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Hier werden Männer wieder zu Kindern

Von Nelli Oberlender
Fußball. „Opa, komm!“ fordert ein kleines Mädchen ganz ungeduldig den Großvater zum Weitergehen auf. Am liebsten würde es ihn wohl direkt selber in Richtung Fanshop-Eingang schieben. Dieser öffnet pünktlich um 10 Uhr seine Tür, und bevor die langersehnte Führung losgeht, muss natürlich unbedingt noch schnell ein Trikot her, auf dem sich die Lieblings-Fußballer von Hannover 96 verewigen können. Doch dazu später.

veröffentlicht am 01.08.2011 um 15:56 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:36 Uhr

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Von Nelli Oberlender
Fußball. „Opa, komm!“ fordert ein kleines Mädchen ganz ungeduldig den Großvater zum Weitergehen auf. Am liebsten würde es ihn wohl direkt selber in Richtung Fanshop-Eingang schieben. Dieser öffnet pünktlich um 10 Uhr seine Tür, und bevor die langersehnte Führung losgeht, muss natürlich unbedingt noch schnell ein Trikot her, auf dem sich die Lieblings-Fußballer von Hannover 96 verewigen können. Doch dazu später.

Jetzt versammeln sich erst einmal alle ausgelosten Teilnehmer unseres Sommerabenteuers, um kurze Anweisungen von Dirk Köster, Pressesprecher von Hannover 96, zu erhalten. Eine Teambesprechung quasi. Und als einige der „Spieler“ wegen des Spontaneinkaufs im Fanshop zu spät zur Besprechung kommen, kriegen sie prompt den harten Alltag eines Profifußballers zu spüren: „Bei den Spielern hätte das jetzt 50 Euro in die Mannschaftskasse gekostet“, scherzt Köster.

Für alle Gelegenheiten top gerüstet, geht es dann durch den „Zugang Spieler“ ins Innere der AWD-Arena. Während der ersten Etappe, dem Arena-Film, der einen kurzen Überblick über Planung, Bau und Nutzung des Stadions gibt, ist die Truppe noch sehr ruhig und gelassen. Doch das soll sich bald ändern.

Die zahlreichen „Dream-Teams“, – Vater-Sohn-Gespanne –, aus denen die Gruppe hauptsächlich besteht, werden nun vorbei am Dopingkontrollraum in die Gästekabine geführt. Die vorhandenen 25 Plätze werden am 6. August beim ersten Spiel der neuen Bundesligasaison von den Spielern der TSG 1899 Hoffenheim besetzt – als Teilnehmer des Sommerabenteuers kann man schon heute dort sitzen.

Auch im Hinblick auf Wäsche und Schuhe ist hier alles bequem geregelt. Die Spieler finden alles frisch gewaschen und poliert auf ihren Plätzen vor. „Ist fast wie zu Hause: Mama macht alles“, stellt Köster fest. Die Gruppe lernt noch, dass dem Profisportler im Falle eines Dopingtests selbst ein Haarwuchsmittel zum Verhängnis werden kann – und zwar in Form einer gnadenlosen sechsmonatigen Sperre – dann geht es ab auf den Platz. Na ja, fast: Das Betreten des Rasens würde die Arbeit von fünf „Green Keepern“ zunichte machen.

Dafür haben alle die Möglichkeit, allen voran die jüngsten Teammitglieder, standesgemäß zur 96-Hymne „Alte Liebe“ aufzulaufen. Die Auswechselbank wird als perfektes Hintergrundmotiv für das Erinnerungsfoto ausgiebig genutzt: Da muss der Sohn zur Abwechslung dann auch mal den stolzen Papa fotografieren.

Das Stadion, das damals für die Bewerbung zur Weltmeisterschaft im Jahr 2006 entsprechend der offiziellen FIFA-Richtlinien umgebaut wurde, kann heute bis zu 45 000 Zuschauer unter seinem Dach versammeln. Allein dieses hat ein Drittel der insgesamt 66 Millionen Euro Baukosten verschlungen. Doch: „Bei Wind und Wetter aus dem Schaumburger Land werden hier dann die ersten Reihen nass“, neckt Dirk Köster seine Besucher.

Anschließend folgen noch zwei kurze Abstecher in die VIP- und die „VW Nutz- fahrzeuge“-Lounge, doch innerlich sind alle schon längst eine Etappe weiter. Auf dem Weg zum Trainingsplatz der „Roten“ liegt dann spürbar Aufregung in der Luft. Zum letzten Mal ein erhobener Finger vom Pressesprecher im Hinblick auf die heiß ersehnten Unterschriften: „Es gibt ein Zauberwort mit zwei T: Bitte! Wer das kennt, hat gute Chancen.“ Einen Geheimtipp hat er auch noch: „Weiter oben stehen – denn durch das Tor müssen sie alle!“

Beim Training sieht man die liebsten Kicker dann in Aktion: Als ein Torschuss daneben geht und der Ball gegen die Absperrung fliegt, stehen die Münder vor Begeisterung und Freude weit offen: Hier werden auch Erwachsene wieder zu Kindern.
Nach dem Abpfiff folgt nun der Höhepunkt des Besuchs: die Autogrammjagd. „Ich zittere schon vor Aufregung“, gesteht der kleine Lasse Lemke. Fleißig werden Unterschriften gesammelt und Bilder fürs Album geknipst. Trainer Mirko Slomka wird von der Seite sogar eine Meisterschale aus Pappe unter den Stift geschoben: „Sind wir denn schon Deutscher Meister?“ fragt dieser verdutzt.
Eine der engagiertesten Autogrammsammlerinnen ist die 73-jährige Ingrid Rücker aus Obernkirchen. Schnell hatte sie mehr als elf Unterschriften gesammelt und sich damit wohl auch einen kleinen Traum erfüllt: „Und ich darf das hier noch erleben. Bin ganz stolz!“

Lasse Lemke hat 96-Pressesprecher Köster genau zugehört und fragt jedes Mal höflich und mit einem breiten Grinsen im Gesicht: „Kann ich bitte ein Autogramm haben?“ Das hat er sich auch redlich verdient, wie seine Mutter Korinna Lemke schildert: „Er hat letzte Nacht kaum geschlafen. Beim Stichwort Hannover war er dann sofort geduscht!“

Glücklich geht er dann mit einem Trikot voller Unterschriften nach Hause. „Eine sehr gelungene Veranstaltung“, findet seine Mutter. Lasse wird in der kommenden Nacht bestimmt so gut schlafen wie noch nie zuvor.



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