längst nicht alles im Umfeld des Dorfklubs immer so professionell lief, wie es sich der Macher vom Piepenbusch vorgestellt hatte. „Ich fühlte mich sehr oft auch allein gelassen, vor allem dann, wenn es finanziell mal wieder richtig brannte. Aber als wir im NFV-Pokal gegen Eintracht Braunschweig gespielt haben, da standen plötzlich alle auf der Matte. Das hat mich geärgert“, gibt Meerhaut zu. Meistens schloss er so die entstandene Lücke mit einem Griff in die Privatschatulle, verbunden mit der Gewissheit, dass „meine Frau Edi auf ihren eigentlich eingeplanten Pelzmantel verzichten musste“. Gleichwohl blickt Wilfried Meerhaut, trotz einiger Rückschläge, mit großer Genugtuung auf seine langjährige Karriere als Lenker und Denker hinter den Kulissen zurück. „Wir haben mit der SSG Halvestorf sehr viel erreicht, standen sogar zweimal kurz vor dem Sprung in die 5. Liga. Auch in dieser Saison sind wir noch ganz dick im Geschäft“, sieht sich der scheidende Manager in seiner Arbeitsweise bestätigt.

Was der sportliche Aufschwung am Piepenbusch in all den Jahren aber tatsächlich gekostet hat, darüber möchte er nicht reden. „Nur soviel dazu, es kommt eine ganz schöne Summe zusammen. Da könnte man wohl schon ein paar Häuser von bauen“, orakelt der Uli Hoeneß von Halvestorf.

Aber nicht nur der Dorfklub profitierte vom Geschick des Fußballkenners. Zuvor leistete Meerhaut bis 1989 schon ganze Arbeit als 1. Vorsitzender bei Preußen Hameln 07. Unter seine Ägide fallen der Aufstieg in die damalige Verbandsliga (1986) und die Teilnahme an der Oberliga-Aufstiegsrunde (1988).

„Leider waren wir damals, als es um die Wurst ging, durch viele Verletzungen gehandicapt. Ein Aufstieg in die Amateur-Oberliga wäre die Krönung gewesen“, erinnert sich der 61-Jährige.

Dass er sich dann wenig später nach internen Meinungsverschiedenheiten von 07 zurückzog, ist für ihn genauso „Schnee von gestern“ wie sein Engagement bei der SSG Halvestorf. Nun ordnet Wilfried Meerhaut sein Leben neu und wird auch seine Pferdezucht in der Lüneburger Heide nur noch hobbymäßig betreiben.

Dem Fußball kehrt er zwar nicht gänzlich den Rücken, schließlich gilt es, seinem Nachfolger Frank Jürgens noch ein paar wertvolle Tipps zugeben, aber auf den Sportplätzen wird sich Wilfried Meerhaut künftig rarmachen: „Ich brauche jetzt viel Ruhe.“



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