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40 000 Kilometer zum Training absolviert / Dojo-Kämpfer holt Doppelsilber und fährt zur DM

Hohlfeld – einmal um die Welt für Karate

Karate. Robert Hohlfeld findet Volleyball interessant, hat sich auch schon als Judokämpfer und versierter Billardspieler erwiesen – doch sein Herz schlägt seit 2006 nur noch für Karate. „Wer einmal in diese Sportart hineingerochen hat, den lässt sie nicht mehr los. Man ist einfach von dieser Körper- und Kampfkunst fasziniert“, so der frischgebackene zweifache Landesvizemeister vom 1. Karate-Dojo Hameln nach seiner Rückkehr aus Lüneburg.

veröffentlicht am 24.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:21 Uhr

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Dort konnte sich der knapp 30-jährige Großhandelskaufmann zugleich auch das begehrte Ticket für die deutsche Meisterschaft (Ü 30) sichern. Als er vor 15 Jahren zum ersten Mal mit Kampfsport in Berührung kam, war er zunächst skeptisch, ob er überhaupt dafür geeignet war. Denn um nicht nur im Breitensport zu „versauern“, wie es sich der vor 33 Jahren gegründete Hamelner 130-Mitglieder-Verein hauptsächlich auf die Fahnen geschrieben hat, sondern auch den Weg eines erfolgreichen Wettkampfsportlers zu gehen, entschied sich Robert für die härtere Variante.

In der Folgezeit entwickelte er sich unter den Fittichen seines Hildesheimer Heimtrainers Rodger Shannon (4. Dan) und später unter der Obhut des Landestrainers Mark Haubold (5. Dan) zu einem Nachwuchs-Talent mit guten Perspektiven. Dank seiner hohen Trainingsfrequenz („Ich stehe jeden Tag auf der Matte und auch das Wochenende bleibt von Wettkämpfen und Lehrgängen nicht verschont“) machte er große Fortschritte, auch wenn er heute selbstkritisch einräumt, noch längst nicht perfekt zu sein. Sein Trainingspensum umfasst sport-physiotherapeutische Übungen, Vertiefung der Kenntnisse und Erfahrungen im Freikampf (Kumite) und Kata-Bereich, also gegen imaginäre Gegner, sowie auch das ganze Spektrum der Selbstverteidigung.

„Nur wenn man ständig an sich arbeitet, alles probiert, was im dreiminütigen Kampf hinhaut und den Gegner in die Knie oder zur Aufgabe zwingt, hat man in dieser Sportart Erfolg“, weiß der Träger des 1. Dan-Grades, der auch noch Zeit findet, den Nachwuchs im Verein zu trainieren.

Im letzten Jahr ist Robert 40 000 Kilometer, also einmal um den Erdball, für den Karate-Sport auf Achse gewesen. Allein die Trainingsstrecken zwischen Kaiserslautern (dort konsultiert er regelmäßig den renommierten Trainer Marcus Gutzmer), Northeim und Hildesheim haben Unsummen an Fahrtkosten verschlungen, die er aber gern ausgibt, weil ihm der Sport „einfach viel Spaß macht“ – und das ist das Wichtigste für den großen Anhänger und Verehrer des siebenfachen italienischen Weltmeisters Luca Valdesi.

Der Junggeselle hat sich bisher noch keine nennenswerten Verletzungen im Wettkampf zugezogen. Deshalb denkt er auch noch lange nicht ans Aufhören. „Wir haben bei uns Karateka im Verein, die haben bereits das siebte Lebensjahrzehnt vollendet und sind noch immer mit Freude und Begeisterung dabei. Auch sie sind für mich Vorbilder, denen ich durchaus nacheifern könnte, wenn die Gesundheit es zulässt“, so das Credo des Vollblutsportlers.



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