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Halvestorfs Trainer Ralf Fehrmann über Titelchancen und das Derby gegen Tündern

„Hinten werden die Enten fett“

Halvestorf. Erst schwach gestartet – nun obenauf. In der Fußball-Bezirksliga ist die SSG Halvestorf zweifellos die Mannschaft der Stunde und holte 19 Punkte in Serie. Am Sonntag (15 Uhr) nun erwartet der Tabellenzweite den Landesliga-Absteiger HSC BW Tündern zum ewig brisanten Kreisderby am Piepenbusch.

veröffentlicht am 24.10.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

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Ralf Fehrmann, erst ein Zickzack-Kurs, nun 19 Punkte in Serie und der Sprung auf Platz zwei. Ist Ihr Team in den Zaubertrank gefallen?

Nein, natürlich nicht. Meine Mannschaft hat sich diese Position sehr hart erarbeitet. Wir haben auch am Saisonanfang keinen schlechten Fußball gespielt, nur die letzte Konsequenz und Konzentration fehlte eben. Kurzum, die Einstellung auf dem Platz war nicht so, wie ich mir das über 90 Minuten vorstelle. Das haben wir intern mit ganz klaren Worten angesprochen und jetzt macht jeder meiner Spieler den einen Schritt mehr, den man machen muss, um Spiele zu gewinnen. Auch taktisch haben alle dazugelernt. Und das zahlt sich aus.

Ihre Zielsetzung war von Beginn an, in der Bezirksliga oben mitzuspielen. Das haben Sie geschafft und sind jetzt mittendrin im heißen Titelrennen. Kann die SSG Halvestorf nun auch Meister werden?

Wenn es tatsächlich so kommen sollte, hätte bei uns bestimmt keiner was dagegen. Doch das ist noch ein sehr langer steiniger Weg, außerdem ist die starke Konkurrenz aus Stadthagen, Evesen und Stadtoldendorf auch noch da. Wir wollen die Kirche deshalb lieber im Dorf lassen. Momentan läuft es zwar sehr gut, aber wir sind auch noch lange nicht da, wo ich die Mannschaft fußballerisch sehen möchte. Deshalb wird es bestimmt noch einige Rückschläge geben, könnten zudem gravierende personelle Probleme auftauchen. Deshalb schaue ich nur von Spiel zu Spiel. Mal abwarten, was am Ende dabei herauskommt. Hinten werden die Enten bekanntlich fett.

Am Sonntag steht nun das Derby gegen den HSC Tündern an. Bislang hat die SSG nach bislang drei absolvierten Kreisduellen noch eine weiße Weste. Bleibt das so?

Ich hoffe es. Das ist ein Spiel, auf das ich mich richtig freue. Die Duelle gegen Tündern waren immer sehr brisant und vor allem auch kampfbetont. Das wird auch diesmal wieder so sein. Für uns ist das eine echte Prüfung, da können wir dann sehen, wie weit wir in unserer Entwicklung wirklich schon sind. Aber wir spielen schließlich zu Hause und werden diesen Vorteil gewiss nicht leichtfertig verschenken.

Tündern hatte zuletzt einen kleinen Hänger. Erst ein überaus glückliches 2:2 auf dem Hagen, dann die überraschende 0:1-Niederlage in Wallensen. Sehen Sie Ihr Team deshalb in der Favoritenrolle?

Ich bin mir sicher, dass diese beiden Ergebnisse am Sonntag überhaupt keine Rolle spielen. Und einfacher wird es dadurch auch nicht für uns. Deshalb werden wir uns davon auch nicht blenden lassen, dafür kennen sich die beiden Mannschaften einfach zu gut.

In der Bezirksliga gibt es mittlerweile sieben Mannschaften aus Hameln-Pyrmont. Macht genau zwölf Derbys für jeden. Wie wichtig sind Ihnen persönlich Siege in diesen direkten Duellen?

Enorm wichtig, denn die Rivalität unter den Klubs ist hier besonders groß und es wird einem nichts geschenkt. Wenn es ums Prestige geht, will keiner verlieren. Wir natürlich auch nicht. Unter dem Strich zählen aber in jeder Partie nur die Punkte, die man holt. Und wir wollen so viele wie möglich holen – erst recht in den Derbys.

Wenn Sie die bisherige Entwicklung Ihrer Mannschaft Revue passieren lassen, hat sich ein Spieler besonders in den Vordergrund gespielt?

Eigentlich haben alle einen großen Sprung gemacht. Vieles läuft jetzt besser als bei meinem Amtsantritt im Januar. Erstaunlich ist aber auf alle Fälle die schnelle Entwicklung von Colin Brandes. Der kam im Sommer aus der Halvestorfer A-Jugend und hat sich mit konstant guten Leistungen einen Stammplatz erobert.

Sie haben früher einmal für Werder Bremens Amateure gespielt. Hängt Ihr Herz auch noch heute am Nordklub und wie beurteilen Sie die momentane Misere in der Fußball-Bundesliga?

Das ist ja schon lange her. Ich verfolge zwar noch die aktuellen Geschehnisse und finde auch, dass Werder gar keinen schlechten Fußball spielt. Aber warum die Ergebnisse fehlen, kann ich nicht beurteilen. Viellicht bekommen sie ja jetzt in Mainz die Kurve, sonst wird es langsam bitter.

Interview: Roland Giehr



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