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Basketball: Dzenan Softic übernimmt beim VfL Hameln die Nachfolge von Nicu Lassel

„Ich fühle mich nicht als Fremder“

HAMELN. Seinen Rucksack hat er schon gepackt, auch wenn die neue Saison in der Basketball-Oberliga erst am 16. September startet. „Auf die neue Herausforderung freue ich mich riesig“, ließ Dzenan Softic mit einem strahlenden Lächeln schon einmal anklingen, als er mit Heinrich Lassel alles klarmachte.

veröffentlicht am 02.08.2017 um 16:00 Uhr
aktualisiert am 02.08.2017 um 17:10 Uhr

Dzenan Softic startet in der kommenden Basketball-Saison als neuer Trainer des VfL Hameln durch. Foto:kf
Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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Im Café der Bad Pyrmonter Hufeland-Therme wurden Nägel mit Köpfen gemacht, da fiel die Entscheidung, dass Softic in der neuen Saison die Oberliga-Basketballer des VfL Hameln trainieren wird. Der spielte lange Jahre für Sarajevo in der 2. jugoslawischen Liga, zog sich, als er vor fast 25 Jahren nach Deutschland kam, aber aus dem großen Basketball-Geschäft zurück. Gespielt und trainiert hat er danach nur noch für TuS Bad Pyrmont und TMW Lügde.

„Das war völlig unkompliziert“, freute sich der VfL-Abteilungsleiter nach dem Deal. „Kontakt hatten wir schon länger. Und Dzenan hat sich in der vergangenen Saison auch einige Spiele von uns angeschaut.“ Und auch mit Nicu Lassel, seinem Vorgänger auf der VfL-Bank, pflegt er seit vielen Jahren gute Kontakte: „Nicu ist ein absoluter Fachmann und ein ganz kompetenter Coach.“ Deshalb wird der 53-jährige Diplom-Ingenieur, wenn er seine Traineramt am Einsiedlerbach antritt, auch nicht die Welt des Basketballs einreißen. Die Taktik von seinem Vorgänger wird er mitnehmen: „Ich habe ja auch nur wenig Zeit, um die Mannschaft neu einzuspielen.“ Und Softic muss sich auch erst einmal an ein neues Umfeld gewöhnen: „Ich kenne die Liga nicht. Aber die Sache macht mir trotzdem riesig Spaß. Vor allem, weil ich mich in Hameln nicht als Fremder fühle.“

Neue Ideen schwirren dem Bosnier, der in Sarajewo das Licht der Welt erblickte, dennoch schon im Kopf herum. „Die Defensivarbeit ist zu verbessern und das schnelle Spiel nach vorn möchte ich noch intensiver pushen“, verriet er schon mal im Vorfeld. Für Softic besonders wichtig, denn „Hünen unter dem Korb“ sind beim VfL auch in der kommenden Spielzeit dünn gesät. „Ich habe nur zwei, die größer als zwei Meter sind.“ Deshalb ist Tempo gefragt.

Zweiter Schwerpunkt wird für Softic die Arbeit mit den jüngeren Spielern sein. „Die Youngster können noch viel lernen und da habe ich schon junge Spieler gesehen, die richtig gut Basketball spielen können“, sagte der Pyrmonter. „Und der Teamgeist muss stimmen.“

Auch wenn die Oberliga-Gegner bislang für den neuen Coach noch unbekannte Größen sind, Softic geht keinesfalls ohne Ziel in seine erste Saison beim VfL Hameln: „Wir wollen locker in der oberen Tabellenhälfte mitmischen.“

Heinrich Lassel, der heute auf den Tag genau vor 45 Jahren beim VfL Hameln den Basketball aus der Kiste zauberte, hat im Vorfeld schon jede Menge Vorarbeit geleistet. „Nach dem letzten Spiel in der Regionalliga haben mir zwölf Spieler ihre Zusage gegeben, auch in der Oberliga für uns zu spielen“, hat er noch in bester Erinnerung. Und vielleicht kommt noch der eine oder andere Neuzugang hinzu. Gespräche hat „Mister Basketball“ bereits geführt. Und Lassel hat auch schon einige Testspiele für seine Oberligisten vereinbart. Die neue Saison ist aber auch für ihn eher eine Wundertüte: „Wir haben zehn Jahre ununterbrochen in der 2. Regionalliga gespielt. Da weiß ich nicht so recht, wie die Oberliga einzuschätzen ist.“ Auf jeden Fall verspricht bereits der erste Spieltag beste Qualität. Dann kommt der MTV Schandelah-Gardessen nach Hameln. „Ein harter Brocken“, weiß Lassel. „Die bringen erfahrene Spieler mit, die in Braunschweig und Wolfenbüttel auch schon in höheren Ligen gespielt haben.“ Auf jeden Fall sieht er der neuen Saison wesentlich entspannter entgegen: „Wir haben nur eine Zehnerstaffel und auch die Fahrten sind deutlich kürzer als in der Regionalliga.“

Auf ein Spiel freut sich Hamelns Basketball-Ikone besonders. Am 2. Dezember kommt Aufsteiger TSV Barsinghausen an den Einsiedlerbach. Da gibt mit Timo Thomas ein Ex-VfLer als Coach die Richtung an. Der will seinem ehemaligen Mentor Heinrich Lassel den 68. Geburtstag vermiesen. Für Softic aber kein Thema: „Das wird nicht passieren. Wir wollen Heinrich einen Sieg zum Geburtstag schenken.“

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