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Zwischen Hoffen und Bangen – heimische Fangemeinde glaubt noch immer an die Rettung

HSV am Boden – steigt der Dino ab?

HAMELN. Zwischen Hoffen und Bangen: Die heimische Fangemeinde des Hamburger SV glaubt noch immer an die Rettung des Bundesliga-Dinos, der schon sechs Punkte Rückstand auf den Rettungsplatz 15 hat.

veröffentlicht am 14.02.2018 um 00:00 Uhr

Symptomatisch für den Hamburger SV in dieser Bundesliga-Saison: Abwehrspieler Mergim Mavraj völlig am Boden zerstört. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Autor:

Roland Giehr und Andreas Rosslan
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Sechsmal deutscher Meister, dreimal Pokalsieger – immer erste Liga. Dieser markige Schlachtruf der treuen HSV-Fans könnte schon bald nur noch reine Makulatur sein und im Nichts verhallen. Zwar besitzt der Traditionsklub von der Elbe seit langem schon eine Dauerkarte im Zittern und Leiden, doch diesmal sieht es tatsächlich so richtig finster aus. Noch tickt die berühmte Stadionuhr zwar, aber die Zeiger bewegen sich beim Vorletzten nur noch im Stottertakt. Die Sportredaktion hörte sich in der heimischen Hamburger Fanszene um und fragte: Steigt der Dinosaurier erstmals aus der Fußball-Bundesliga ab?


Herbert Schikorr(Fan der ersten Stunde): „Es sieht nicht gut aus. Die nächsten drei Spiele gegen Leverkusen, in Bremen und gegen Mainz sind ganz entscheidend. Holen wir da nicht mindestens sechs Punkte, ist der Abstieg wohl nicht mehr zu verhindern. Trotzdem hoffe ich aber wenigstens noch auf die Relegation. Denn die können wir. Aber was auch immer passiert, der HSV ist und bleibt mein Verein. Egal, wo er spielt.“

Axel Marahrens (Marathonläufer und Fußball-Trainer): „Ich habe kein gutes Gefühl. Ich befürchte, dass es in dieser Saison ganz, ganz eng wird. Im Gegensatz zu Hannover 96 ist beim HSV keine Handschrift des Trainers zu erkennen – und auch kein System. Ich verstehe es nicht, dass der HSV im Winter den Kader nicht verstärkt hat. Einen Stürmer wie Simon Terodde, der von Stuttgart nach Köln gegangen ist, hätte der HSV echt gut gebrauchen können. Die Hamburger haben jetzt schon sechs Punkte Rückstand zum ersten Nicht-Abstiegsplatz. Für den HSV ist jetzt jedes Spiel ein Endspiel. Ich hoffe, dass es reicht. Sicher bin ich mir aber nicht.“
Marcel Dempewolf (Jugendtrainer beim HSC BW Tündern): „Der HSV ist einfach ein geiler Verein und gehört in die Bundesliga. Wir bleiben auch diesmal drin, denn einen Abstieg kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.“

Stephan Schröer (Trainer MTV Lauenstein): „Der HSV schafft das. Da bin ich mir sicher, denn Hamburg hat die meiste Erfahrung im Abstiegskampf. Ich gehe davon aus, dass Köln und Mainz direkt absteigen werden und sich der HSV mal wieder in der Relegation rettet. Der HSV darf nicht absteigen und wird hoffentlich für immer und ewig in der Bundesliga spielen. Denn das ist der einzige Rekord, den der FC Bayern München nie erreichen kann.“


Ender Kilic (Altherrenspieler bei 07): „Auch wenn es im Moment sehr böse aussieht: Wir steigen nicht ab, weil wir der Dino sind. Allerdings müssen wir unbedingt mal unsere Heimspiele gewinnen. Die Relegation ist immer noch drin. Davon bin ich überzeugt“
Günther Hauschild (Ex-Preußen-Trainer): „Ich habe kein gutes Gefühl. Der HSV hat fünf Jahre versucht abzusteigen, jetzt ist er dran. Die Mannschaft hat keine Substanz und viele Spieler einfach kein Erstliga-Niveau. Außerdem, wer soll denn da ein Tor schießen? Mit Bernd Hollerbach haben sie außerdem schon einen Trainer für die dritte Liga geholt.“

Andreas Meissner (Trainer RW Thal): „Die Tage zwischen dem 17. und 22. Mai habe ich als HSV-Fan mir im Kalender auf jeden Fall schon freigehalten, weil da die Relegationsspiele angesetzt sind. Mehr als die Relegation ist in diesem Jahr nicht drin. Sollte der HSV absteigen, wäre das zumindest eine Chance, die ganzen Altlasten loszuwerden und in der zweiten Liga einen Neuanfang zu starten. Im Kader gibt es einfach zu viele Söldner, die die Raute nicht im Herzen tragen. Das ist seit Jahren das Problem. Der HSV sollte den eigenen Talenten eine Chance geben. Immerhin ist die U23 in der Regionalliga Tabellenführer. Die jungen Spieler wie Jan-Fiete Arp sind ehrgeizig und identifizieren sich mit dem Verein – wie wir Fans.“

Zahlreich im Landkreis Hameln-Pyrmont vertreten: Die HSV-Schlachtenbummler. Foto: awa
  • Zahlreich im Landkreis Hameln-Pyrmont vertreten: Die HSV-Schlachtenbummler. Foto: awa
Noch wehen die HSV-Fahnen auch im Landkreis. Foto: awa
  • Noch wehen die HSV-Fahnen auch im Landkreis. Foto: awa


Michael Rieke (Schiedsrichter-Chef im Kreis): „Der Dino stirbt nie aus. Der HSV hat wieder so viel Dusel und bleibt in der Bundesliga. Das wäre auch sicherlich ganz im Sinne unseres leider viel zu früh verstorbenen Schiedsrichterkollegen Carsten Hanke, der nun bestimmt von oben seine schützende Hand über den HSV halten wird.“


Bernhard Kruppki (Leiter Stiftung, Sponsoring und Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Hameln-Weserbergland): „Ich bin seit 50 Jahren HSV-Fan. Auch wenn der Rückstand auf Platz 15 schon sechs Punkte beträgt, die Jungs von der Waterkant sind irgendwie unkaputtbar. Ich bin sicher, die kriegen’s auch diesmal hin. Bundesliga ohne HSV ist wie Hamburg ohne Hafen.“


Frank Batke (2. Vorsitzender WTW Wallensen):„Als HSV-Fan stumpft man langsam echt ab. Meine Gefühle schwanken nicht mehr so extrem wie früher, weil der Abstiegskampf für uns Fans ja fast schon normal ist. Früher habe ich echt gelitten, wenn es eng wurde, und hatte schlechte Laune, wenn der HSV verloren hat. Das ist bei mir mittlerweile nicht mehr so. Ich befürchte, dass es den HSV irgendwann erwischen wird. Vielleicht würde der Abstieg in die zweite Liga dem HSV sogar mal guttun.“



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